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26. Mai 2014  

Modedesign

Mit der Vogue auf dem Nachttisch

Zeig mir deine Sneakers, Slimfit-Jeans und deinen Jutebeutel – und ich sag dir, wer du bist. Mode nutzen wir, um uns auszudrücken und schön zu fühlen. Doch wer sind eigentlich die Leute, die sich die Modetrends der nächsten Saison ausdenken? Rica Rosa ist auf dem besten Wege, eine von ihnen zu werden. Die junge Modedesignerin hat gerade ihr eigenes Label gegründet. Judith Lövenich
Modedesign studieren

Mit Modedesign ins Berufsleben: Rica Rose startet mit einem eigenen Label. © Privat

Von klein auf die Vogue auf dem Nachttisch, auf Fashion Shows den neuesten Trends auf der Spur und natürlich glamourös und extravagant gekleidet – so stellt man sich das Leben in der Modewelt gerne vor. "Ich hab' tatsächlich früher gern schon die Elle und die Vogue gelesen", erzählt Rica Rosa. "Allerdings bin ich keine völlig verrückte Mode-Nudel." Im Modedesign hat die 28-jährige Berlinerin vor allem einen Job gefunden, den sie mit Leidenschaft ausübt. Nach der Schule hat Rica in Berlin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft am Lehrstuhl für Gestaltung Modedesign studiert und mit dem Master abgeschlossen.

Schon neben dem Studium hat sie gemeinsam mit einer Freundin das Label AdrianaRica gegründet, das für tragbare und weltoffene Kleidung und Taschen steht. Die Freundinnen sind für die Entwürfe zuständig, nähen lassen sie Schneiderinnen. Kaufen kann man die Sachen schon in zwei Shops in Hamburg und Berlin und online. "Natürlich kann man nicht sofort davon leben", sagt Rica. Erst einmal fallen eine ganze Menge Investitionen an – in Models,

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Fotoshootings, Marketing und vor allem in Stoffe und Materialien. Bis das alles wieder reinkommt, kann es schon eine Weile dauern. "Ohne Investor zu arbeiten, bedeutet anfangs viel Mühe, aber auch das große Glück, alles selbst entscheiden zu können und für die Zukunft spannende Projekte anzugehen."

Natürlich bieten sich einem als Modedesigner auch Alternativen zur Selbständigkeit. Die wenigsten Designer stehen mit ihrem eigenen Label im Rampenlicht. Hinter den Kulissen gibt es viele spannende Jobs, zum Beispiel als Einkäufer für große Online-Shops oder Modelabels. Manche Designer arbeiten als Stylisten für Fotoshoots oder als Kostümbildner beim Theater oder Film – auch Tatort-Darsteller tragen genau komponierte Outfits. Große Firmen und Labels brauchen Produktmanager und Marketing-Fachleute, die ihre Mode von Anfang an begleiten und richtig im Markt positionieren.

"Ob man kreativ ist, das weiß man einfach"

Aber wie findet man heraus, ob Modedesign etwas für einen ist? "Ganz ehrlich", meint Rica dazu, "ob man kreativ ist, das weiß man einfach." Bei ihr war es vor allem die Fotografie und das Malen, wodurch sie schon früh gemerkt hat, dass sie ein gestalterisches Talent hat. Man muss also noch nicht perfekt nähen können, wenn man in die Modewelt geht. Das kann man zur Not auch später noch lernen. Was man aber unter Beweis stellen muss, wenn man Modedesign studieren will, ist die eigene Kreativität. Die meisten Hochschulen verlangen eine Mappe, einige Hochschulen versuchen mit Eignungsprüfungen herauszufinden, wie viel Talent der Bewerber hat.

Mappe fürs Designstudium

Auf die Mappengestaltung kann man sich in Kursen vorbereiten. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, und nicht jeder ist am Ende der Schulzeit schon so weit, einen Riesenstapel durchdachter eigener Werke vorweisen zu können. Einen guten Überblick über solche vorbereitenden Angebote bietet die Seite www.precore.net, die von ehemaligen Design-Studenten betrieben wird. Da es im Regelfall viel mehr Bewerber als Studienplätze gibt, sieben die Hochschulen recht großzügig aus. Was auch dazu führt, dass Talent nicht immer sofort erkannt wird. Also keine Scheu vor Mappen und Eignungsprüfungen, Kritik und Feedback von Professoren kann einem auch weiterhelfen und gute Anregungen bringen.

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