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10. Januar 2014  

Au-pair-Erfahrungen – Tipps für Au-pairs

Mehr als nur Babysitter

Als Au-pair kommst du unkompliziert und preiswert ins Ausland. Doch da du an deinem Arbeitsplatz auch wohnst und lebst, sollte die Chemie zwischen dir und deiner Gastfamilie stimmen. Wir haben Tipps für dich, wie du dafür sorgen kannst. Julia Kunze
Au-pair-Erfahrung

Kinder fordern die volle Aufmerksamkeit – das sollte jedem Au-pair klar sein. © Julia Kunze

1. Der Ort
Geh in eine Großstadt. Auf dem Land bist du aufs Auto angewiesen – und damit abhängig von der Familie. Außerdem ist es schwieriger, jemanden kennenzulernen, und Freunde sind auch als Au-pair Gold wert. Man braucht Leute, um sich zwischendurch auszutauschen. Lebenswert wird die Zeit in einem fremden Land erst, wenn man Abende und Wochenenden hat, in denen man etwas erlebt. Wichtig ist auch eine Sprachschule in der Nähe.

2. Die Familie

Such dir eine Au-pair-Familie aus, die dir entweder unschlagbare Vorzüge bieten kann (zum Beispiel eine Wohnung im Zentrum von New York, ein hohes Gehalt, ein eigenes Badezimmer) oder aber eine, die dich beim Vorstellungsgespräch richtig in die Mangel nimmt. Denn wer dich fragt, welche Dinge im Haushalt für Kleinkinder gefährlich sind, oder bittet, via Video-Telefonie

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einen Einblick in deine hoffentlich gut geputzte Küche zu erhalten, macht sich Gedanken, wen er an seine Kinder lässt. Dann kannst du sicher sein, dass auch du gut behandelt wirst und die Eltern die Situation im Griff haben.

3. Die Kinder
Wähle eine Familie aus, die maximal zwei Kinder hat. Gerade Agenturen haben häufig auch Familien mit mehr Kindern im Angebot. Lass dich nicht darauf ein. Selbst, wenn du schon Erfahrung in der Kinderbetreuung hast, ist das Leben als Au-pair einfach leichter, wenn du dich nur um eine oder zwei Prinzessinnen kümmern musst.

4. Der Vertrag
Arbeite nicht mehr als acht, besser aber sechs Stunden am Tag (plus zweimal Babysitten pro Woche). Verlange, dass du für außerplanmäßige Mehrarbeiten als Au-pair auch bezahlt wirst. Lass das alles am besten direkt in den Vertrag schreiben. Und stelle im Gastland schon bei der ersten Gelegenheit klar, dass du auf deine Bedingungen bestehst. Denn tust du das nicht direkt, rutschst du womöglich in die Ausbeutungsfalle. Arbeitest du zwei Mal eine Stunde mehr, als du müsstest, nimmt es die Familie beim dritten Mal als Selbstverständlichkeit hin.

5. Die Haltung
Sei gewarnt: Kinder haben einen unfehlbaren Riecher dafür, was dich auf die Palme bringt, und sie werden dich jede Sekunde testen. Deswegen musst du als Au-pair Grenzen setzen und für Konsequenzen sorgen. Sei nicht nachgiebig – du bist der Erwachsene. Statt einer Bestrafung für schlechtes ist eine Belohnung für gutes Verhalten die bessere Idee. Wie genau du das umsetzt, besprichst du am besten direkt mit der Familie.

6. Die Freunde

Bemühe dich darum, frühzeitig Kontakte zu knüpfen. Meistens gab es schon vor dir Au-pairs in deiner Gastfamilie. Sprich mit deinen Vorgängern, am besten, noch bevor du dich endgültig für eine Familie entscheidest. Sie können dir wertvolle Tipps und Einblicke geben, wie das Leben in der Familie abläuft. Sorge dafür, dass dein direkter Vorgänger dich einarbeitet, und geh mit, falls er oder sie seinen Abschied feiert. So lernst du schon in den ersten Tagen Leute kennen, die bei dir um die Ecke wohnen. Auch im Internet kannst du dich vernetzen: Bei Facebook und Co. gibt es gut organisierte Au-pair-Gruppen mit Leuten, die genau wie du auf der Suche nach netten Menschen sind.

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