Home
16. Januar 2014  

Ausbildungsmessen

Berufsorientierung zum Anfassen

Je mehr Studien- und Ausbildungsangebote es gibt, desto schwerer fällt die Entscheidung. Das beste Rezept für mehr Durchblick sind Praktika oder persönliche Gespräche, zum Beispiel auf einer Aubildungsmesse. von Annette Kamps
Ausbildungsmesse

Auf Ausbildungsmessen kann man sich im persönlichen Gespräch über Studiengänge und Ausbildungen informieren. © Einstieg GmbH

Fragt man Oberstufenschüler nach ihren Zukunftsvorstellungen, so planen mehr als 80 Prozent von ihnen zu studieren. Eine Ausbildung wollen die wenigsten machen. Auf die Frage, warum es unbedingt ein Studium sein soll, kommt meistens die Antwort: Wegen der besseren Karriereperspektiven und des höheren Gehalts, nicht etwa "Weil ich unbedingt Expertin für Gendertheorie werden möchte" oder "Ich wollte immer schon Medizin studieren und später eine eigene Praxis haben". Um seine eigenen Wünsche so klar formulieren zu können, muss man Berufe und Studiengänge erst einmal kennen lernen. Schließlich gibt es weit mehr Ausbildungen als die zum Bankkaufmann und weit mehr Studiengänge als BWL und Maschinenbau. Leider geht die Vielfalt der Angebote oft unter und viele konzentrieren sich auf die Berufe der Eltern oder der Freunde.

Berufsorientierung funktioniert am besten im persönlichen Gespräch

Da eine kaufmännische Ausbildung oder ein BWL-Studium aber eben nicht für jeden etwas ist, sollte man sich frühzeitig informieren, was der Ausbildungsmarkt zu bieten hat und welche spannenden Arbeitgeber es gibt. Der erste Schritt dabei ist sicherlich die Recherche in Berufswahlportalen oder entsprechenden Zeitschriften, um einen Überblick zu bekommen: Welche Berufe gibt es überhaupt? Für welche muss ich studieren, wo ist eher eine Ausbildung angesagt? Was genau lernt man in der Berufsschule oder Uni? Auch Online-Tests helfen weiter, wenn es um den Abgleich zwischen Interessen, Fähigkeiten und bestimmten Berufsfeldern geht. Doch auch, wenn ich herausgefunden habe, dass ich technisch begabt bin, ein Ass in Mathe sowieso und insofern sehr geeignet für ein ingenieurwissenschaftliches Studium wäre, habe ich ja noch keine Vorstellung davon, was so ein Ingenieur den ganzen Tag macht. Da helfen nur Praxiserfahrung und persönliche Gespräche.

Am gründlichsten findet man durch ein Praktikum heraus, wie der Arbeitsalltag in seinem Traumberuf tatsächlich aussieht. Wer also schon ungefähr weiß, was er werden möchte, sollte unbedingt versuchen, mal zwei Wochen in den Job hinein zu schnuppern. Für diejenigen, die noch keinen konkreten Plan haben, wird das allerdings schwierig, schließlich will man ja nicht seine gesamte Freizeit mit Praktika verbringen. Doch häufig reicht schon ein ausführliches Gespräch, um einen ersten Eindruck von einer Ausbildung oder einem Studiengang zu bekommen.

300 Hochschulen und Unternehmen an einem Tag

Tage der offenen Tür oder ein so genanntes Schnupperstudium sind ideal, um Hochschulen oder Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Eine weitere Möglichkeit der Berufsorientierung zum Anfassen ist der Besuch einer Studien- und Ausbildungsmesse. Statt sich an einem Tag eine Uni oder eine Firma anzusehen, versammeln sich auf einer Messe bis zu 300 Aussteller, bei denen man sich informieren kann. Dass es wenig Sinn macht, sie alle abzuklappern, leuchtet ein. Doch gut vorbereitet kann man sich gezielt diejenigen raussuchen, die passende Ausbildungen oder Studiengänge anbieten und seine individuellen Fragen loswerden. Ehemalige Azubis oder Studenten können schließlich am besten berichten, was sie an ihrer Ausbildung besonders gut oder schlecht fanden, wie man sich bewirbt oder wie die anschließenden Perspektiven im Unternehmen aussehen. Und das Beste ist: Man kann direkt vergleichen, weil meistens mehrere Anbieter der gleichen Ausbildung bzw. des gleichen Studiengangs vor Ort sind. Diejenigen, die sich bereits entschieden haben, können übrigens auch die Chance nutzen, neben ihren Bewerbungsunterlagen direkt einen guten Eindruck beim Personaler zu hinterlassen!

Wer noch am Anfang seiner Berufswahl steht, findet auf Studien- und Ausbildungsmessen kompetente Beratung und Orientierung: Gemeinsam mit Berufsberatern kann man herausfinden, wo die eigenen Stärken liegen und anhand eines so erstellten Profils passende Berufe und Studiengänge finden. Manche Ausbildungsmessen – wie zum Beispiel die "Berufe live Niederrhein" - bieten sogar Berufe zum Anfassen: Im Erlebnisforum Berufe kann man direkt vor Ort ausprobieren, was man gut kann und was einem besonders Spaß macht. Schließlich sollten diese Kriterien mindestens genauso wichtig sein wie die Aussicht auf ein hohes Gehalt oder gute Karriereperspektiven!

Mehr zum Thema in der Blogparade: 2014 - das Jahr der Berufsorientierung.

Unternehmen stellen sich vor