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14. Juli 2017  

Schulabschluss

Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss steigt

In Deutschland verlässt jeder 17. Jugendliche die Schule ohne Abschluss und verschlechtert damit seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Die aktuelle Caritas-Bildungsstudie zeigt, dass bundesweit insgesamt 47.435 Jugendliche die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen haben. Die Studie greift auf Daten aus dem Jahr 2015 aus über 400 kreisfreien Städten und Kreisen zurück. Demnach stieg die Quote bundesweit auf 5,9 Prozent und liegt damit über dem Niveau der Jahre 2014 und 2013 mit 5,7 bzw. 5,6 Prozent. 

Caritas-Präsident Peter Neher appelliert deshalb an alle Verantwortlichen, benachteiligte Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu fördern. „Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen, haben deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz, schlechte berufliche Perspektiven und weniger Aussicht auf ein Leben unabhängig von staatlichen Leistungen“, so Neher. 

Vergleicht man die Bundesländer, so zeigen sich deutliche Unterschiede. Während die Quote der Schulabbrecher ohne Hauptschulabschluss 2015 in Hessen bei 4,2 Prozent lag, betrug sie in Sachsenanhalt 9,9 Prozent. In einigen Bundesländern ist die Zahl deutlich gestiegen: in Hamburg von 4,9 auf 6 Prozent, in Rheinland-Pfalz von 5,6 auf 6,4 Prozent und in Sachsen-Anhalt von 9,2 auf 9,9 Prozent. In Hessen und Brandenburg von 4,9 auf 4,2 Prozent bzw. von 7,8 auf 7,1 Prozent gesunken. Auch auf Kreisebene schwanken die Quoten stark.

Neben der Schulpolitik und sozioökonomischen Struktur ist auch der politische Wille vor Ort entscheidend. „Ein Miteinander von Politik, Schule, Jugendamt, Arbeitsamt, Wohlfahrtspflege und Wirtschaft kann dazu führen, dass mehr Jugendliche einen Abschluss schaffen“, macht Caritas-Präsident Neher deutlich.  Das Miteinander von Hilfen und Angeboten wie Schulsozialarbeit, früher Förderung, Berufsberatung, Berufsorientierung und Elternarbeit entscheidend trägt dazu bei, dass Kinder und Jugendliche ihren Hauptschulabschluss schaffen. Dies zeigen Befragungen von Caritas-Experten in Kreisen und Städten mit niedrigen Quoten von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss. 

Quelle: Pressemittteilung Deutscher Caritasverband e.V.
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