Home
28. März 2015  

Facebook, Xing, Instagram, Twitter & Co.

Arbeitgeber checken Bewerber im Netz

Viele Arbeitgeber informieren sich im Internet über Bewerber. Kandidaten, deren Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter aus Sicht der Personaler unseriös wirken, haben schlechte Chancen. Auch angehende Azubis und Berufseinsteiger werden "durchleuchtet".

Laura ist 18, hat gerade Abi gemacht und möchte Bankkauffrau werden. Ihre Bewerbung ist top: Sie hat gute Noten in Mathe und Deutsch und führt im Lebenslauf Nebenjobs, Praktika und sogar ein halbes Schuljahr in den USA auf. Auf ihrem Bewerbungsfoto ist sie dezent geschminkt und trägt eine helle Bluse zum dunklen Blazer. So präsentiert sie sich als intelligent und engagiert – der Traum eines jeden Personalers in der Banken-Branche.

Es gibt aber auch noch eine andere Laura. Die, die gerne Bob Marley hört und im letzten Sommer ihre Haare noch zu Dreadlocks gedreht hatte. Die, die sich gerne am Strand im knappen Bikini fotografieren lässt – oder auf einer Party, mit gleich zwei Jungs in den Armen.

Die Hälfte der Unternehmen recherchiert Bewerber im Netz

Diese zweite Laura lernen Personaler kennen, wenn sie den Namen der ersten Laura googlen oder nach ihr in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram suchen. Und das machen gar nicht so wenige: In einer Umfrage der Personalmanagementagentur "Careerbuilder" gaben 51 Prozent der befragten Arbeitgeber an, bei der Bewerber-Auswahl Informationen aus dem Internet zu nutzen.

Anzeige

Laut der Befragung nutzen die Personalchefs vor allem Internet-Suchmaschinen, um zusätzliche Informationen über Bewerber zu gewinnen: 45 Prozent der Unternehmen verwenden dazu Google oder andere Suchmaschinen. 43 Prozent recherchieren in sozialen Online-Netzwerken wie Facebook und Co. Der Studie zufolge haben sogar 51 Prozent der Arbeitgeber Bewerber nicht eingestellt, weil sie Inhalte gefunden haben, die Ihnen nicht passten. Bilder, auf denen Alkohol getrunken wurde waren beispielsweise für 46 Prozent der Befragten ein Ausscheidungskriterium. Aber auch abschätzige Äußerungen über Kollegen oder ehemalige Arbeitgeber beförderten Interessenten ins Abseits.

Für Bewerber wie Laura heißt das: Man sollte sich mit der Frage auseinandersetzen, wie man sich im Internet präsentiert. Ist es mir recht, dass Fremde so viel Privates über mich erfahren? Kann ich das Netz vielleicht sogar in meinem Sinn nutzen und Einfluss darauf nehmen, wie andere mich wahrnehmen? Hier ein paar Regeln, die man beachten sollte, damit die eigene Online-Präsenz nicht zum Job-Fallstrick wird:

Nützliches hervorheben, allzu Privates verstecken

  • Das eigene Profil in privaten Internet-Netzwerken wie Facebook oder Instagram nur für Freunde/Kontakte sichtbar machen. Zusätzlich mit einem Profil in speziellen Business-Networks wie Xing oder LinkedIn aktiv Werbung für sich machen
  • keine unseriösen oder sehr privaten Einträge ins eigene Profil oder in fremde Gästebücher schreiben. Stattdessen lieber bei Blog- und Foren-Themen, mit denen man sich auskennt, kompetent und fair mitdiskutieren
  • keine unseriösen oder sehr privaten Fotos ins eigene Profil laden
  • Foto-Verknüpfungen aufs eigene Profil deaktivieren
  • soziales Engagement oder positive Hobbys im Internet hervorheben
  • keine Hobbys und Interessen hervorheben, die im Widerspruch zu denen in der Bewerbung stehen
  • keine negativen Äußerungen über Berufe, Branchen, Arbeitgeber oder Arbeit an sich im Internet hinterlassen
Schlagworte:
 
BewerbungArbeitgeberFacebookNetzwerke

Mehr zum Thema