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22.10.2015  
Kai Gildhorn, Geschäftsführer von "mundraub.org"

Ein Job, der glücklich macht

Eigentlich hat er zwei Berufe: Kai Gildhorn verkauft "den besten Pfeffer der Welt", wie er selbstbewusst behauptet, und sorgt außerdem dafür, dass Menschen Zugang zu frei verfügbaren Lebensmitteln bekommen. "Essbare Landschaften" sind sein Traum.

Wissenschaftsjahr 2015

Kai Gildhorn ist der Gründer der Community
"mundraub.org" und betreibt einen Online-Versandhandel.

Beneidenswert, wenn jemand von seinem Beruf sagen kann, dass er glücklich macht. "Ich liebe meine Arbeit. Weil ich etwas bewirken kann", sagt Kai Gildhorn (43). Als Initiator der Community "mundraub" sorgen er und sein Team dafür, dass es im Internet ein Verzeichnis frei zugänglicher Fundstellen für Obst, Beeren und Nüsse gibt. "Mundraub.org" ist eine digitale Landkarte, in der jeder und jede Obstbäume und -sträucher sowie die Fundstellen von Kräutern und Nüssen eintragen und mit anderen Erfahrungen und Rezepte austauschen kann. Ziel ist es, vergessene und vernachlässigte Obstbestände wieder ins Bewusstsein zu rücken und als Teil der Kulturlandschaft und der Biodiversität zu erhalten.

Wie gelangt man in solch eine Position? Strategisch geplant? Kai Gildhorn lacht und zählt seine beruflichen Stationen auf: "Eine Ausbildung zum Matrosen der Handelsschifffahrt Anfang der 90er-Jahre, dann Zivi im Altenheim. Anschließend studierte ich Umweltingenieurwissenschaften an der Uni Rostock." Bis vor fünf Jahren arbeitete er für ein Unternehmen als Ingenieur, die Wirtschaftskrise machte ihn arbeitslos. Im Rückblick für ihn ein Glücksfall, denn so fand er Zeit und Kraft für die Dinge, die er wirklich gerne machen wollte.

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"Den besten Pfeffer der Welt" zu verkaufen, zum Beispiel. Außerdem Speisesalz und Palmblütenzucker. Die Waren werden online von Bioläden und Privatpersonen geordert. Neben dem Versandhandel ermöglicht Kai Gildhorn gemeinsam mit seinem Team von mundraub.org, dass Menschen Zugang zu frei verfügbaren Lebensmitteln bekommen. Als Geschäftsführer von "mundraub" macht er das, was auch andere Chefinnen und Chefs tun: Akquise, Personalentwicklung, Recruiting, Finanzbuchhaltung - kurz, den "Laden am Leben halten".

Wird er reich dabei? "Mein Ziel ist hier ein passives Grundeinkommen durch Entrepreneurial Design", lautet die Antwort. Entrepreneurial Design ist eine erweiterte Form des klassischen Unternehmertums: Kreative Elemente und ungewöhnliche Geschäftsideen sind erwünscht und Vokabeln wie Träume und Glück gehören unbedingt zum Portfolio.

Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt auf Einstieg.com

Wissenschaftsjahr 2015

Das Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt zeigt, wie Forschung heute schon dazu beiträgt, Städte nachhaltig lebenswert zu gestalten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lösen gemeinsam mit Kommunen, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürgern konkret und vor Ort die großen gesellschaftlichen Herausforderungen: Es geht um sichere Energie, um klimaangepasstes Bauen, es geht um Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur, Bildung, Mobilität und vieles mehr.

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