Home
12. Oktober 2017  

Berufliche Bildung stärken

Mehr Unterstützung für Berufsschulen und Kleinbetriebe

Um den Stellenwert der beruflichen Bildung in Deutschland zu stärken, müssen Politik und Wirtschaft entsprechende Maßnahmen und Initiativen ergreifen.

„Trotz anhaltend hoher Beschäftigung und einer neuen Rekordzahl offener Stellen in der Wirtschaft, geht die Zahl der Auszubildenden und der ausbildenden Betriebe, vor allem im kleinbetrieblichen Bereich, weiter zurück. Wir laufen damit Gefahr, den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen“, warnt der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser. „Denn die Auszubildenden von heute sind die in der deutschen Wirtschaft so dringend benötigten Fachkräfte und Meister von morgen.“ Angesichts des herrschenden Bildungstrends sowie der demografischen Entwicklung benötigen vor allem Klein- und Kleinstbetriebe dringend mehr Unterstützung im Wettbewerb mit Hochschulen und Großbetrieben um Nachwuchs. Da diese Betriebe laut Esser das Rückgrat der Wirtschaft bilden, gilt es vor allem, die Ausbildungsbereitschaft und -fähigkeit von Klein- und Kleinstbetrieben in Handwerk und Industrie zu stärken. 

Da vor allem Kammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen nah an den Betrieben sind und deren Vertrauen genießen, sieht Esser vor allem Selbstorganisation der der Wirtschaft gefordert. Von der Berufsorientierung über die Ausbildungsvertragsanbahnung bis zur Ausbildungsbegleitung bietet die Wirtschaft entsprechende Services und Dienstleistungen. Mithilfe der Politik müssen die Rahmenbedingungen verbessert und die Umsetzung ausbildungsunterstützender Instrumente, wie zum Beispiel die Einstiegsqualifizierung oder die Assistierte Ausbildung, begleitet werden. 

Damit die Maßnahmen greifen, müssen Klein- und Kleinstbetriebe als Ausbildungsbetriebe und als Anbieter ansprechender Beschäftigungsperspektiven für junge Leute interessant werden. Dazu müssen vor allem die Ausbildungsqualität, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Vergütungen sowie die Aufstiegsmöglichkeiten verbessert werden. Sollte es dort keine erkennbare Entwicklung geben, wird der Trend in die Hörsäle und weg von den Werkbänken weiter anhalten. 

Zudem ist die Politik gefordert, die Berufsschule wieder als gleichberechtigten zweiten dualen Lernort zu etablieren. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt sind Investitionen in die Ausstattung der Berufsschulen bis hin zu Initiativen zur Lehreraus- und - fortbildung dringend notwendig. Vor allem in gewerblich-technischen Fächern zeichnen sich in den Berufsschulen Nachwuchsprobleme ab. „Lehrer und Lehrerin an berufsbildenden Schulen muss wieder ein attraktiver Beruf werden“, so Esser.


Quelle: Pressemitteilung BIBB 
Schlagworte:
 
Berufsschuleberufliche BildungHandwerkIndustrie

Unternehmen stellen sich vor

Mehr zum Thema