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30. August 2010  

Beruf: Personal Shopper

Klamotten shoppen ist ihr Job

Durch Trendboutiquen und Designergeschäfte bummeln, mit spannenden Persönlichkeiten der Modewelt per Du sein – der Arbeitsalltag eines Personal Shoppers klingt glamourös. Doch der lange Weg zum Erfolg beginnt in Schneiderei und Stofflager. Maja Roedenbeck
Personal Shopper

Personal Shopper Anna Krukover (l.) findet für ihre Kundinnen immer das passende Kleid.

Wenn Anna Krukover ihren Sohn morgens in den Kindergarten bringt, trägt sie Jeans und TShirt wie alle Mütter. Doch wenn sie Leon abholt, fragen die Erzieherinnen: "Was haben Sie denn heute noch Schönes vor?" Denn inzwischen hat die 30-Jährige ein professionelles Make-up aufgelegt und sich elegant mit einem Hauch Extravaganz gestylt: "Ich  kombiniere genau drei Farben für jedes Outfit und wähle auffällige Accessoires wie Gürtel, Kette oder Brosche." Aber nicht, um schick auszugehen, sondern weil sie als Personal Shopper arbeitet, als Einkaufsberaterin. Und wer seine Kunden in Stilfragen berät, sollte selbst Stil haben.

 

Beim Designer lernen

Doch bis dahin war es ein langer Weg: Der Begriff Personal Shopper ist nicht geschützt, und es gibt keinen klassischen Ausbildungsweg. Um Reiche und Prominente als Stammkunden zu gewinnen und Stundenhonorare von 80 Euro zu erzielen, braucht es im Idealfall ein Modedesignstudium, einschlägige praktische Erfahrungen, Extraqualifikationen wie Fremdsprachen und gute Kontakte in der Modewelt.

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Anna Krukover, eine gebürtige Ukrainerin, besuchte in der Heimat zunächst eine private Modeschule und jobbte als Model. Mit achtzehn kam sie nach Deutschland und fing als Assistentin bei Paltó Berlin an: "Ich kann den Berufseinstieg bei einem Designer nur empfehlen. Bei Paltó habe ich einfach alles über Mode gelernt: über die Stoffe, die Schnitte, die Anprobe, die Entwicklung einer ganzen Kollektion." Nach zwölf Jahren Berufserfahrung im Modegeschäft hatte Anna genug Selbstbewusstsein und Know-how gesammelt, um sich als Personal Shopper selbstständig zu machen. Andere Einkaufsberater arbeiten fest angestellt in Luxuskaufhäusern oder als Stylisten für Fotografen und Theaterproduktionen.

Mit Touristinnen durch die Modeparadiese der Stadt

Während Leon im Kindergarten spielt, trifft sich seine Mutter im Hotel mit ihren Kundinnen. Das sind zum Beispiel russische Touristinnen, die eine "Shopping in Berlin"-Tour gebucht haben. Zuerst stellt Anna ein paar Fragen: Welchen Kleidungsstil bevorzugen Sie? Gehen Sie mit den Trends? Wie viel Geld können wir heute ausgeben? Und dann geht's los, drei Stunden durch die Modeparadiese der Stadt, von H&M bis ins KaDeWe, wo die Kleidung mit Goldfäden genäht und mit Diamantenstaub besetzt ist. Lieber als mit Touristen arbeitet Anna mit Stammkunden: "Es ist einfacher, wenn das Vertrauen schon aufgebaut ist. Anstrengend sind dann höchstens noch die Männer, die mitkommen, um aufzupassen, dass ich ihre Frauen nicht verunstalte. Aber wenn die Männer zufrieden sind, kommen auch die Frauen wieder." Oder sie laden Anna zum "Kleiderschrank-Check“ nach Hause ein. Dort sortiert sie den Klamottenbestand ihrer Kundinnen um, schlägt neue Kombinationen vor und überlegt, was fehlt und bei der nächsten gemeinsamen Shoppingtour unbedingt in die Tüte gehört.

 

Ein guter Personal Shopper braucht

• ein Faible für Mode, ein Gespür für Trends

• Kommunikationstalent, Einfühlungsvermögen

• vielfältige Praktika, Berufserfahrung oder Weiterbildungen in der Modewelt (Ausbildung als Modeverkäuferin reicht nicht!)

• bei Selbstständigkeit: Fähigkeit zum Selbstmarketing

 

Link-Tipp

 

Mehr zu Anna Krukover erfahrt ihr unter: www.anna-ps.de

Schlagworte:
 
ModeFashionKleidungTextil

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