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28. September 2012  

Studiengänge mit Nachhaltigkeitsaspekt

Städte planen - Zukunft gestalten

Die Herausforderungen durch Klimawandel, demografische Entwicklung und Energiewende müssen auch bei der Gestaltung der Wohn- und Arbeitswelt gelöst werden. Stadtplaner und Bauingenieure spielen hier eine zentrale Rolle. Melanie Walkenbach
Stadtplaner

Angehende Stadtplaner planen schon mal die Zukunft. © Hochschule 21

Derzeit leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land – Tendenz steigend. Zwar wohnen die Deutschen nicht in Mega-Citys wie Tokio oder Mumbai. Doch auch hier gibt es jede Menge Arbeit für Stadtplaner und Bauingenieure. Stadtplaner kombinieren Wissen nicht nur aus den Gebieten Architektur und Bauingenieurwesen, sondern insbesondere auch aus der Geografie, der Stadtsoziologie und -ökonomie. "Nur so können wir wirkungsvolle Vorschläge für sinnvolle Veränderungen machen", erklärt Professor Michael Koch, Dekan des Bachelor-Studiengangs Stadtplanung an der HafenCity Universität Hamburg (HCU). Angehende Stadtplaner lernen während ihres Studiums städtebauliche, stadt- und regionalplanerische Methoden, Verfahren und Instrumente kennen und anwenden. Bei ihren Konzeptionen müssen sie dann auch die Anforderungen von Raumordnungsverfahren, Masterpläne und Kooperationen auf örtlicher und regionaler Ebene berücksichtigen. Typische Projekte behandeln beispielsweise die Frage, wie Nutzungsbranchen neu gestaltet werden können oder wie Bauten rund um Verkehrsknotenpunkte geplant werden, sodass Wohnen und Arbeiten optimal möglich sind und auch der öffentliche Personennahverkehr gestärkt wird. 

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Über den Tellerrand des eigenen Fachgebiets zu blicken, ist zwingend notwendig. Unter den Dozenten der HCU finden sich daher auch Wirtschaftswissenschaftler, Sozialwissenschaftler, Kulturwissenschaftler und Künstler. Zahlreiche geistes-, wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fächer stehen als Wahlfächer offen, Sprachkurse oder naturwissenschaftliche und technische Lehrveranstaltungen können ebenfalls gewählt werden. "Wichtig ist uns, dass die Studierenden auch die vielfältigen Chancen für die Persönlichkeitsschulung im Rahmen des Studiums wahrnehmen", findet Koch. "Stadtplanung ist nicht nur Maß-, sondern auch Überzeugungsarbeit – fast alles passiert im Team."

Lust auf kreatives und wissenschaftliches Arbeiten, Spaß am Suchen nach Erklärungen und der Wunsch, Einfluss auf die Lebenswelt von morgen zu nehmen – mehr muss man neben demUmgang mit dem Computer laut Koch eigentlich nicht mitbringen, um Stadtplaner zu werden. Dass er all dies hat, beweist Christian Strauß bereits seit längerem: Der Diplom-Ingenieur hat Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin sowie Raum- und Umweltplanung in Kaiserslautern studiert und promoviert derzeit zum Thema "Flächenmanagement in schrumpfenden Städten". Zunächst wollte er Architekt werden, merkte jedoch bald, dass ihm dies nicht reichen würde: Wie hängt die bauliche Qualität einer Siedlung mit der Lebensqualität der Bewohner zusammen? Wie nutzen wir den Raum so, dass er Konflikte zwischen Nachbarn, Ländern, Kontinenten löst? Das sind Fragen, die ihn damals interssierten – und denen er nun als Wissenschaftler nachgeht. Natürlich führt ihn seine Arbeit auch über die Landesgrenzen hinaus, beispielsweise in ein Forschungsprojekt zur Nutzung von Freiflächen in der brasilianischen Stadt Recife. Ein Projekt, bei dem ihm die soziale Dimension der Stadtplanung besonders bewusst wurde: "Während man sich hier über die grüne Lunge in einer Stadt freut und dort Feste feiert, haben die Menschen in den wachsenden Megastädten Brasiliens oftmals Angst vor Kriminalität und betreten diese Flächen gar nicht."

  1. Teil: Städte planen - Zukunft gestalten
  2. Teil: Alles neu? Nur selten
Schlagworte:
 
NachhaltigkeitUmweltIngeniuerwissenschaften

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