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07. November 2017  

Familienstudie

Kulturelle Bildung gut für ein erfolgreiches Leben

Eltern sehen kulturelle Bildung als wichtige Grundlage für den Lebenserfolg ihrer Kinder an. Wie stark sie ihren Nachwuchs fördern, hängt jedoch wesentlich vom Bildungshintergrund und den finanziellen Verhältnissen der Eltern ab.

Zu diesen Ergebnissen kommt nun die repräsentative Studie „Eltern/Kinder/Kulturelle Bildung. Horizont 2017“, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag des Rates für Kulturelle Bildung durchgeführt hat. „Über neunzig Prozent der Eltern sagen, Kulturelle Bildung fördere die Entwicklung ihrer Kinder. Gemeinsame Kulturaktivitäten gelten ihnen als zentraler Baustein für den familiären Zusammenhalt. Doch gleichzeitig stellen wir fest, dass Kinder aus bildungsferneren Familien zu Hause weniger gefördert werden und seltener außerschulische Kulturangebote wahrnehmen, vielfach aus finanziellen Gründen. Das ist kein gutes Zeugnis für die Bildungs- und Familienpolitik unserer Gesellschaft“, so Prof. Dr. Eckart Liebau, Vorsitzender des unabhängigen Beratungsgremiums.

Stärker als alle anderen betrachteten Bedingungen bestimmt der Faktor Bildung das kulturelle Familienleben. Eltern, die einen mittleren oder einfachen Bildungsabschluss haben, trauen sich weniger als Akademiker zu, ihre Kinder musikalisch oder künstlerisch zu unterstützen. Nur ein Viertel von Ihnen ist davon überzeugt, dass sie ihren Kindern in diesen Bereichen ausreichend helfen können. Diese Tatsache führt allerdings nicht dazu, dass ihre Kinder außerhalb von Kita und Schule an angeleiteten Kulturangeboten teilnehmen. Mütter und Väter mit niedrigem Bildungsstand sind daran sogar unterdurchschnittlich interessiert. 

Liebau fordert: „Wenn der Bildungshintergrund der Eltern die Bildungschancen ihrer Kinder derart stark bestimmt, sind Staat und Gesellschaft noch wesentlich stärker gefordert als bislang: Zuallererst muss die vorschulische kulturelle Bildung weiter massiv ausgebaut werden. Zweitens muss der Unterrichtsausfall auch in den künstlerischen Fächern bundesweit gestoppt werden. Drittens sind familien- und sozialpolitische Instrumente wie das Kindergeld und das Bildungs- und Teilhabepaket so zu verändern, dass sie jene Kinder tatsächlich erreichen, die in ihren Familien aus sozioökonomischen Gründen nur geringe Unterstützung bei ihrer kulturellen Bildung erfahren. Und viertens dürfen wir nicht aufhören, die fundamentale Bedeutung kultureller Bildung für unsere Gesellschaft zu erklären und daraus Forderungen an die Politik abzuleiten. Die meisten Eltern wissen, dass kulturelle Bildung ebenso wenig Luxus ist wie Mathematik oder Naturwissenschaften es sind. In der Politik ist diese Einsicht noch nicht angekommen. Hier ist es höchste Zeit für ein Umdenken, auch das zeigt unsere Studie.“

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