Home
25. Juli 2017  

Top-Arbeitgeber der Schüler

Wo Schüler arbeiten möchten

Der Öffentliche Dienst überholt im Ranking erstmals die Automobilindustrie und ist die beliebteste Branche der Schüler für den Berufseinstieg.

Nach der Schule möchte ein Viertel der deutschen Schüler im Öffentlichen Dienst arbeiten. Das ergab das trendence Schülerbarometer 2017, eine der größten repräsentativen Karrierestudien in Deutschland mit über 20.000 befragten Schülern. Damit löst der Öffentliche Dienst erstmals die Automobilindustrie als beliebteste Branche für den Berufseinstieg ab.

 


Polizei bleibt beliebteste Arbeitgeber

Die Bewegung im Branchenranking hat auch Auswirkungen auf das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber. Unter den Top 3 Wunsch-Arbeitgebern der Schüler sind mit Polizei und Bundeswehr gleich zwei Arbeitgeber des Öffentlichen Dienstes vertreten. Dabei ist die Polizei wie im Vorjahr der beliebteste Arbeitgeber. Knapp 14 Prozent der Jungen und 17 der Mädchen gaben diesen Berufswunsch an. Die Bundeswehr macht einen Platz gut (von vier auf drei) und adidas komplettiert mit Platz zwei die Top 3. Die Autobauer verloren dagegen an Attraktivität. In diesem Jahr kommen BMW und Audi erst auf Platz vier und fünf. Auch Porsche (Platz 7) verlor an Attraktivität. Die Studienmacher sind sich aufgrund der Ergebnisse sicher, dass das Image der Autoindustrie durch die jüngsten Skandale gelitten hat. Der Wunsch nach einem Beruf im Öffentlichen Dienst hängt auch mit der Sehnsucht nach mehr Sicherheit zusammen. 

Handel und Automobilbrache verlieren an Attraktivität

Neben der Automobilbrache verliert aber auch der Handel, Wunschbrache Nummer 3, an Attraktivität und liegt nur noch knapp vor der Konsumgüterindustrie. Von dieser Entwicklung ist vor allem H&M betroffen. Das Unternehmen verliert im Vergleich zum Vorjahr mehr als jeden vierten Bewerber, muss seine Position als Branchenprimus erstmals an das schwedische Möbelhaus IKEA abgeben und liegt Punktgleich mit dm auf Rang 2. Lidl (Rang 51) überholt Aldi Süd (Rang 54) und ist damit erstmals beliebtester Arbeitgeber im Lebensmitteleinzelhandel. 

Orientierung in der Berufswahl

30 Prozent der Schülerinnen und Schüler wissen noch nicht, was sie nach ihrem Schulabschluss machen wollen. Das sind zehn Prozent mehr als noch im Jahr 2016. Neben den Eltern, mit denen sich vier von fünf Schülern über ihre berufliche Zukunft unterhalten, haben zwei Drittel aller Schüler Idole aus Musik, Internet und Co., von denen sich 82 Prozent über Arbeitgeber informieren würden, die ihnen ihr Idol vorstellt. Obwohl bereits zwei Drittel aller Schulen Veranstaltungen zum Thema Berufsorientierung anbieten, wünschen sich 44 Prozent noch mehr Hilfe seitens der Schule. 

Digitale Kompetenzen sind nicht selbstverständlich

Zwar gehören die Schüler zu den Digital Natives und 99 Prozent informieren sich online über Ausbildung, Studium und Beruf, doch zu den Digitals, also Menschen mit besonders ausgeprägten Digitalen Kompetenzen, zählen nur 15 Prozent. „Nur weil die Schüler von heute zu den Digital Natives zählen, sind sie noch lange keine Experten fürs Digitale“, so trendence-Geschäftsführer Holger Koch. „Es reicht nicht, junge Leute einzustellen und darauf zu hoffen, dass sie ein Unternehmen in die digitale Moderne führen. Vielmehr müssen Arbeitgeber gezielt nach Menschen mit einem digitalen Mindset suchen – und in die Ausbildung der digitalen Kompetenzen ihrer Azubis investieren.“ Besonders gut gelingt dies in den Branchen Consulting und Telekommunikation (zwei von fünf Bewerbern). Ist es in den Branchen Elektrotechnik und IT-Dienstleistungen immerhin jeder Vierte, so zählen im Handel nur sechs Prozent zu den Digitals. 

Schlagworte:
 
BerufswahlÖffentlicher DienstArbeitgeber

Unternehmen stellen sich vor

Mehr zum Thema