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06. Dezember 2017  

MINT-Berufe

Die Ursachen für den Frauenmangel

Jungen sind besser in mathematisch-technischen Fächern, Mädchen haben die besseren sprachlichen Fähigkeiten. So ist zumindest die Annahme. Die Unterschiede sind bereits in jungen Jahren deutlich und bleiben bis in höhere Stufen bestehen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat die Selbsteinschätzungen von Schülerinnen und Schülern untersucht und herausgefunden, dass diese bereits in der fünften Klasse deutlich voneinander abweichen. Im Fach Mathematik schreiben sich Jungen deutlich größere Fähigkeiten zu als Mädchen und das in einem Ausmaß, das nicht mit den tatsächlichen Noten übereinstimmt. Diese Selbsteinschätzung könnte auch der Grund dafür sein, dass Frauen deutlich seltener ein Studium oder eine Ausbildung im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) absolvieren. „Frauen studieren diese Fächer offenbar auch deshalb weitaus seltener als Männer, weil sie ihre mathematischen Fähigkeiten schon sehr früh in ihrer Schulzeit unterschätzen und deshalb Präferenzen für andere Fächer, meist Sprachen, entwickeln“, so DIW-Bildungsforscher Felix Weinhardt. „Damit gehen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im MINT-Bereich, die bereits vielfach beklagen, dass sie kaum noch Fachkräfte finden, womöglich viele talentierte Frauen verloren.“ 

Auffällig ist, dass Mädchen ihre Mathematikfähigkeiten deutlich geringer einschätzen als Jungen und das oft ohne wirklichen Grund. Obwohl die Studie Jungen und Mädchen mit exakt denselben Mathematiknoten verglich, schätzten die Jungen ihre mathematischen Fähigkeiten dennoch höher ein. Aber auch insgesamt schätzen Jungen ihre Fähigkeiten deutlich selbstbewusster ein. Obwohl Schülerinnen im Fach Deutsch deutlich bessere Noten vorweisen als Schüler, liegt die Selbsteinschätzung dort kaum auseinander. 

Die Studie zeigt, dass Jungen und Mädchen ihre Kompetenzen bereits von klein auf unterschiedlich wahrnehmen – möglicherweise durch das Rollenbild in der Gesellschaft. Um dem entgegenzusteuern sollten laut Weinhardt Lehrerinnen, Lehrer und Eltern deutlich mehr dafür tun „Mädchen von ihren vorhandenen mathematischen Fähigkeiten zu überzeugen – nicht erst in der Sekundarschule, sondern bereits in der Grundschule“. Zudem möchte Weinhardt dadurch den sogenannten „Vergleichseffekt“ reduzieren, der dazu führt, dass Jungen aufgrund ihrer vergleichsweise schlechten Deutschleistungen tendenziell denken, sie seien mathematisch begabt. Durch ihren Vorsprung im Fach Deutsch denken Mädchen hingegen, sie seien eher sprachlich als mathematisch begabt. 

Quelle: Pressemeldung Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Schlagworte:
 
MINTSprachenNaturwissenschaften

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