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06. Mai 2014  

Mehr Studenten als Azubis

Studium schlägt Ausbildung

Immer mehr Schüler streben das (Fach-)Abi an, entscheiden sich fürs Studium und damit gegen eine Ausbildung. Wenn beide Bildungswege zukünftig nicht besser vereinbar werden, kommt es zu einem Fachkräftemangel.
Studium oder Ausbildung

Studieren oder in die Lehre gehen? Immer mehr Schüler entscheiden sich für die Uni. Dabei kann auch eine Ausbildung zum Studium führen.

Deutschland kann gegenüber anderen Ländern mit einer starken Wirtschaft punkten. Dafür sorgen akademische Kräfte aber auch etliche Facharbeiter, die gut zusammenarbeiten und sich perfekt ergänzen. Ob das so bleibt, ist allerdings fraglich. Denn immer mehr Schüler streben das (Fach-)Abitur und ein Studium an. Die Zahl der Auszubildenden sinkt dagegen. Für eine klassische Lehre entscheiden sich deutlich weniger Schüler als noch vor ein paar Jahren. Im Jahr 2011 lag die Anzahl der Studienanfänger mit etwa 500.000 erstmalig genauso hoch wie die der Jugendlichen, die eine duale Ausbildung begonnen haben. Doch wie wirkt sich diese Entwicklung auf unsere Wirtschaft aus? Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und das Soziologische Forschungsinstitut sind dieser Frage nachgegangen und haben im Rahmen einer Studie herausgefunden: Wenn die Anzahl der Akademiker weiter steigt, droht Deutschland ein Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften.

Wenn du gerade überlegst, ob ein Studium nicht die bessere Alternative wäre, stehst du nicht alleine da. Dass sich viele Studienberechtigte für den Gang an die Uni entscheiden, ist durchaus nachvollziehbar. Schließlich verspricht ein akademischer Abschluss bessere Karrierechancen, ein höheres Einkommen, eine einflussreichere Position und im Zweifel sogar einen langfristigen Schutz vor Arbeitslosigkeit. Aber wer behauptet eigentlich, dass sich Ausbildung und Studium ausschließen? Beide Bildungswege haben ihre Vor- und Nachteile. Allerdings wird gerade die duale Ausbildung fälschlicherwiese als Sackgasse verstanden. Bis auf den Meister gibt es, so glauben viele Schüler, keine Weiterbildungsmöglichkeiten. Dabei

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können auch ausgelernte Azubis nach drei Jahren Berufserfahrung ein Studium beginnen. In den Köpfen ist das aber offensichtlich noch nicht angekommen. Nur zwei bis drei Prozent der Studienanfänger haben vorher eine Ausbildung absolviert. Das könnte sich den Autoren der Studie zufolge ändern, wenn zum Beispiel Ausbildungsleistungen auf ein Bachelor-Studium angerechnet werden könnten oder aber der Meister direkt zu einem Masterstudium befähigt. Und auch diejenigen, die keine Studienberechtigung erworben haben und beispielsweise den Hauptschulabschluss in der Tasche haben, könnten gezielter für eine Ausbildung gewonnen werden.

Wenn du also vor deinem Schulabschluss stehst und noch nicht genau weißt, was du später gerne einmal machen willst, solltest du erst einmal beide Möglichkeiten in Betracht ziehen. Die Entscheidung "Ausbildung oder Studium" hängt von vielen Faktoren ab. Und auch wenn es vielen nicht klar ist, gilt: Solltest du dich für eine duale Ausbildung entscheiden, kannst du hinterher immer noch ein Studium beginnen –  mit oder ohne Abitur.

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