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31.10.2014  
Einstiegsgehalt mit Bachelor und Ausbildungsgehälter

Wie viel Geld ist drin?

Egal ob Studium oder Ausbildung – auf das erste eigene Gehalt freut sich jeder. Aber wieviel landet als Einstiegsgehalt am Ende des Monats eigentlich auf dem Konto und wie hoch ist das Gehalt als Azubi, mit einem Bachelor- oder mit einem Masterabschluss?

Gehaltsvergleich

Die Ausbildung oder das Studium sind die Grundlage
für Karriere und Gehaltsverhandlungen.

Mit dem ersten Job kommt auch die Vorfreude auf das erste Gehalt. Schließlich hat man sich durch unzählige Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten gearbeitet, eine schwere Entscheidung getroffen und wird jetzt endlich bezahlt für das, was man tut. Im Blick auf das Einstiegsgehalt ist es allerdings gut, ein paar Dinge zu wissen – z.B. wie viel man verdienen kann, was vom Lohn abgezogen wird und worauf man bei Gehaltsverhandlungen achten sollte.

Brutto und Netto – was ist das eigentlich?

Diese Bezeichnung unterscheidet zwischen dem Arbeitsentgelt, das im Arbeitsvertrag vereinbart ist und dem Gehalt, das dein Arbeitgeber letztendlich am Ende des Monats auf dein Konto überweist. Brutto bedeutet in der Regel also erst einmal mehr Geld, als du tatsächlich netto am Ende erhältst. Die Abgaben unterscheiden sich nach verschiedenen Kriterien:

  • Einkommenssteuer
  • Kirchensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Sozialabgaben

Zu den Sozialabgaben gehören:

  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • gesetzliche Unfallversicherung

Die Hälfte dieser Abgaben ohne die Unfallversicherung übernimmt in der Regel dein Arbeitgeber, die andere trägst du mit dem Abzug deines Gehalts. Die unterschiedlichen Steuerklassen von I bis VI berechnen weitere Abgaben oder Freibeträge, zum Beispiel bei verheirateten Paaren oder Alleinerziehenden. Eine genaue Übersicht der Steuerklassen findest du auf dieser Seite.

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Ausbildungsgehälter für Azubis

Eine Berufsausbildung ist eine Ausbildung, die einen staatlich anerkannten Beruf nach sich trägt und meist im dualen System zwischen Schule und Arbeitspraxis erfolgt. Die meisten Schülerinnen und Schüler erhalten über die Ausbildung ihre fachlichen Qualifikationen, weshalb die Ausbildungsvergütung zunächst relativ gering ist. Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass die Auszubildenden eine angemessene Vergütung erhalten, die mit jedem Ausbildungsjahr ansteigt und entweder durch einen Tarifvertrag gekennzeichnet oder an diesen angelehnt ist. Die Anfangsgehälter unterscheiden sich dabei sehr stark zwischen den einzelnen Branchen und liegen im Schnitt bei 730 Euro brutto pro Monat. Ein Azubi zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen erhält zum Teil bereits 1000 Euro brutto monatlich, während ein Bäcker nur rund 500 Euro verdient. Dabei kommt es außerdem auf das jeweilige Bundesland und die gültigen Tarifverträge an, denn wenn du keinen Tarifvertrag bekommst, darf dein Gehalt höchstens 20 Prozent weniger betragen, als es im Schnitt in Branche und Region üblich ist. Je nach Bereich gehen die Einstiegsgehälter nach abgeschlossener Ausbildung deutlich auseinander.

Auf Platz eins der am besten bezahlten Ausbildungsberufe liegt übrigens der Job der Fluglotsen. Diese anspruchsvolle Arbeit kann im zweiten Lehrjahr bereits 3000 bis 4500 Euro Bruttogehalt im Monat bringen und mit entsprechender Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei über 6000 Euro.

Ausbildungsvergütung im Vergleich

Einstiegsgehälter für Bachelor- und Masterabsolventen

Seit Einführung des Bachelor-/Mastersystems sind viele Studiengänge in einer relativ kurzen Zeit absolviert. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester, bei einem Master zusätzliche vier Semester. Der Schnitt liegt bei 6,8 Semestern für Bachelor- und 10,6 Semestern für Masterabsolventen. Diese intensive Zeit soll auf hochqualifizierte Berufe vorbereiten, welche sehr unterschiedlich vergütet sind. 2013 lag der Durchschnitt der Einstiegsgehälter für Bachelorabsolventen der Universitäten bei 2889 Euro und 3301 Euro für Bachelorabsolventen der Fachhochschulen. Wer einen Master an der Universität schafft, kann bei 3682 Euro einsteigen und mit dem Abschluss an der Fachhochschule sind es 3563 Euro.
Das Wichtigste dabei ist allerdings, in welcher Branche du später arbeiten möchtest oder was dich persönlich interessiert, denn die Gehaltsspanne ist bei vielen Berufen sehr groß. Mit dem Interessencheck auf folgender Seite, kannst du die Auswahl eingrenzen.

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Zum Beispiel kann ein Bachelorabsolvent der Betriebswissenschaft mit mindestens 30.270 Euro brutto Gehalt im Jahr rechnen, je nach Anstellung sind es sogar 43.000 Euro. Dagegen sind Geisteswissenschaftler oft noch im unteren Bereich bei 23.700 Euro brutto im Jahr mit bis zu 35.300 Euro. Wer zusätzlich dazu einen Master gemacht hat, kann mit mindestens 5000 Euro mehr Gehalt rechnen, zum Teil sind sogar 10.000 Euro mehr pro Jahr möglich, je nach Verhandlung und Betrieb.  Die höchsten Einstiegsgehälter gibt es zum Beispiel bei den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und für Mediziner, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure. Ein Ingenieur-Berufsanfänger verdient beispielsweise im Schnitt 50.000 Euro brutto im Jahr, während ein Informatiker bei 47.500 Euro einsteigen kann. Je nachdem wie groß das Unternehmen ist, bei dem du dich bewerben willst, sind die Chancen auf ein höheres Einstiegsgehalt größer.

Unterschiede Ost – West, Mann - Frau

In fast allen Branchen ist jedoch zu erkennen, dass die Gehälter in den neuen Bundesländern deutlich unter denen der alten Bundesländer liegen und Männer im Schnitt immer noch 20 Prozent mehr verdienen als Frauen. Die Gründe dafür liegen unter anderem in der Auswahl der Berufe, denn der Frauenanteil in technischen und gut bezahlten Branchen ist immer noch relativ gering, und in den zum Teil geringeren Gehaltsforderungen der Frauen. Die Unterschiede zwischen Ost und West sind vor allem in der Privatwirtschaft zu finden und im Gegenzug dazu haben sich die Tarife in der öffentlichen Verwaltung bereits angeglichen. Das Preisniveau bleibt jedoch im Osten der Republik im Schnitt niedriger, wie die Lebenshaltungskosten und die Mietpreise. Dies ist regional stark voneinander zu unterscheiden, deshalb solltest du bei den Gehaltsverhandlungen genau auf die Region und die Preise vor Ort achten.

Einkommen in Ost- und West-Deutschland

Tipps für Gehaltsverhandlungen

Wenn du eine Stelle für dich gefunden hast und zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurdest, solltest du vor allem beim Gehalt sehr aufmerksam sein und deine Vorstellungen einbringen. Zu verhandeln ist immer das Brutto-Jahresgehalt, deshalb solltest du vorher durchrechnen, was du von möglichen Brutto-Gehältern am Ende übrig behalten kannst. Allerdings sollten Auszubildende und Bachelorabsolventen auch darauf achten, Gehaltswünsche an die eigenen Qualifikationen und Erfahrungen anzupassen. Masterabsolventen oder Fachkräfte mit zusätzlichen Fähigkeiten und langjähriger Erfahrung haben eine bessere Ausgangsposition, ein höheres Gehalt zu verhandeln. Trotzdem sind ein faires Angebot und eigene Vorschläge möglich, wenn der Arbeitgeber im Gespräch von sich aus auf das Gehalt zu sprechen kommt. Weitere Tipps zur Bewerbung gibt es in dieser Übersicht.

Schlagworte:
 
GehaltGehaltsvergleichEinstiegsgehaltAusbildungsvergütung

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