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16. Dezember 2013  

Falsche Vorstellungen bei der Studienwahl

"Falsche Vorstellungen führen oft zu Enttäuschungen"

Brauche ich im Psychologiestudium Mathekenntnisse? Muss ich für Informatik schon programmieren können? Was lerne ich im Romanistik-Studium? Auf den Webseiten der Uni Saarland kann man kostenlos testen, welche Studiengänge zu einem passen. Die Psychologin Dr. Gundula Stoll erklärt die "Erwartungschecks".
Studienwahl

Auf dem Weg zum passenden Studium gibt es viele Fragen – und falsche Vorstellungen. Auf den Webseiten der Uni des Saarlandes kannst du kostenlos testen, wie gut du über dein Wunschfach informiert bist. © Einstieg GmbH

Frau Stoll, wie kamen Sie und Ihr Team darauf, "Erwartungschecks" für Studiengänge zu entwickeln?
Von unseren Professoren und Dozenten hörte ich oft, dass es den Studienanfängern meist nicht an spezifischen Fähigkeiten mangelt, sondern dass sie mit falschen Vorstellungen und Erwartungen an die Uni kommen. Besonders zu Beginn des Studiums führt das häufig zu Enttäuschungen. Inzwischen belegen auch Studien, dass falsche Erwartungen eine wichtige Ursache für Studienabbrüche darstellen.

Wie gut sind die Studieninteressierten insgesamt über die Fächer informiert?
Das ist sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie alt die Schüler sind beziehungsweise wie weit das Abi noch entfernt ist. Und natürlich auch davon, ob sie den Test für ein Fach machen, das in der engeren Auswahl ist oder für eines, über das sie sich nur mal ein bisschen informieren möchten. Die Erwartungschecks können jedenfalls in beiden Fällen hilfreiche Informationen geben.

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Wie oft wurden die Erwartungschecks schon genutzt?
Insgesamt wurden die Erwartungschecks über 5.000 mal bearbeitet. Im September 2010 haben wir mit zwölf Checks begonnen. Da die Entwicklung aufwändig ist, wird das Angebot Stück für Stück erweitert. Wir bieten auch einen studienfachübergreifenden Interessentest an, der bereits über 37.000 mal bearbeitet wurde. Die Erwartungschecks setzen im Entscheidungsprozess etwas später an, wenn schon einzelne Fächer in der engeren Wahl sind.

Welchen Rat können Sie Schülern auf Grund Ihrer Erfahrungen mit den Erwartungschecks geben?
Wir wissen aus einer eigenen Untersuchung, dass Studierende, die vor Beginn des Studiums besser im Erwartungscheck abgeschnitten haben, am Ende des ersten Semesters weniger über einen Studienabbruch nachdenken. Außerdem hatten sie weniger Motivationsprobleme und in der ersten Klausur bessere Noten. Daher ist es wichtig, sich mit dem Studienfach auseinanderzusetzen, möglichst viele Informationen und sich selbst zu fragen, warum man das Fach studieren möchte. Unsere Erwartungschecks sind eine Möglichkeit, mit dieser Auseinandersetzung zu beginnen.

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