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24. März 2014  

Logistik studieren

Waren auf Weltreise schicken

Deutsche Autos, Lebensmittel und Kuckucksuhren gehen als Exportgüter auf Weltreise. Doch wie kommt ein Produkt eigentlich von A nach B? Logistiker planen und steuern den gesamten Ablauf, von der Beschaffung bis zur Auslieferung. Nicole Traut
Logistik studieren

Logistiker sorgen dafür, dass rund um die Welt alles ist, wo es hin soll. © igarts – fotolia.com

Was sich abstrakt anhört, ist für Björn Büttgenbach Alltag. Als dualer Student bei der Deutschen Post DHL mit Fachrichtung Logistik sorgt er für den reibungslosen Strom von Gütern und kann sich dabei besonders für das Entwerfen von Logistikketten mit verschiedenen Verkehrsmitteln begeistern: "Es ist interessant zu sehen, was an Technik nötig ist und welche Regularien beachtet werden müssen, damit ein mit Kohle beladener 4.000-Tonnen-Güterzug durch die Lande fahren darf." Daher lernt Björn, welche Technik in den Fahrzeugen steckt, welche Gesetze eingehalten werden müssen und wie der Umschlag der Güter, also das Wechseln von einem Transportmittel zum nächsten, funktioniert. Die nötige Theorie büffelt er an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim. Jeweils alle drei Monate tauscht er so den Bürostuhl gegen einen Platz im Hörsaal.

Wer wie Björn Experte in Sachen Warenströme werden möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Studienschwerpunkten. Denn je nach Interesse, Studienfach und Hochschule kann der Fokus eher im Bereich Wirtschaft, Management, Technik oder Informatik liegen. Aber

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auch ein Bachelor in "Luftfahrttechnik/Luftfahrtlogistik", "Seeverkehr, Nautik und Logistik" oder "Logistics-Diagnostics and Design" ist möglich.Die besten Logistik-Hochschulen werden jährlich beim Ranking der "VerkehrsRundschau" ausgezeichnet. Den Titel "Beste Duale Hochschule 2013" gewann Björns Hochschule, die DHBW Mannheim. Im Bachelor-Studiengang "BWL – Spedition, Transport und Logistik" lernen die Studenten die Geschäftsfelder der Speditions-, Transport- und Logistikbetriebe in Theorie und Praxis kennen. Daneben stehen BWL, EDV, Fremdsprachen, Planspiele sowie Persönlichkeits- und Verkaufstraining auf dem Studienplan. "Das duale Studium erfordert eine gute Selbstorganisation", so Björn. "Manche Unternehmen setzen außerdem eine hohe Mobilität voraus, denn die Studenten müssen ja zwischen Hochschule und Firmenstandorten hin- und herpendeln. Es kann ab und zu anstrengend werden, dafür ist das duale Studium aber sehr praxisorientiert und macht viel Spaß!"

Neben der Hochschulreife und idealerweise einem Praktikum in der Logistik sollten Studieninteressierte laut Professor Thomas Wieske vom Institut für Logistikrecht & Riskmanagement an der Hochschule Bremerhaven Freude an Technik, Mathematik und Kommunikation mitbringen. Auch seine Hochschule gehört als "beste Fachhochschule 2013" zu den ausgezeichneten Logistik-Hochschulen. Im Bachelor "Transportwesen/Logistik" beschäftigen sich die Studenten mit Lagerlogistik, Verkehrssystemen, Makroökonomie, Recht, Fremdsprachen und Informatik. "Unsere Bachelor-Absolventen arbeiten in Industrie und Handel ebenso wie bei Speditionen und Frachtführern. Andere sind bei Beratungsunternehmen, Schadensbesichtigern oder Versicherungen tätig", weiß Wieske.

Doch wie gut geht es der Branche eigentlich? Laut dem "Logistik-Indikator" der Bundesvereinigung Logistik erwarten die meisten Unternehmen eine unverändert gute oder sogar noch verbesserte Geschäftsentwicklung für das erste Quartal 2014. Rund 2,85 Millionen Menschen sind aktuell bei Logistikdienstleistern und in den Logistiksparten von Industrie und Handel beschäftigt. Angestellte mit Hochschulabschluss verdienten 2012 laut einer Vergütungsstudie von "PersonalMarkt" durchschnittlich 50.515 Euro brutto im Jahr. Dabei gilt: Je größer das Unternehmen, desto besser sind meist die Verdienstchancen. Dank Globalisierung und Onlinehandel sehen die Chancen für Logistiker also nicht schlecht aus.

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Logistik

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