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23.10.2014  
Schauspieler werden

"Ich bin einfach zum Casting gegangen"

Schauspieler werden – ein Traum, der nur für wenige wahr wird. Wer keinen Platz an einer staatlichen oder privaten Schauspielschule ergattert, muss viel Glück haben. So wie Lukas Karlsch, der in der ZDF-Serie "Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen" eine Hauptrolle spielt. Anika Lautz

Schauspieler werden

Lukas Karlsch wollte mit 14 Jahren Schauspieler
werden und ist durch Zufall an eine Hauptrolle
gekommen. Heute spielt er in der ZDF-Serie
"Herzensbrecher" mit. © Anke Tillmann

Es ist Donnerstagmorgen und die meisten Schüler genießen gerade die letzten Tage der Sommerferien. Trotzdem herrscht am Gymnasium Rodenkirchen Hochbetrieb. Von Schülern ist allerdings nichts zu sehen. Stattdessen schleppen kräftige Männer schwere Kisten und jede Menge Technik aus Anhängern und Transportern in die Schule. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Umzug, entpuppt sich auf den zweiten als Vorbereitung von Dreharbeiten. Das Kölner Gymnasium ist zum zweiten Mal Schauplatz der ZDF-Familienserie "Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen". Heute werden die Szenen für die zweite Staffel gedreht.

Lukas Karlsch, der die Rolle des zweitältesten Sohns Tom spielt, sitzt gerade mit Serienvater Simon Böer in der Maske. Viel Platz ist in dem umgebauten Wohnmobil zwar nicht, zum Text durchgehen reicht es aber allemal. Dass sich die beiden gut verstehen, ist offensichtlich. Und wichtig, schließlich kommen beim Dreh einer ganzen Staffel ein paar gemeinsame Arbeitsstunden zusammen. Die Arbeit mit den Kollegen und einem großen Team ist auch das, was Lukas an der Schauspielerei so gut gefällt. "Es macht unglaublich viel Spaß, mit so vielen Leuten zusammenzuarbeiten", erzählt der 19-Jährige. "Und, dass man sich immer wieder in ein ganz anderes Leben hineinversetzen muss."

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Vom Kinderstar zum Herzensbrecher
In der Serie hat Lukas eine Rolle erwischt, die ihm liegt. Denn genauso wie die Figur Tom ist er an Wirtschaftsthemen interessiert. Deswegen hat er sich nach dem Abi auch für das Studienfach Betriebswirtschaftslehre entschieden. An der Cologne Business School studiert er mittlerweile im dritten Semester und hat sich auf Marketing und International Management spezialisiert. Zur Schauspielerei ist Lukas eher zufällig gekommen. "In der Zeitung wurden Laien für eine Serie gesucht", erinnert er sich. Erst beim Casting hat sich herausgestellt, dass es um die Hauptrolle in der Fernsehserie "Rennschwein Rudi Rüssel" ging. "Ich habe mich durchsetzen können und so hat alles angefangen."

Damals war er 14. Heute ist Lukas um ein paar Schauspielerfahrungen reicher. Auch bei "Danni Lowinski" und "Soko Köln" hatte er Gastauftritte. Ganz besonders ist ihm aber der Dreh von "Alarm für Cobra 11" in Erinnerung geblieben: "Ich habe ein Opfer gespielt und war in einem Keller eingesperrt. Das war echt aufregend, weil ich bis zum Kopf im Wasser hing." Probleme haben ihm die Drehtage während der Schulzeit keine gemacht. Und auch das Studium lässt sich gut mit der Schauspielerei vereinbaren.

Schauspieler werden – ohne Ausbildung hat man es schwer
Was nach dem Bachelor kommt, weiß Lukas noch nicht. "Ob ich erst einmal arbeite, den Master mache oder Schauspiel studiere, ist noch nicht in Stein gemeißelt", sagt er. Klar ist ihm aber, dass eine Schauspiel-Ausbildung in der Branche von Vorteil ist: "Es ist schwer, ohne Ausbildung und ohne Kontakte ins Schauspielgeschäft zu kommen. Das gilt auch, wenn man später in der Branche bestehen will." Bevor er sich weiter Gedanken um seine Zukunft machen kann, muss Lukas los. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät ihm, dass er sich beeilen muss. Der Drehplan ist eng getaktet. Auf dem Weg zum Set bestellt er sich aber am Catering-Wagen noch schnell einen Espresso. So viel Zeit muss sein!

Infos zur Serie "Herzensbrecher"

Die Serie "Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen" läuft immer samstags um 19:25 Uhr im ZDF.

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