Home
13. August 2012  

Berufswahltest

Zum Traumjob in 20 Minuten

Keine Ahnung, welcher Studiengang oder welche Ausbildung zu dir passen? Ein Berufswahltest im Internet hilft bei der Selbsteinschätzung und liefert dir erste berufliche Anhaltspunkte. Daniel Schwitzer

Je näher das Ende der Schulzeit rückt, desto intensiver sollte man sich damit beschäftigen, wie es danach weitergeht. Ausbildung oder studieren? Manch einer weiß schon in der fünften Klasse, dass er einmal Zoodirektor, Fußballprofi oder Krankenschwester werden will, und arbeitet konsequent darauf hin. Für die meisten ist die Sache allerdings nicht so klar: Sie schwanken entweder zwischen mehreren Ideen hin und her oder wissen überhaupt noch nicht, wohin die Reise nach dem Abitur gehen könnte. Orientierungshilfe versprechen hier so genannte Berufswahltests im Internet. Das Angebot klingt erst mal verlockend: "Finde heraus, welche Ausbildungen und Studiengänge zu dir passen – in 20 Minuten!" So steht es auf der Website, die Marco Specht gerade vom heimischen PC aus angesteuert hat. Der 19-Jährige macht diesen Frühling sein Abitur an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Kerpen und will danach auf jeden Fall studieren. Bloß was? "Ganz sicher bin ich mir noch nicht", sagt er. "In der engeren Wahl sind Medizin und Lehramt". Der Online-Berufswahltest scheint ihm eine gute Gelegenheit, seine Wünsche und Interessen noch einmal genau auf den Prüfstand zu stellen. Die Registrierung schafft Marco in weniger als zwei Minuten. Und dann kann’s auch schon losgehen. 

Anzeige



Tests zur Studien- und Berufsorientierung für Schüler haben in Deutschland seit einigen Jahren Konjunktur. Entwickelt und im Internet bereitgestellt werden sie meist von psychologischen Instituten, manchmal kostenlos, manchmal gegen Gebühr. Zunehmend bieten auch Hochschulen die Self-Assessments auf ihren Websites an, um potenziellen Studierenden die Auswahl des Studiengangs zu erleichtern. An der RWTH Aachen etwa ist die Teilnahme für Studienplatzbewerber sogar verpflichtend.  Die Ansätze der Tests sind verschieden: Es gibt eher unspezifische Selbsteinschätzungstests, bei denen der Schüler Fragen zu seinen individuellen Interessen, Fähigkeiten und Motivationen beantwortet. Bei einem Eignungstest hingegen muss er in einer vorgegebenen Zeit eine Reihe kognitiver Aufgaben lösen, etwa zum logischen Denken oder zum räumlichen Vorstellungsvermögen. Das Ergebnis gibt in beiden Fällen Aufschluss darüber, für welche Studienbereiche oder Berufsfelder er sich am ehesten eignet. Hundertprozentig verlassen sollte man sich darauf natürlich nicht. Berufswahltests bieten lediglich einen Anhaltspunkt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Marco Specht absolviert den kostenlosen Berufstest von Einstieg. Hier soll er zunächst auf einer Skala bewerten, wie sehr ihn bestimmte berufliche Tätigkeiten interessieren, zum Beispiel kranke oder verletzte Personen pflegen, in einem Labor Versuche ausführen, öffentlich eine Sache repräsentieren oder Rechnungen richtig verbuchen. Anschließend erhält er eine Auflistung von Fähigkeiten und soll angeben, wie gut er diese jeweils beherrscht: einen platten Fahrradschlauch reparieren, eine Gruppe anführen, über lange Zeit sorgfältig arbeiten etc. 

Auswertung bietet passende Berufsfelder

Marco Specht hat den Berufswahltest abgeschlossen und berichtet von seinen Erfahrungen. "Sich selbst einzuschätzen, ist gar nicht so einfach", sagt er. Nun liest sich der angehende Abiturient interessiert die mehrseitige Auswertung durch, die nur ein paar Sekunden nach dem letzten Klick auf seinem Bildschirm aufgepoppt ist. Sie beinhaltet die beiden Berufsfelder, die seinem Interessen- und Fähigkeiten-Profil am nächsten kommen – bei Marco sind das "Medizin/Gesundheitswesen" und "Mathematik/Naturwissenschaften". Dazu eine Liste mit konkreten Berufsvorschlägen. Der 19-Jährige fühlt sich in seinen Überlegungen bestätigt und will sich nun um einen Studienplatz in Medizin bewerben. Zuvor plant er jedoch, die nächste Einstieg Messe zu besuchen, auf der sich viele Hochschulen aus ganz Deutschland vorstellen. Dort will er sich noch einmal gründlich persönlich beraten lassen. Eine Auflistung der ausstellenden Unis, die das Fach Medizin anbieten, war praktischerweise ebenfalls Teil seiner Testauswertung. "Danach kann ich dann nur noch hoffen, dass ich auch einen Studienplatz bekomme, denn der NC liegt ziemlich hoch", sagt Marco. Und falls nicht? "Dann mache ich eben Mathe und Bio auf Lehramt. Auch eine gute Wahl."

Schlagworte:
 
BerufswahltestBerufswahlSelbsteinschätzung

Unternehmen stellen sich vor

Mehr zum Thema