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30. März 2012  

Studium und Ausbildung in der Logistik-Branche

Fachkräfte dringend gesucht

Schon seit Jahrhunderten wird in der Logistik-Branche der Transport von Gütern und Waren organisiert. Heute sind dafür Management-Qualitäten gefragt – sowohl in der Ausbildung als auch im Studium. Hanna Koch

Waren ausliefern und die Verteilung von Gütern organisieren, das macht Logistik aus – schon seit Hunderten von Jahren. "Logistik ist die älteste wirtschaftliche Disziplin überhaupt", sagt der Wirtschaftsprofessor Otto Jockel. Der Logistik-Experte ist Präsident der Hochschule Neuss, deren Studiengänge sich ganz auf Logistik und Handel fokussieren. Er hat schon oft erlebt, dass sich Schüler unter dem Begriff Logistik oder einem Logistik-Studium nur wenig vorstellen können. Dabei habe die Logistik so viele unterschiedliche und spannende Sparten, meint Jockel. Fast jedes Unternehmen besitze heute eine eigene Logistik- Abteilung. "Deswegen werden Fachkräfte dringend gesucht", sagt der Wirtschaftsprofessor.

Entsprechend groß ist das Angebot für Studienanfänger, und auch, wer eine Ausbildung macht, kann zwischen mehreren Bildungsgängen wählen. Bei den kaufmännischen Lehrstellen gibt es die Möglichkeit, sich schon frühzeitig auf einen Bereich zu spezialisieren: etwa als Schifffahrtskaufmann oder als Servicekauffrau im Luftverkehr.

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 Doch nicht nur kaufmännisches Wissen ist in der Logistik gefragt, auch Organisation ist wichtig, etwa bei großen Lagerbeständen. Dort arbeiten beispielsweise die "Fachkräfte für Lagerlogistik", die in einer dreijährigen Ausbildung lernen, wie Warenlager reibungslos funktionieren. Viele Universitäten und Fachhochschulen bieten betriebswirtschaftliche Studiengänge mit Logistik-Spezialisierungen an, das gleiche gilt für das Wirtschaftsingenieurwesen. Hinzu kommen zahlreiche Studiengänge, die einen Fokus auf bestimmte Bereiche der Logistik setzen, etwa auf Luftfahrtlogistik, Produktionsmanagement oder Transportwesen.


Mathematik steht an Universitäten und Fachhochschulen mit auf dem Stundenplan der Logistik-Studiengänge. Genauso wie Betriebswirtschaftslehre gehört das Fach zum Grundlagenwissen von Logistikern. Abiturienten sollten in jedem Fall darauf achten, an welcher Fakultät die Logistik-Studiengänge angesiedelt sind – denn das gibt bereits Aufschluss über die Inhalte des Studiums. Zum Beispiel an der TU Dortmund: Dort ist die Logistik-Abteilung dem Maschinenbau angegliedert. Daher besuchen die Studenten dort Kurse in Elektrotechnik und Mechanik – auch wenn der Bachelor-Studiengang schlicht "Logistik" heißt. An der Hochschule Stuttgart ist der Studienbereich Informatik für die Logistik zuständig – im Fach "Informationslogistik" spezialisieren sich die Studenten dementsprechend auf Themen wie E-Commerce oder Datenanalyse.

Doch es gibt auch viele Bachelor-Studiengänge, die sich ganz auf die Logistik konzentrieren, oftmals mit hohem Praxisanteil oder gleich als dualer Studiengang. So wie an der Hochschule Neuss, wo Professor Otto Jockel stolz darauf ist, viele Partner aus der Wirtschaft gefunden zu haben. Die Hochschule kooperiert mit unterschiedlichsten Firmen, darunter Speditionen wie Dachser, aber auch Handelsunternehmen wie TK Maxx. Auch der Waschmittel- und Kosmetikkonzern Henkel lässt seinen Logistik- Nachwuchs an der Neusser Hochschule ausbilden.

Generell stehen die Chancen für Nachwuchskräfte in der Logistik gerade sehr gut. Laut einer Studie der Bundesvereinigung Logistik haben mehr als die Hälfte der Logistik-Unternehmen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Sie brauchen also dringend Fachkräfte, die eine Ausbildung oder ein Studium in der Logistik absolviert haben – und die sich in der Welt des Güter- und Warenverkehrs gut auskennen.

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