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15. April 2015  

Wege ins Hotel- und Tourismusmanagement

Die ganze Welt als Arbeitsplatz

Die Karrierechancen in der Hotel- und Tourismusbranche sind mehr als gut. Zum einen, weil der Nachwuchs fehlt und zum anderen, weil Schülern nach der Ausbildung oder dem Studium die ganze Welt offen steht.

Die Karrierechancen in der Hotel- und Tourismusbranche sind sehr gut.

Was würden wir im Urlaub, am Wochenende und auch unter der Woche nur ohne sie machen: In Restaurants, Bars und Hotels können wir den oft so anstrengenden Alltag vergessen und uns fast jeden Wunsch erfüllen lassen. Das Konzept der Gastronomie-, Hotel- und Tourismusbranche funktioniert auch deswegen so gut, weil Köche, Kellner, Zimmermädchen, Rezeptionisten und viele weitere bis hin zu den Hoteldirektoren einen möglichst reibungslosen Ablauf und einen hervorragenden Service garantieren. Das wissen die Gäste zu schätzen und sorgen mit ihrem Besuch für Umsatz. Entsprechend gut sind auch die Jobaussichten. Dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA zufolge ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Gastgewerbe in den vergangenen zehn Jahren um fast 30 Prozent gestiegen. In der gesamten Wirtschaft waren es dagegen nur 14 Prozent. Doch obwohl die Berufe in der Branche vielfältig und die Jobchancen gut sind, fehlt es an geeignetem Nachwuchs.

Die Ausbildungschancen stehen gut 

2003 gab es noch mehr als 93.000 Auszubildende, 2013 waren es nur noch rund 63.000. Dass sich immer weniger Schüler für eine Ausbildung in der Hotellerie und Gastronomie entscheiden, ist eigentlich verwunderlich. Denn wer Spaß an seinem Job und Lust auf immer neue Herausforderungen hat, kann schnell Karriere machen. Innerhalb kurzer Zeit können Köche zu Küchenchefs und Hotelfachleute zu Hoteldirektoren werden. "Es gibt Leute, die mit 32 Jahren die Verantwortung für ein ganzes Unternehmen haben. Das ist in kaum einer anderen Branche möglich", erklärt David Depenau, Vorstandsmitglied bei der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland und Geschäftsführer des Ferien- und Freizeitparks Weissenhäuser Strand. Und nicht nur das. Fachkräfte in der Hotel- und Tourismusbranche sind nie fest an einen bestimmten Ort gebunden. "Uns stehen alle Möglichkeiten offen, und das weltweit", so Depenau. "Wir können morgen sagen ‚Ich bin dann mal weg‘ und in der Schweiz, Brasilien oder auf den Malediven arbeiten."

Internationales Hotelmanagement studieren 

So wie Friederike Tomp. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau drei Jahre in Deutschland, Schottland und der Schweiz gearbeitet. "Ich wollte meine praktischen Kenntnisse vertiefen und mein Englisch etwas aufpolieren", berichtet die 33-Jährige. Weil sie sich noch mehr Fach- und Hintergrundwissen aneignen wollte, hat sie sich danach an der IUBH School of Business and Management in Bad Honnef eingeschrieben und "Internationales Hotel- und Tourismusmanagement" studiert. In dem englischsprachigen Studiengang bekam sie vor allem betriebswirtschaftliche Grundlagen vermittelt. Es gab aber auch Unterricht im Restaurant-Management, Hotelimmobilien-Management und E-Commerce. "Im fünften und sechsten Semester konnte ich meine Kurse zum Teil selbst wählen und eigene Schwerpunkte setzen. Zur Auswahl standen zum Beispiel Marketing, Sales and Distribution und Human Resources Management", so Tomp.

Rauf auf die Karriereleiter

Die Entscheidung für ein Studium fällen immer mehr Fachkräfte in der Branche. Wer sich zum Gang an die Hochschule entschließt, findet im Hochschulkompass, der Datenbank der Hochschulrektorenkonferenz, rund 40 private und staatliche Hochschulen, die deutschlandweit mehr als 50 Bachelor-Studiengänge mit dem Schwerpunkt Hotel, Gastronomie und Tourismus anbieten. Ob Hospitality Management, Tourismuswirtschaft, Business Administration oder International Management – Ziel der Studiengänge ist es, die Studenten auf leitende Funktionen in der Hotellerie und im Tourismus vorzubereiten. Absolventen können zum Beispiel Führungspositionen in Hotels übernehmen, aber auch bei Fluggesellschaften, am Flughafen, bei Reiseveranstaltern oder Online-Buchungsportalen arbeiten.

Was zählt, ist die Praxiserfahrung 

Friederike Tomp ist heute stellvertretende Hoteldirektorin im Fleming´s Deluxe Hotel Frankfurt-City. Auch wenn das Studium zum direkten Berufseinstieg qualifiziert, ohne Ausbildung und Berufserfahrung hätte sie sich schwer getan. "In meinem Studium war ein halbes Jahr Praktikum vorgesehen. Aber in der kurzen Zeit sieht man noch nicht viel von einem Hotel", erklärt die 33-Jährige. Das sieht auch David Depenau so: "Eine Ausbildung ist zwar keine Voraussetzung, aber sinnvoll. Hotellerie und Gastronomie sind einfach praxisnahe Branchen." Aus diesem Grund werden häufig auch duale Studiengänge angeboten. Sie haben den Vorteil, dass Theorie und Praxis direkt miteinander verbunden werden und Absolventen neben dem Bachelor-Abschluss entweder eine komplette Berufsausbildung oder jede Menge Praxiserfahrung in der Tasche haben.

Dass eine Ausbildung schnell zu einer Übernahme im Betrieb führt, liegt bei dem hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften nahe. Aber auch nach dem Studium stehen die Chancen gut, schnell einen Job zu finden. Durch die integrierten Praxisphasen und zahlreichen Unternehmenskooperationen knüpfen Studenten wichtige Kontakte – auch für die Zeit nach der Hochschule. Und selbst wenn sich keine konkreten Jobangebote direkt im Anschluss an Ausbildung und Studium ergeben, ist das kein Grund zur Sorge. Denn dank der boomenden Tourismus-Branche und dem großen Online-Stellenmarkt finden Tourismus- und Hotel-Fachkräfte schnell einen passenden Arbeitgeber.

Praktikum als Selbsttest

Bevor sich Schüler allerdings für oder gegen eine Karriere in der Hotel- und Tourismusbranche entscheiden, sollten sie erst einmal herausfinden, ob ihnen der Job überhaupt Spaß macht. Am besten funktioniert das über Praktika. Denn das Arbeiten ist, wie in jedem anderen Beruf, mit Herausforderungen verbunden. Dazu gehören zum Beispiel die wechselnden Arbeitszeiten – in Hotels und Gaststätten wird nämlich vor allem abends, am Wochenende und feiertags gearbeitet. Aber auch bestimmte Eigenschaften sind gefordert. "Man sollte multikulturell interessiert, weltoffen und sprachenaffin, belastbar und spontan sein", fasst Depenau zusammen. Schulnoten seien dagegen nicht ganz so entscheidend. "Wichtig ist, wie ein Mensch ankommt, ob er sich und andere begeistern und ob er gut mit dem Gast umgehen kann." Um eine Sache käme man allerdings nicht herum: "Englisch muss sitzen!"

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