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15. November 2017  

Ganztagsschulenausbau

Mehr Lehr- und pädagogische Fachkräfte nötig

Der Ausbau der Ganztagsschulen kommt überall in Deutschland voran. Chancen auf einen Platz an einer Ganztagsschule haben aber noch längst nicht alle Kinder.

Ein flächendeckender und qualitativer Ausbau könnte gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam bewältigt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Zu Beginn des Jahrtausends gab es bundesweit nur etwa für jeden zehnten Schüler einen Ganztagesplatz. Im Schuljahr 2015/2016 standen schon viermal mehr Plätze zur Verfügung. Zwar ist der Ausbau der Ganztagsschulen deutlich zu erkennen, die Erwartungen der Eltern aber noch größer. Fast drei Viertel wünschen sich für ihr Kind einen Ganztagesplatz.

Hinzu kommt, dass der Ausbau seit 2009, also seit dem Ende des Investitionsgesetzes des Bundes nur noch langsam voranschreitet. Bei gleichem Tempo würde es noch vier Jahrzehnte dauern, bis ein flächendeckendes Angebot für alle Schüler bereitstehen würde. Für Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, ist deshalb klar: „Die neue Bundesregierung muss dem Ganztagsausbau Priorität geben. Gute Ganztagsschulen sind ein Motor für die Chancen von Kindern und Jugendlichen. Der Ganztagsausbau ist von den Eltern gewollt, pädagogisch geboten und finanziell machbar. Wir brauchen jetzt einen nationalen Kraftakt für gute Ganztagsschulen. Bund, Länder und Kommunen können die nötigen Investitionen nur gemeinsam bewältigen."

Berücksichtigt man die steigenden Schülerzahlen, müssen bis zum Jahr 2025 weitere 3,3 Millionen Ganztagesplätze geschaffen werden. Diese Entwicklung schlägt sich auch auf den Arbeitsmarkt nieder. Um weiterhin entsprechend hohe Qualitätsstandards erfüllen zu können, werden für den Ausbau rund 31.400 zusätzliche Lehrkräfte sowie 16.200 weitere pädagogische Fachkräfte wie Sozialpädagogen und Erzieher benötigt. 

Pressemittteilung: Bertelsmann Stiftung
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LehrerPädagogeGanztagsschule

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