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31. März 2014  

Ausbildungswege in der Übersicht

Welcher Weg passt zu mir?

Den Schulabschluss in der Tasche und so viele Fragen: Was ist der Unterschied zwischen Uni und FH? Ist ein duales Studium dasselbe wie eine duale Ausbildung? Und was ist eigentlich das Besondere an einer Abiturientenausbildung? Aber immer der Reihe nach! Sophia Wiese-Wagner
Ausbildungswege in der Übersicht

Uni oder FH?

Wer studieren möchte, hat zwei Möglichkeiten: das Studium an einer Universität oder an einer Fachhochschule. Ein erster Unterschied findet sich bereits in den Zugangsvoraussetzungen: Während an einer Fachhochschule das Fachabitur die erforderliche Zugangshürde markiert, benötigt man für den Gang an eine Universität die allgemeine Hochschulreife – zumindest für den ersten akademischen Abschluss, heute meistens der Bachelor. Mit einem solchen in der Tasche können auch Fachhochschulabsolventen einen Master an der Universität absolvieren. Umgekehrt ist ein Wechsel ebenfalls möglich. Egal ob man einen Master-Studiengang an einer FH oder Universität studiert, der Master-Abschluss berechtigt grundsätzlich zur Promotion. Jedoch können nur Universitäten einen Doktortitel verleihen, denn nur sie besitzen ein eigenständiges "Promotionsrecht". Hier lässt sich auch ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Hochschulformen festmachen: Während bei der universitären Lehre Wissenschaft und Forschung im Vordergrund stehen, geht es an Fachhochschulen praxis- und anwendungsorientierter zu. Somit bereiten Fachhochschulen konkreter auf ein bestimmtes berufliches Ziel vor, während Universitätsstudiengänge eher grob in eine bestimmte berufliche Richtung führen. Einen weiteren Unterschied kann man im Fächerangebot erkennen. Dieses fällt an Fachhochschulen oft deutlich geringer aus und beschränkt sich häufig auf Fächer aus dem Sozialwesen, der Wirtschaft oder der Technik. Für Fächer wie Jura, Medizin oder Germanistik kann man sich dagegen nur an einer Universität einschreiben.

Duales Studium

Wer die Theorie eines Studiums konkret mit beruflicher Praxis verbinden will, für den kommt ein duales Studium infrage. Dabei studiert man an einer Hochschule und hat gleichzeitig einen hohen Praxisbezug direkt in einem Unternehmen. Duale Studiengänge können ausbildungsintegrierend sein, sodass der duale Student neben dem Studium eine anerkannte Berufsausbildung absolviert und somit gleich zwei Abschlüsse anstrebt. Eine andere Form des dualen Studiums ist das praxisintegrierende Studium, das sich zwar durch längere

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Praxisphasen in einem Unternehmen auszeichnet, jedoch am Ende "nur" den Hochschulabschluss verleiht. Auch für das Absolvieren der Theorie- und Praxisphasen gibt es verschiedene Modelle. Während duale Studenten im Blockmodell jeweils mehrere Monate am Stück im Unternehmen oder an der Hochschule verbringen, wechseln sich diese Phasen im Wochenmodell im Wochenverlauf ab.

Duale Ausbildung

Auch die Bezeichnung "duale Ausbildung" verweist auf ein Zusammenspiel von Theorie und Praxis. Unter einer dualen oder betrieblichen Ausbildung versteht man nämlich eine Kombination aus einer schulischen Bildung an einer Berufsschule und einer praktischen Ausbildung in einem Betrieb. Hier schließt man einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab und besucht an ein bis zwei Tagen in der Woche oder in einem mehrwöchigen Blockmodell eine Berufsschule. Die Fächer und Themen dieses schulischen Teils sind auf den jeweiligen Ausbildungsberuf abgestimmt. Eine duale Ausbildung stellt den "klassischen" Ausbildungsweg dar, der in vielen Branchen und Berufen Anwendung findet, etwa im Handwerk, der Industrie oder im Handel.

Schulische Ausbildung

Bei einer schulischen Ausbildung unterschreibt man keinen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen, sondern absolviert einen Großteil der Ausbildung an einer öffentlichen oder einer privaten (Berufs-)Fachschule. Angehende Ergotherapeuten, Medizinisch-technische Assistenten oder Fremdsprachenkorrespondenten, die eine solche schulische Ausbildung

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beispielsweise durchlaufen, sammeln die nötige Praxiserfahrung häufig durch verschiedene Praktika. Die Ausbildung dauert je nach angestrebtem Berufsziel ein bis drei Jahre und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Statt ein Ausbildungsgehalt zu bekommen, müssen schulische Azubis in der Regel ein monatliches Schulgeld zahlen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, Schüler-BAföG zu beantragen, das man übrigens nicht zurückzahlen muss.

Abiturientenausbildung

Manche Ausbildungen richten sich speziell an Abiturienten und setzen mindestens das Fachabitur voraus. Bei so einer Abiturientenausbildung (auch Sonderausbildung für Abiturienten genannt) handelt es sich häufig um eine klassische Berufsausbildung, die mit einer Zusatzqualifikation kombiniert wird. Ein Beispiel für diese Sonderform ist etwa die kombinierte Aus- und Weiterbildung zum Handelsassistenten im Einzelhandel. Wer sich nach dem Abitur für eine solche entscheidet, erlangt zunächst den Berufsabschluss als Einzelhandelskaufmann und absolviert im Anschluss eine Weiterbildung zum geprüften Handelsassistenten. So hat man in der Regel nach drei Jahren gleich zwei IHK-Abschlüsse in der Tasche. Doch auch andere Ausbildungsberufe, wie zum Beispiel Fluglotse oder Industrietechnologe, setzen das (Fach-) Abitur voraus.

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