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12. Juli 2014  

Rechte im Ferienjob

7 Fakten über deine Rechte im Ferienjob

Ferienjobs sind ideal, um das Taschengeld aufzumöbeln. Wenn du zwischen 15 und 17 Jahre alt bist, hast du dabei besondere Rechte. Wo, wie viel und wie lange kannst du arbeiten? Musst du am Wochenende arbeiten und kannst du mehrere Jobs haben? Diese Antworten solltest du kennen.
Ferienjob

Gärtneraushilfe ist nur ein Ferienjob von vielen. Spätestens nach viereinhalb Stunden musst du den Rasenmäher ausschalten.

Die Ferien sind die ideale Zeit, zu jobben und das Taschengeld aufzumöbeln. Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren dürfen bereits arbeiten, wenn sie wollen. Damit aber niemand auf die Idee kommt, dich auszubeuten, gibt es bestimmte Regeln, an die sich dein Chef halten muss. Im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) sind erlaubte Arbeiten, Arbeitszeiten und Pausen genau festgelegt. Auf einen gerechten Lohn solltest du bei deiner Jobwahl selbst achten – auch wenn du "nur" Schüler bist, sollte dein Chef dich fair bezahlen. Hör dich am besten bei Freunden und Verwandten um, was ein Schüler im Schnitt verdient.

Diese Fakten solltest du auf jeden Fall kennen, bevor du deinen Ferienjob antrittst:

1. Wie viel darf ich arbeiten?


Du darfst während der Schulferien für maximal vier Wochen im Jahr arbeiten. Hauptsächlich bist du ja Schüler, und in den Ferien sollst du dich von der Schule erholen. Deshalb darf deine Arbeitszeit im Ferienjob acht Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche nicht übersteigen.
Als Arbeitszeit bezeichnet man die Zeit, die tatsächlich gearbeitet wird. Bei einer Schichtzeit werden die Arbeitszeit und die Pausen zusammengerechnet, eine Schicht ist also länger. Wenn du in Schichtzeiten arbeitest, darf deine Schicht maximal zehn Stunden lang sein. Ausnahmen sind die Gastronomie, die Landwirtschaft und Baustellen: Hier darfst du auch elfstündige Schichten machen.

2. Wann darf ich arbeiten?


Jugendliche dürfen nur zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr abends arbeiten. Wenn aber deine Busse oder Bahnen so unpassend fahren, dass du vor oder nach der Arbeit lange warten müsstest, darfst du auch etwas eher anfangen oder deinen Feierabend nach hinten verschieben – der Spielraum dafür liegt allerdings nur bei einer halben Stunde. Wenn du älter als 16 Jahre bist, darfst du zum Beispiel in der Gastronomie auch bis 22 Uhr, im Schichtdienst bis 23 Uhr und in der Bäckerei ab 5 Uhr arbeiten.

3. Darf ich auch am Wochenende arbeiten?


Jein. Eigentlich dürfen Jugendliche am Wochenende gar nicht arbeiten. Aber auch hier gibt es mehrere Ausnahmen: Bei Sport- oder Kulturveranstaltungen und in der Gastronomie dürfen Jugendliche zum Beispiel auch am Wochenende arbeiten. Wenn dein Chef sagt, dass du danach gleich am Montag wieder arbeiten musst, hat er sich schwer geirrt. Für Jugendliche gilt die absolute Fünf-Tage-Woche. Und wer samstags oder sonntags arbeitet, muss dafür erst mal an anderen Tagen frei bekommen. Außerdem gilt, dass mindestens zwei Samstage und Sonntage im Monat frei sein müssen.

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4. Gelten für mich die gleichen Pausenzeiten wie für alle Mitarbeiter?

Klares Nein: Deine Pausen müssen im Voraus feststehen und sind etwas länger als die von älteren Kollegen. Wenn du am Tag zwischen viereinhalb und sechs Stunden arbeitest, stehen dir 30 Minuten Pause zu, bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten. Außerdem darf dein Chef dich nicht mehr als viereinhalb Stunden am Stück arbeiten lassen. Eine Pause ist übrigens nur eine Pause, wenn du deine Arbeit wirklich für mindestens 15 Minuten unterbrichst und deinen Arbeitsplatz verlässt. Schließlich sollst du dich von der Arbeit erholen und das geht schlecht, wenn um dich herum alle weiterarbeiten.

5. Gibt es Jobs, die ich nicht machen darf?

Ja, alles, was über deine physische oder psychische Leistungsfähigkeit hinaus geht, deine Gesundheit gefährdet oder mit „sittlichen Gefahren“ einhergeht, ist nicht erlaubt. Dazu zählen zum Beispiel Arbeiten, bei denen du für dein Alter sehr viel Verantwortung tragen sollst, tempoabhängige Arbeit (also Akkordarbeit, bei der du nach Stückzahl pro Zeit bezahlt wirst), Arbeit mit Chemikalien oder Jobs an Orten, die als jugendgefährdend eingestuft werden.

6. Darf ich auch mehrere Jobs nebeneinander machen?

Ja, das darfst du. Wenn du bei mehreren Unternehmen jobbst, werden aber die einzelnen Arbeitszeiten, Schichten und Tage zusammengerechnet, damit du nicht zu viel arbeitest und noch genug Ferien hast!

7. Was kann ich tun, wenn mein Chef sich nicht an die Regeln hält?

Wenn ein Chef sich nicht an diese Regeln hält, können und sollten sich Schüler wehren, statt die Zähne zusammenzubeißen und durchzuhalten. Jeder Chef ist verpflichtet, das "Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend" einzuhalten – nicht nur bei Ferien- und Nebenjobs, sondern auch bei Azubis. Besprich dich mit deinen Eltern und wende dich einfach an die zuständige Aufsichtsbehörde. Das ist meistens das Gewerbeaufsichtsamt oder das Amt für Arbeitsschutz vor Ort. Die kennen sich aus und helfen dir weiter.


Achtung: Wer zwischen 15 und 17 Jahre alt, aber noch vollzeitschulpflichtig ist, für den gelten laut JArbSchG die Regelungen für Kinder! Das heißt, wer die Sekundarstufe I (am Gymnasium die 9. Klasse, an Gesamtschulen die 10. Klasse) noch nicht abgeschlossen hat, darf wie jemand unter 15 Jahre eigentlich gar nicht arbeiten. "Eigentlich" bedeutet, dass es einige Ausnahmen gibt: Wenn du ein Praktikum machst, gilt diese Regel nicht. Außerdem darfst du zwei Stunden täglich leichte Arbeiten erledigen, wenn deine Eltern eingewilligt haben. Dazu zählen zum Beispiel Zeitungsaustragen oder Nachhilfegeben. In den Ferien geht das von 8 bis 18 Uhr, in der Schulzeit nur nach Schulschluss bis 18 Uhr.

Schlagworte:
 
FerienjobNebenjobRecht

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