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06.12.2016  
Softwareentwickler Robin Remmers

„Es gibt nur ein Limit – die Logik“

Einblick in die Arbeit des Softwareentwicklers Robin Remmers (22) am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen.

© Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)

Schon in der Schule mochte er es, wenn unterm Strich ein klares Ergebnis stand. Eine eindeutige Lösung nach den Gesetzen der Logik. Mathe und Biologie waren die Leistungskurse von Robin Remmers. Sein gutes Abitur nach zwölf Jahren Schule hätte auch ein Durchstarten an der Universität ermöglicht, doch da der Abiturient nicht hundertprozentig wusste, in welche Richtung er sich orientieren sollte, hat Robin Remmers sich für eine Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung entschieden. Diese absolvierte er am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen – ein Entschluss, den der inzwischen 22-Jährige nicht bereut hat. Heute arbeitet er als Softwareentwickler am ZMT. „Dort hat es mir von Anfang an gut gefallen. Sowohl was die Inhalte der Ausbildung angeht als auch das Miteinander in den unterschiedlichen Abteilungen des Instituts“, schildert er. „Auch wir Azubis hatten mit internationalen Wissenschaftlern zu tun. Es ist sehr interessant, sich mit Menschen auszutauschen, die Erfahrungen aus anderen Ländern mitbringen.“ Das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) widmet sich in Forschung und Lehre tropischen Küstenökosystemen wie Mangroven, Seegraswiesen und Korallenriffen, aber auch tropischen Auftriebsgebieten, Flussästuaren (Mündungsbereiche großer Flüsse ins Meer) und Küstenmeeren.

Robin Remmers ließ sich dazu inspirieren, für das ZMT eine Software zu entwickeln, die ein dreidimensionales Korallenriff abbildet. Dabei wurde er von den Riffökologen des Instituts unterstützt, was die Tierwelt und den Gesamteindruck eines Riffs angeht. Mit seinem Korallenriff können zum Beispiel Menschen, die noch nicht getaucht sind, ein Gefühl dafür entwickeln, was sich in einem Riff so alles tut. „Wir können beispielsweise die immer noch sehr verbreitete Fischerei mit Dynamit simulieren, indem wir eine Stange Dynamit explodieren lassen“, erklärt der Softwareentwickler. Die grafische Gestaltung seines 3-D-Riffs muss sich nicht verstecken hinter hochwertigen Computerspielen. Remmers‘ Riff tourt diesen Sommer auf dem schwimmenden Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ durch Deutschland, um im Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane auf die Schönheit der Unterwasserwelt und ihre Gefährdung aufmerksam zu machen. Besucherinnen und Besucher können das Riff mit der „Oculus Rift“, einer Virtual-Reality-Brille, betrachten – damit wirkt alles noch lebensechter. Und auch bei der „Science-Station“, einer Tour durch Deutschlands Bahnhöfe im Wissenschaftsjahr 2016*17, wird das ZMT das virtuelle Riff ausstellen.

Der Bezug zum Alltag ist es auch, der den 22-Jährigen für seine Arbeit im IT-Bereich begeistert: „Ich kann unheimlich viel ausprobieren. Am liebsten entwicke ich gemeinsam Ideen mit anderen. Ausprobieren, tüfteln, testen und gemeinsam etwas gestalten – das finde ich großartig.“ Bereits im ersten Ausbildungsjahr hat Robin Remmers neben Berufsschule und täglicher Arbeit eine Software entwickelt, die die elektronische Lagerverwaltung im ZMT ermöglicht. Mehrere Tausend Gegenstände lassen sich nun problemlos aufspüren. Dahinter steckt eine Datenbank, die per Barcode-Scans über Zu- und Abgänge aus dem Lager informiert wird. Werden Güter knapp, schlägt sie sogar Alarm. Für diese Leistung wurde der junge Bremer bereits 2013 mit dem Ausbildungspreis des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) und der Deutschen Kreditbank (DKB) ausgezeichnet.

Was hat er mit seinem Preisgeld gemacht? „Ich habe es zurückgelegt“, lautet seine Antwort. „Fürs Studium.“ Denn nach den positiven Erfahrungen mit der Ausbildung zum Fachinformatiker hat er sich nun doch dazu entschlossen, seinen beruflichen Weg an der Universität fortzusetzen. Er wird Informatik studieren und sein Fachwissen ausbauen: „Ich bin froh gelernt zu haben, wie wir unsere Kenntnisse konkret anwenden können. Und mir hat die Zusammenarbeit im Team extrem gut gefallen. Wir bauen Strukturen auf und haben dabei alle gedanklichen Freiheiten – es gibt nur ein Limit: Die Gesetze der Logik.“

„Plastik-Peter“ ruft zum sorgsamen Umgang mit Plastikmüll auf

Mit dem Spot „Plastik-Peter“ im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung Bewusstsein für die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren schaffen. Mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll landen dort jährlich und sind längst zu einer großen Gefahr für Pflanzen und Lebewesen geworden: Im Jahr 2050 könnte das Gewicht des Plastikmülls in den Ozeanen bereits das aller Meeresfische übersteigen. Der Film „Plastik-Peter“ ist ab sofort im Kino und auf der Website des Wissenschaftsjahres unter www.wissenschaftsjahr.de/plastik zu sehen.