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12. Oktober 2017  

Duale Berufsausbildung

Herausforderungen und Chancen für Berufsschulen

Die duale Berufsausbildung muss sich vielfältigen Herausforderungen stellen. Mit ihr auch die Berufsschulen, die gleichermaßen vor Herausforderungen und Chancen stehen.

Die duale Berufsausbildung muss sich dem Trend zu höheren Schulabschlüssen, der fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt, dem demografische Wandel und einer zunehmend heterogenen Schülerschaft stellen. Besonders die Rekrutierung und Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals sowie die intensive Lernortkooperation, also eine gute Abstimmung zwischen den beiden Lernorten Betrieb und Berufsschule, müssen forciert werden. 

In einer BIBB-Untersuchung wurden anhand von sieben ausgewählten Berufen die Schülerzahlen nachgezeichnet, die Gestaltung des berufsbezogenen Unterrichts betrachtet und mögliche Formen einer Lernortkooperation ermittelt. Vorhandenen Daten, Literaturrecherchen, Sekundäranalysen und Fallstudien mit Expertinnen- und Experteninterviews aus Kultusministerien und Berufsschulen zeigen folgende Ergebnisse: Je nach Ausbildungsgang wird eine wohnortnahe Beschulung zunehmend schwieriger. Besonders betroffen sind Berufsschulstandorte in Ostdeutschland. Der Rückgang der Schülerzahlen hat bereits zu Schließung von Klassen und Berufsschulen geführt. Zwischen dem Schuljahr 2006/2007 und 2015/2016 ist die Zahl der Schulen um 6,6 Prozent auf 1.552 gesunken. Die Zahl der Klassen sogar um über 8.000 auf 75.200.  Aufgrund der verstärkten Differenzierung innerhalb von Ausbildungsberufen wird es zunehmend schwieriger, im letzten Ausbildungsabschnitt eine Beschulung nach Fachrichtungen zu gewährleisten. 

Eine weitere Herausforderung stellt die unterschiedliche Zusammensetzung der Klassen dar. Sei es mit Blick auf die schulische Vorbildung der Schüler, die unterschiedlichen Branchen sowie die unterschiedlichen Betriebsgrößen, in denen die Jugendlichen ausgebildet werden. 

Einheitliche Lösungsansätze gibt es nicht, da sich die Situation in den Bundesländern aufgrund regionaler Unterschiede, der Besonderheiten in einzelnen Ausbildungsberufen sowie der unterschiedlichen Organisation des Berufsschulunterrichts unterscheidet. Die BIBB-Untersuchung sieht in einigen Bereichen aber übergreifende Chancen. 

Die Lernortkooperation spielt besonders vor dem Hintergrund der dynamischen technologischen Entwicklung in der Wirtschaft eine bedeutende Rolle. Um die Unterrichtsqualität durch aktuelle und realitätsnahe Aufgabenstellungen zu verbessern, sind ein enger Kontakt und eine gute Kooperation zwischen Betrieb und Berufsschule von entscheidender Bedeutung. Ohne entsprechendes Personal ist kein qualitativ hochwertiger Unterricht möglich. Die Länder müssen entsprechende Lehrkräfte rekrutieren. Dies erweist sich besonders in gewerblich-technischen Berufen als schwierig. Es gilt, das Lehramt an Berufsschulen wieder attraktiver zu machen, den Qualifizierungsbedarf zu decken und den Personalmangel zu lindern.

Die Gestaltung standortübergreifender Schulentwicklungsplanung, die Schaffung von Informations- und Kommunikationsstrukturen, moderne E-Learning-Angebote, die Einrichtung jahrgangsübergreifender Fachklassen und die Entwicklung individualisierter Unterrichtskonzepte könnten weitere Optionen sein. 

Quelle: Pressemitteilung BIBB

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