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09. Dezember 2010  

Als Praktikant ins Ausland

"Ich wollte einfach raften"

Sportstudent Nico hat seinen letzten Auslandsaufenthalt in bester Erinnerung: Er konnte in seinem Praktikum in einem norwegischen Naturpark all das machen, was ihm am meisten Spaß macht: Klettern, Kanu fahren und sogar eine Elch-Safari leiten. Uns hat er berichtet, wie man an solch ein Praktikum rankommt. Annette Kamps

Nico studiert Sport und hat in einem norwegischen Naturpark ein eher ungewöhnliches Praktikum absolviert.

Einstieg: Du hast im Sommer ein Praktikum bei Viking Adventures in Norwegen gemacht. Wie bist du ausgerechnet auf diesen Arbeitgeber gekommen?

Nico: Ich war vor drei Jahren schon mal für "fit&fun tours" in Norwegen. Damals sind wir mit Viking Adventures raften gewesen und ich dachte mir, es wäre doch auch mal ganz geil, als Guide in so 'nem Boot zu sitzen. Den Kontakt habe ich dann einfach über E-Mail aufgenommen.

 

Einstieg: Was waren dort deine Aufgaben?

Nico: Viking Adventures betreibt in Süd-Norwegen eine Jugendherberge und ein Aktivitätencenter. Da ich schon Erfahrung in der Anleitung von Kletter- und Hochseilgartenkursen und Kanutouren hatte, habe ich diese Programme direkt leiten können. Nach vier Wochen Training konnte ich auch meinen ersten Rafting-Kurs anbieten. Zuerst noch mit einem zweiten Guide im Boot und zum Schluss dann selbstständig. Außerdem habe ich mit den Gästen nachts Elch-Safaris gemacht. Aber auch Büroarbeit stand mit auf dem Programm, so habe ich einiges über Marketing gelernt.

 

Einstieg: Und was hat dir am besten gefallen?

Nico: Auf jeden Fall das Raften und die Zusammenarbeit mit den anderen Guides. Die kamen wirklich von überall her: Schottland, Deutschland, Nepal oder Serbien. Mit Krishna aus Nepal und Milan aus Serbien habe ich auch drei Monate zusammen gelebt und wir hatten jede Menge Spaß zusammen.

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Einstieg: War das Praktikum bezahlt?

Nico: Da ich das Klettern, den Hochseilgarten und die Kanutouren von Anfang an eigenverantwortlich anleiten konnte, habe ich das auch direkt bezahlt bekommen. Im letzten Monat kamen dann auch die Raftingtrips dazu, so dass ich am Schluss auf circa 500 Euro gekommen bin. Dazu kam eine Förderung durch das "LLP-ERASMUS placement programme" von 400 Euro monatlich.

Einstieg: Dein Tipp bei der Auswahl eines Praktikums?

Nico: Ich denke, man sollte möglichst genau versuchen herauszufinden, was man während des Praktikums lernen will, und ob einem die tägliche Arbeit dies dann auch vermitteln kann. Eine Praktikumsstelle kann noch so toll sein: Wenn man mit den Abläufen, die einen am meisten interessieren, kaum in Berührung kommt, hat man nichts davon. Für ein Auslandspraktikum ist es natürlich auch wichtig, in welchem Land man leben und arbeiten will. Bei mir war die Entscheidung leicht: Ich wollte raften und die Natur in Norwegen kennen lernen!

 

Einstieg: Du bist vorher auch schon in Costa Rica und Südamerika gewesen. Was hast du dort genau gemacht?

Nico: Ich war zwei Monate an einer Schule im ländlichen Peru, und in Ecuador habe ich vier Wochen gegen Kosten und Logis in einem Zoo gearbeitet, der auch durch Wilderei verletzte Tiere aufgenommen hat. Den Rest der Zeit bin ich gereist. In Costa Rica habe ich vier Monate studiert und bin danach durchs Land gereist und war surfen.

 

Einstieg: Hast du dich durch deine Zeit im Ausland verändert?

Nico: Definitiv haben mich meine Auslandsaufenthalte geprägt. Erst, wenn bestimmte Verbindungen nicht mehr bestehen, merkt man, wie sehr man mit seinem Heimatland und der Kultur, in der man aufgewachsen ist, verbunden ist. Ich habe außerdem ganz neue Perspektiven kennen gelernt: auf die Welt, auf das Leben und auf mich selbst. Man entdeckt neue Kulturen, Landschaften, Sprachen, Gerüche, Bräuche und natürlich Speisen. Mit das Faszinierendste ist das Eintauchen in einen bis dahin völlig unbekannten Alltag. All die kleinen Selbstverständlichkeiten, die einem zu Hause oft gar nicht bewusst sind, verschwinden. Dadurch bekommt man die Möglichkeit, seine bisherigen Prioritäten aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

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