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21. Januar 2013  

IELTS-Test - Ein Englischtest fürs Ausland

My English is not the yellow from the egg

Wer im englischsprachigen Ausland studieren will, muss vorher einen Sprachzulassungstest wie den IELTS oder den TOEFL ablegen. Unsere Mitarbeiterin hat ihr Bestes gegeben. Ein Erfahrungsbericht. Esther Donkor
Englisch-Sprachtest IELTS

Um im englischsprachigen Ausland zu studieren, muss man oft einen Sprachtest wie den IELTS absolvieren.

Samstagmorgen, 9:20 Uhr. Nach Betreten des Carl-Duisberg-Centrums in Köln stoße ich schnell auf die anderen Testteilnehmer. Die Nervosität steht einigen ins Gesicht geschrieben. Es wird kaum gesprochen. Langsam nimmt auch bei mir die Aufregung zu, schließlich steht mir der fast dreistündige IELTS-Test, ein Englisch-Sprachtest, bevor. Da ich Journalismus in meiner Lieblingsstadt London studieren möchte, muss ich da jetzt aber durch.

Der IELTS testet besonders die praxisorientierten Sprachfertigkeiten. Dazu gehören Hörverständnis, Leseverständnis sowie das schriftliche und mündliche Ausdrucksvermögen. Nicht nur, um ein möglichst gutes Testergebnis zu erzielen, sollte man sich auf den IELTS gründlich vorbereiten. Jährlich gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Testterminen und Plätzen an 14 Standorten in Deutschland. Außerdem liegt die Testgebühr bei 200 Euro. Mit "Road to IELTS" steht Vorbereitungsmaterial im Netz bereit, auf das man nach der Anmeldung zum Test 30 Arbeitsstunden lang Zugriff hat. Zusätzlich habe ich mir zum Lernen ein IELTS-Vorbereitungsbuch besorgt – die echte Prüfung wird schließlich auch nur mit Papier und Bleistift absolviert. Das Übungsbuch "Official IELTS Practice Materials" hat rund 80 Seiten und eine beigefügte Übungs-DVD.

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No jackets, no food, no mobile phones!

Um kurz vor zehn ist es dann so weit. Die laute Stimme einer Prüferin hallt durch das Foyer: "No jackets, no food, no mobile phones!" Zum Glück habe ich genug gefrühstückt, denn lediglich unseren Personalausweis und eine Wasserflasche dürfen wir bei uns behalten. Anhand des Ausweises prüfen die Testleiter die Identität jedes einzelnen Teilnehmers. Anschließend wird ein Foto gemacht, bei dem es gilt, nicht zu lächeln und möglichst neutral in die Kamera zu blicken – wie beim biometrischen Lichtbild für den Personalausweis. Das Foto soll verhindern, dass jemand für eine andere Person am Test teilnimmt.

Die Plätze im Prüfungsraum sind nummeriert und mit den Namen der einzelnen Teilnehmer versehen, außerdem gibt’s zwei Bleistifte, einen Radiergummi und ein Stück Traubenzucker, das ich mir im Laufe der Prüfung gut einteile. Nachdem jeder seinen Platz gefunden hat, erklären die zwei Testleiter den Verlauf der Prüfung: 30 Minuten Listening, 60 Minuten Reading und noch einmal 60 Minuten Writing.

Zwischendurch gibt es keine Pausen. Wer das stille Örtchen aufsuchen muss, hebt die Hand und wird persönlich zu den Toiletten eskortiert. Nichts ist dem Zufall überlassen. Nach einer kurzen Hörprobe geht es auch schon zügig los. Da ich den Listening-Test aus meiner Vorbereitungsphase kenne, ist die Anfangsnervosität schnell verflogen und ich konzentriere mich auf das Gehörte. Zuerst lausche ich einem Telefongespräch, in dem ein Mann Tickets für eine Theatervorführung bestellt. Fragen zu Datum, Uhrzeit und Ort der Veranstaltung kann ich schnell und gut beantworten. Das zweite Stück, in dem eine kanadische Sehenswürdigkeit beschrieben wird, ist schon etwas schwieriger, doch ich komme noch mit. Im Reading-Teil geht es um einen Schädelfund, der belegt, dass die ersten Europäer früher als bislang vermutet nach Australien kamen. Ein Toilettengang im Writing-Teil wirft mich zeitlich ein wenig zurück, sodass ich am Ende einen Zahn zulegen muss, um all meine Argumente zum Thema "Life in prison" zu Papier zu bringen.

Ein nettes Gespräch in freundlichem British Englisch

Geschafft! – erst einmal. Doch nun steht noch der Speaking-Test an. Mein Termin ist für 15:50 Uhr angesetzt. Die Wartezeit dient nicht gerade der Beruhigung meiner Nerven. Als ich es vor Aufregung kaum noch aushalten kann, wird endlich mein Name aufgerufen, und ich folge der Prüferin in den Testraum. Unser Gespräch wird aufgezeichnet. In freundlichem British English stellt mir die Prüferin zunächst einige Fragen zu meiner Person, dann kommen spezifischere Fragen zum Thema "older people in our society". Ich erzähle und erzähle – und plötzlich ist die Zeit verstrichen. Der Redeteil des IELTS dauert 15 Minuten, die für mich wie im Flug vergehen. Dieser Teil gleicht eher einem netten Gespräch als einer Prüfung. Nach knapp drei Stunden IELTS und über zweistündiger Wartezeit verlasse ich das Gebäude mit knurrendem Magen und bin erleichtert.

Danach heißt es erst mal Warten: 13 Tage nach der Prüfung sind meine Testergebnisse dann online einsehbar. Zudem kommt das Ergebnis schwarz auf weiß mit der Post. Mit 7 von 9 möglichen Punkten steht – zumindest sprachlich – meinem London-Studium somit nichts mehr im Wege.

Auf EF Englishtown kannst du schon einmal einen kostenlosen Sprachtest machen, um deine Fähigkeiten besser einzuschätzen.

Schlagworte:
 
SprachtestIELTSAuslandsstudium

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