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23.09.2014  
Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn du einmal nicht mehr arbeiten kannst

Wenn du deinen ersten festen Arbeitsvertrag unterschreibst, solltest du auch eine Reihe von Versicherungen abschließen. Eine davon ist die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Früh gegen Berufsunfähigkeit absichern.

Zu Beginn deines ersten richtigen Jobs kommt viel Neues auf dich zu. Es geht zum Beispiel um deine vertraglichen Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer und du musst dich selber versichern. Um die Sozialversicherung (Kranken, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) kümmert sich der Arbeitgeber. Aber: Es gibt eine Reihe anderer Versicherungen, die du selber organisieren musst. Die mit Abstand wichtigste ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Der Bund der Versicherten empfiehlt, die BU „so früh wie möglich und bei guter Gesundheit“ abzuschließen. Denn nur mit einer BU bekommst du weiterhin Geld, wenn du für längere Zeit krank bist und nicht mehr arbeiten kannst, zum Beispiel durch Arbeitsüberlastung oder einen Unfall.

Wozu brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine private Versicherung, die dann ausgezahlt wird, wenn du im Laufe deines Berufslebens für längere Zeit oder dauerhaft krank wirst und deinen Beruf schon vor dem Rentenalter nicht mehr ausüben kannst. Es gibt zwar eine kleine staatliche Erwerbsminderungsrente für solche Fälle. Problem dabei ist aber, dass viele gar keinen Anspruch darauf haben - und wenn doch, dann ist die Rente so niedrig, dass du im besten Fall 64 Prozent weniger, meistens aber sogar bis zu 82 Prozent weniger Geld hast als durch dein Arbeitseinkommen. Das allein genügt nicht, um den Lebensstandard dauerhaft zu halten. Genau diese Lücke schließt eine BU. 

Info: Der Träger der Erwerbsminderungsrente kann dich, falls medizinisch zumutbar, auch in einem anderen Beruf arbeiten lassen, notfalls sogar mit einer Umschulung. Mit einer privaten BU lässt sich dieser Zwang umgehen.

Rechenbeispiele zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Einkommensquelle Betrag Finanzlücke
Reguläres Einkommen 2.500 Euro monatlich
Max. staatliche Erwerbsminderungsrente (noch unter 3h Arbeit/Tag möglich) 900 Euro monatlich Lücke: 1.600 Euro monatlich
Halbe staatliche EW-Rente (3-6h Arbeit/Tag möglich) 450 Euro monatlich Lücke: 2.050 Euro monatlich
Ohne Anspruch auf EW-Rente (6h+ Arbeit/Tag möglich) 0 Euro monatlich Lücke: 2.500 Euro monatlich

Die 5 häufigsten Irrtümer über die BU-Versicherung

  • 1. Irrtum: Ich werde sowieso nicht berufsunfähig und kann bis 67 immer voll arbeiten.
    Statistiken und Erfahrungswerte der Versicherungen und der staatlichen Rentenversicherung sagen etwas anderes. Berufseinsteiger werden mit etwa 40-prozentiger Wahrscheinlichkeit im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig. 50-jährige Berufstätige haben noch eine rund 30-prozentige Wahrscheinlichkeit.
  • 2. Irrtum: Der Staat sorgt im Krankheitsfall für mich. Private Absicherung ist deshalb unnötig.
    Wenn du noch ein paar Stunden arbeiten kannst – auch in einer anderen Tätigkeit als deiner bisherigen – bekommst du vom Staat keinen Cent. Wenn nicht, bekommst du nur einen Bruchteil von deinem früheren Einkommen.
  • 3. Irrtum: Selbst im schlimmsten Fall komme ich mit meinem Ersparten und mit Unterstützung durch Freunde und Familie schon über die Runden.
    Angesichts der Finanzlücke bei Wegfall des regulären Einkommens summiert sich der monatliche Bedarf sehr schnell auf tausende Euro. Auf das Jahr gerechnet kommen oft fünfstellige Beträge zusammen. Wer sich da auf Spenden verlässt, verliert oft nicht nur den Job, sondern auch Wohnung, Auto und anderes Vermögen.
  • 4. Irrtum: Wenn überhaupt, brauche ich eine BU erst, wenn ich älter bin - etwa ab 50.
    Sobald deine wirtschaftliche Existenz vom Arbeitseinkommen abhängt, solltest du dein Einkommen unbedingt versichern!
  • 5.Irrtum: Der Abschluss einer BU ist viel zu kompliziert.
    Es stimmt zwar, dass einige wichtige Aspekte zu beachten sind, damit die Versicherung im Ernstfall wirklich zahlt. Aber mit ein paar Vorinformationen, was bei einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten ist und einer kompetenten Beratung vor Vertragsschluss ist das keine Hürde.


Für wen ist der Abschluss einer BU sinnvoll?
Grundsätzlich ist der Abschluss für jeden Berufstätigen sinnvoll - auch für Selbständige oder Unternehmer. Schließlich gibt jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland seinen Beruf auf, bevor er das Rentenalter erreicht hat. Das Risiko ist statistisch gesehen für Berufseinsteiger sogar am höchsten, weil das ganze Berufsleben noch bevorsteht. Männer haben ein etwas höheres Risiko als Frauen.

Berufsunfähigkeitsversicherung
Quelle: 1A Verbraucherportal

Besonders häufig kommt Berufsunfähigkeit in riskanten Berufen vor, in denen die Menschen auch noch körperlich arbeiten (z.B. Schornsteinfeger, Dachdecker, Krankengymnasten). Doch auch alle anderen Arbeitnehmer sind gefährdet: Jeder dritte Fall von Berufsunfähigkeit geht nicht auf körperliche, sondern auf psychische Erkrankungen zurück.

Wann sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und was gibt es zu beachten?
Spätestens mit dem Eintritt in die Arbeitswelt solltest du dich also mit dem Thema auseinandersetzen. Am besten informierst du dich zunächst über aktuelle Berufsunfähigkeitsversicherungen, denn Preise und Bedingungen variieren stark. Grundsätzlich gilt: Je jünger und gesünder du bist, desto niedriger sind die monatlichen Beiträge. Außerdem spielen für die Kosten dein Alter, dein Beruf und mögliche Vorerkrankungen oder chronische Leiden wie Diabetes eine Rolle.

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