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05. Dezember 2017  

Bildung weltweit

264 Millionen Kinder und Jugendliche gehen nicht zur Schule

264 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren haben weltweit keinen Zugang zu Bildung. Selbst bei den Kindern, die eine Schule besuchen, sind die Abschlussraten weiterhin gering.

Dies berichtet die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. in ihrem Weltbildungsbericht 2017/2018 mit dem Titel „Verantwortung für Bildung“. Dort werden auch die Akteure genannt, die Verantwortung für ein gutes Bildungssystem tragen. Die Autoren rufen die Regierungen weltweit dazu auf, das Recht auf hochwertige Bildung einzulösen. 

Walter Hirche, Minister a. D., Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission erläutert: „Bildung liegt in der Verantwortung vieler – der Regierungen, der Schulen, der Lehrkräfte, der Eltern und zahlreichen mehr. Zielgerichtetes Regierungshandeln ist dabei absolute Voraussetzung für Bildungserfolg. Nur wenn Regierungen auf der ganzen Welt, ihrer Pflicht zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine hochwertige Bildung nachkommen, können Lehrkräfte angemessen lehren und Schülerinnen und Schüler ausreichend lernen. Oft wird den Lehrkräften die Schuld für Bildungsmisserfolge gegeben. Wir sollten jedoch vor allem einen Blick darauf werfen, welche Ursachen im Bildungssystem bestehen. Bildungssysteme weltweit müssen mit Blick auf Chancengerechtigkeit und Qualität gestaltet werden. Der UNESCO-Weltbildungsbericht zeigt, dass wir weit davon entfernt sind.“

Weltweit haben bisher nur 17 Prozent der Länder ein Jahr verpflichtende und kostenlose frühkindliche Bildung eingeführt. Dabei werden die Grundlagen für einen erfolgreichen Bildungsweg bereits in der frühen Kindheit gelegt. In Entwicklungs- und Schwellenländern waren die Chancen, eine frühkindliche Bildungseinrichtung zu besuchen, für die drei- bis vierjährigen Kinder der Reichsten fünfmal so hoch wie die Chancen der ärmsten Kinder.

Selbst bei Kindern, die die Schule besuchen, ist die Abschlussrate gering. Im Grundschulbereich (6-11 Jahre) lag sie zwischen 2010 und 2015 nur bei 83 Prozent, im unteren Sekundarschulbereich (12-14 Jahre) bei 69 Prozent und in der oberen Sekundarschulbildung (15-17 Jahre) bei nur 45 Prozent. 

Geschlechtergerechtigkeit in Grundschulen wurde weltweit nur in 66 Prozent der Länder erreicht. In der Sekundarschulbildung sind die Erfolge sogar noch geringer. Geschlechtergerechtigkeit wurde im Bereich der unteren Sekundarschulbildung in lediglich 45 Prozent der Länder und in der oberen Sekundarschulbildung in 25 Prozent der Länder weltweit durchgesetzt.

Für eine hochwertige und chancengerechte Bildung fehlen weltweit mehr als 39 Milliarden US-Dollar. Jedoch können ein angemessener Rechtsrahmen und gute politische Strategien nur mit ausreichenden Mitteln umgesetzt werden. Durchschnittlich 4,7 Prozent ihres Bruttoinlandproduktes oder 14,1 Prozent der öffentlichen Mittel gaben die Länder für Bildung aus. Der Bildungsanteil der weltweiten Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit fiel über sechs Jahre in Folge von zehn Prozent im Jahr 2009 auf 6,9 Prozent im Jahr 2015. 

Die Autoren des Weltbildungsberichts rufen Regierungen auf, ihrer Pflicht zur Bereitstellung eines hochwertigen Bildungssystems nachzukommen. Hintergrund ist, dass sich Regierungen weltweit dazu verpflichtet haben, die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Das Bildungsziel der Agenda lautet: „Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern". Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels und ist für das Monitoring verantwortlich.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
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SchuleAbschlussBildung

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