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13. Dezember 2011  

Special: Ab ins Ausland

"Nie mehr Äpfel pflücken!"

Nach dem Abi ins Ausland – das machen Jahr für Jahr tausende Deutsche. Monika und Phillipp erzählen, was sie erlebt haben.

Monika war mit "Weltwärts" in der Dom. Republik. © privat

Monika, 21, aus Genthin (Sachsen-Anhalt) hat als Freiwillige in der Dominikanischen Republik ein Jahr lang mit Kindern aus armen Familien gearbeitet.
„Die Dominikanische Republik gilt zwar als Schwellenland, ist aber vielerorts sehr, sehr unterentwickelt. In Los Tres Brazos, einem Armenviertel von Santo Domingo, wo ich gearbeitet habe, gab es zum Beispiel nur etwa vier Stunden am Tag Strom. Fließendes Wasser hatten wir auch nicht immer, und zwischenzeitlich ist wegen der schlechten hygienischen Bedingungen die Cholera ausgebrochen. Damals haben mir viele Leute geraten, nicht mehr zur Arbeit zu gehen, sondern bei meiner Gastfamilie zu bleiben, die in einem besseren Viertel lebte. Aber ich wollte mein Projekt nicht im Stich lassen und bin zum Glück gesund geblieben.

Die Einrichtung, in der ich gearbeitet habe, war eine Mischung aus Kindergarten und Vorschule, in der die Kinder lernen, essen und spielen konnten. Meine Aufgabe war, überall dort mit anzupacken, wo es notwendig war. Das hieß zum Beispiel, mit den Kindern lesen und schreiben üben, ihnen beim Zähneputzen helfen und Kurse in Zeichnen und Sport geben. Einer Klasse habe ich mal ‚Hoppe, hoppe, Reiter’ beigebracht. Am Ende konnten alle das Lied auf Deutsch auswendig singen. Am beeindruckendsten fand ich die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen dort. Insbesondere die Kinder haben superschnell Vertrauen zu mir gefasst und waren dankbar für jede Zuwendung. Genervt hat mich irgendwann das Essen: ein Jahr lang immer nur Reis mit Bohnen – fürchterlich. Dafür habe ich heute aber auch eine ganz andere Sichtweise auf die Welt und weiß den Überfluss, in dem wir hier in Deutschland leben, mehr zu schätzen.“

 

Monika hat am „weltwärts“-Programm des Bundesentwicklungshilfe- Ministeriums  teilgenommen. Ihre Entsende- Organisation war AFS Interkulturelle Begegnungen e. V..

  1. Teil: Monika war als Freiwillige in der Dominikanischen Republik
  2. Teil: Phillipp hat mit dem Working-Holiday-Visum sechs Monate lang Australien bereist
Schlagworte:
 
AuslandWork and TravelFreiwilligendienst

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