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10. Mai 2013  

Ausbildung bei der Polizei

Freund und Helfer werden

Straftäter verfolgen, Verkehrsunfälle aufnehmen und Grenzen überwachen – all das gehört zu deinen Aufgaben der Polizei. Doch was muss man mitbringen, um in der Ausbildung bei der Polizei zu bestehen und hauptberuflich Ordnungshüter zu werden? Nicole Traut
Ausbildung bei der Polizei

In der Ausbildung bei der Polizei gehören auch Verkehrseinsätze zum Alltag. © Polizei BW

Jeden Morgen um 7.25 Uhr startet für Hanna Barsch der Unterricht. Bis zum späten Nachmittag beschäftigt sie sich nun mit Recht, Taktik, Psychologie, Schießtraining, Abwehr- und Zugriffstechniken. "Ich stehe gerne für Gerechtigkeit ein und stelle mich schützend vor Schwächere. Außerdem mag ich den Umgang mit Menschen", begründet die angehende Polizistin ihre Berufswahl. Nach dem Abi hat sich die heute 24-Jährige für die Ausbildung bei der Polizei entschieden. Wer sich wie Hanna für den mittleren Polizeidienst* interessiert, muss entweder einen Realschulabschluss mitbringen oder aber nach dem Hauptschulabschluss eine Berufsausbildung absolviert haben. Natürlich sind auch (Fach-)Abiturienten bei der Polizei willkommen. Alle Bewerber müssen ein Auswahlverfahren durchlaufen, in dem sie neben ihrem Allgemeinwissen, ihren geistigen und sprachlichen Fähigkeiten auch ihre Sportlichkeit unter Beweis stellen müssen – Liegestütze und Langstreckenlauf inklusive.

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 In den meisten Bundesländern haben die angehenden Polizisten zweieinhalb Jahre Ausbildung vor sich. Bremen, Hessen und Niedersachsen bilden jedoch nicht mehr für den mittleren Dienst aus. In Rheinland-Pfalz können Bewerber mit Realschulabschluss stattdessen eine zweijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Assistenten für Polizeidienst und Verwaltung durchlaufen und gleichzeitig die Fachhochschulreife erwerben.

Recht und Sicherheit


Im ersten Jahr der Ausbildung im mittleren Dienst lernen die Neulinge alles über Kriminalistik, Sicherheitslehre, Verkehrs- und Strafrecht. Auch Deutsch, Englisch und Sport stehen auf dem Unterrichtsplan der Polizei. Neben diesen eher theoretischen Inhalten will aber auch der Umgang mit der Dienstwaffe gelernt sein. Regelmäßige Praktika im Schutz- und Streifendienst der Polizeidienststellen ergänzen die Ausbildung in der Polizeischule. Das kann ganz schön anstrengend sein, weiß Polizei-Azubi Michel Meisel zu berichten, der es in seinem Praktikum direkt mit einem Großbrand zu tun bekam: "In dem ganzen Chaos mussten wir erst einmal prüfen, ob Menschen gefährdet waren, und anschließend die Schaulustigen fernhalten." Um Extremsituationen wie diese souverän meistern zu können, lernen die angehenden Polizeimeister nicht nur, wie man Verkehrsunfälle professionell aufnimmt, sondern auch, wie man mit flüchtenden Straftätern oder psychisch Kranken umgeht. Auch Hanna hat in ihren ersten Tagen auf Streife bei der Polizei manch brenzlige Situation erlebt, unter anderem einen Suizid. Doch das Positive überwiegt, ihre Berufsentscheidung hat sie nicht bereut: "Es gibt keinen Tag, an dem zweimal das Gleiche passiert. Außerdem lernt man jeden Tag neue Menschen kennen und kann manchen von ihnen sogar helfen!"

* Neben dem mittleren gibt es noch den gehobenen und höheren Polizeidienst. Wer beispielsweise Polizeikommissar werden möchte, muss dafür ein Studium an der Polizeihochschule absolvieren. Die Ausbildung bei der Polizei ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Neben der Ausbildung bei der Landespolizei kann man sich auch beim Bund für den mittleren Polizeivollzugsdienst bewerben. Polizeimeister der Bundespolizei arbeiten später im Objektschutz, bei der Grenzüberwachung oder in der Luftsicherheit auf Flughäfen.

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