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05.03.2015  
Berufe in der Stadt der Zukunft

Wie wollen wir morgen leben?

Städte sind die Herausforderung der Zukunft. Damit die Stadt von morgen lebenswert bleibt, sind deine Ideen gefragt. Hier finden sich vielfältige Berufsperspektiven.

Wissenschaftsjahr 2015

Möchtest du die Städte der Zukunft mitgestalten? Wir
stellen passende Studiengänge und Ausbildungs-
berufe vor.

Drei von vier Menschen in Deutschland leben in Städten. Und täglich werden es mehr. Städte stehen niemals still, dort entstehen Ideen, wird geforscht, erfunden und entwickelt. Das ist auch gut so, denn es gibt viel zu tun, damit unsere Stadt ein attraktiver Lebensort bleibt. Im Wissenschaftsjahr 2015, der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und Wissenschaft im Dialog (WiD), wird deutlich, wie intensiv Experten aus der Forschung an der Zukunft unserer Städte mitwirken.

Das Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt zeigt, wie schnell die Ideen aus den Forschungseinrichtungen vor Ort in den Rathäusern ankommen und gemeinsam mit den Bürgern umgesetzt werden. Woher kommt künftig unsere Energie, wie funktioniert die Wasserversorgung? Wie kommen wir von A nach B? Was können wir tun, damit die Stadt von morgen für Jung und Alt lebenswert bleibt? Wenn auch du die Zukunft unserer Städte mitgestalten möchtest, findest du eine bunte Palette interessanter Ausbildungsberufe und Studiengänge – vom Architekten bis zum Zimmerer. Sie bieten vielfältige berufliche Einsatzmöglichkeiten und werden mehr gebraucht denn je.

Rund um eine der wichtigsten Ressourcen der Welt

Sauberes Trinkwasser aus der Leitung ist für uns in Deutschland selbstverständlich. Wir nutzen es zum Trinken, Kochen und Händewaschen, aber auch für die Waschmaschine und die Toilettenspülung. Eine Person verbraucht im Durchschnitt etwa 120 Liter am Tag. Das sind riesige Wassermengen, die damit durch unsere Wasserhähne fließen und schließlich wieder im Abwasser landen. Ein nachhaltiger Umgang mit dieser lebenswichtigen Ressource ist eine große Herausforderung für die Stadt der Zukunft. Wasser ist kostbar und muss aufwendig aufbereitet werden. Und weil immer mehr Menschen in den Städten wohnen, wird dort auch immer mehr Wasser verbraucht. Hier sind Fachkräfte für Wasserwirtschaft gefragt.

Soll beispielsweise ein neues Kanalnetz gebaut werden, unterstützen sie Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Konzeption. Dabei wird es künftig zunehmend um die Frage gehen, wie die Ressource Wasser sparsamer und nachhaltiger genutzt werden kann, etwa durch Energiegewinnung aus Abwasser. Während der dreijährigen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule lernen angehende Fachkräfte für Wasserwirtschaft, wie man ein Baugelände vermisst und Pläne mithilfe von CAD-Software entwirft.

Bevor das Wasser aus dem Hahn kommt, muss es eine ganze Reihe an Prüfungen bestehen. Ist es frei von Krankheitserregern und sonstigen Schadstoffen? Fachkräfte für Wasserwirtschaft wissen, wie Wasserproben entnommen werden und welche rechtlichen Vorschriften dabei eingehalten werden müssen. Auch in Wasserschutzgebieten, Seen und Abwasseranlagen führen sie Messungen durch und analysieren sie. Berufliche Einsatzmöglichkeiten finden die Wasserprofis zum Beispiel in Wasserwirtschafts- und Umweltämtern, in Unternehmen der Wasserver- und -entsorgung oder Ingenieurbüros.

Holt euch die Wissenschaft ins Klassenzimmer

Wissenschaftsjahr 2015

Die Forschungsbörse der Wissenschaftsjahre ist eine Online-Plattform für den direkten Kontakt zwischen Wissenschaft und Schule. Mehr als 600 Forscherinnen und Forscher beteiligen sich bereits. Sie besuchen Schülerinnen und Schüler im Unterricht und begeistern sie für ihre Fachdisziplin.

Im Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt sind es Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus vielen Forschungsdisziplinen, so etwa aus der Ökologie, Ökonomie und Biologie, aber auch aus den Ingenieurswissenschaften, der Stadtentwicklung und Architektur, den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie, Geschichte oder Philosophie.

Unsere Lebenswelt von morgen planen

Städte sind Lebensraum für mehr und mehr Menschen, und sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse. Die Gesellschaft wird immer älter, gleichzeitig wollen wir mobil sein, dazu umweltfreundlich, nachhaltig und ressourcenschonend. Diesen vielfältigen Herausforderungen an die Stadt von morgen zu begegnen, ist Aufgabe von Stadtplanerinnen und Stadtplanern.

Wie soll sie aussehen, unsere Zukunftsstadt? Während des sechssemestrigen Bachelor-Studiums lernen die angehenden Stadtplaner, wie städtebauliche Planungskonzepte erstellt werden. Dabei versuchen sie, alle sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen an Städte und Gemeinden miteinander in Einklang zu bringen. In welchen Stadtvierteln werden mehr Schulen, Büros oder Einkaufszentren gebraucht? Wo leben vorwiegend ältere Menschen, wo eher Familien? Wie können Verkehrswege sinnvoll geführt werden? Wie können bereits vorhandene Flächen stärker genutzt werden, statt sie einfach neu zu bauen? Dazu erarbeiten Stadtplaner Struktur- und Standortanalysen. In der Quartiersentwicklung erstellen sie Neuordnungskonzepte und widmen sich etwa der Frage, wie bestimmte Stadtteile aufgewertet oder Innenstädte revitalisiert werden können.

Einsatzmöglichkeiten für Absolventinnen und Absolventen finden sich vor allem in der öffentlichen Verwaltung der Kommunen und in freien Stadtplanungsbüros, aber auch in Architektur-, Landschaftsplanungs- und Verkehrsplanungsbüros. Daneben bietet sich die Möglichkeit, ein weiterführendes Masterstudium anzuschließen, zum Beispiel "Infrastrukturmanagement", "Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung" oder "Geographie der Großstadt – Humangeographie".

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Damit die Lampe auch morgen noch brennt

Allein in den Städten werden weltweit drei Viertel der Energie verbraucht. Und unsere Ressourcen werden immer knapper. Das haben wir längst erkannt und tüfteln an innovativen Lösungen, um verantwortungsvoller damit umzugehen. Energiewende ist das Wort der Stunde: Nachhaltig und umweltfreundlich soll sie sein, unsere Energieversorgung. Auch unsere Enkel sollen noch Strom haben!

Wo kommt der Strom in der Stadt von morgen her? Der Bachelor-Studiengang Energiemanagement vermittelt das betriebswirtschaftliche und technische Grundlagenwissen, das für die Entwicklung intelligenter Energiekonzepte gebraucht wird. Ziel dabei ist es, die Ressourcen zu schonen, Umwelt und Klima zu schützen und dabei die Kosten gering zu halten. Nicht zuletzt muss gewährleistet sein, dass genügend Strom immer dann vorhanden ist, wenn und wo er gebraucht wird.

Dies alles müssen angehende Energiemanager im Blick haben. Sie wissen, wie man Energie einkauft und überlegen sich Lösungen, wie Energie aus Solar-, Wind- oder Wasserkraftwerken ins Stromnetz integriert werden kann. Beschäftigung finden sie zum Beispiel in Energieversorgungsunternehmen. Im Bereich Energieberatung und -management beraten sie Firmen und große Industriebetriebe im Hinblick auf die Senkung ihres Energieverbrauchs. In weiterführenden Masterstudiengängen, etwa "Erneuerbare Energien" oder "Nachhaltigkeitsmanagement", können Absolventinnen und Absolventen ihr Wissen vertiefen.

Mehr zum Wissenschaftsjahr 2015 auf Einstieg.com:

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