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11. März 2015  

Studium im Norden

Gute Lehre, teures Leben

Wer sich während des Studiums für ein Auslandssemester in Dänemark, Norwegen oder Schweden entscheidet, kann sich auf gut ausgestattete Hochschulen und eine hervorragende Betreuung durch die Lehrenden freuen. Günstig wird das Studium im Norden allerdings nicht, denn die Lebenshaltungskosten sind hoch. Anika Lautz
Studieren im Norden

Auf das Studium im Norden sollten sich Studenten gut vorbereiten – unter anderem mit etwas Geld auf der hohen Kante. Dafür gibt es aber auch hervorragende Studienbedingungen.

Im Norden gibt es Bildung fast zum Nulltarif: In Dänemark, Norwegen und Schweden ist das Studium bis auf einen kleinen Semesterbeitrag kostenfrei. Zudem sind die Studienbedingungen hervorragend, die Hochschulen gut ausgestattet, die Kurse klein und das Verhältnis von Studenten und Dozenten eng. Im Gegenzug sind Sprachkenntnisse gefordert: TOEFL- oder IELTS-Zertifikate sind als Englisch-Sprachnachweis überall Pflicht. Die Landessprache muss nur beherrschen, wer den entsprechenden Studiengang wählt. Wir verraten, was du über das Studium im Norden sonst noch wissen solltest.

Studieren in Norwegen
Bis auf einen Sozialbeitrag in Höhe von 40 bis 80 Euro ist das Studium an einer der 39 öffentlichen Hochschulen kostenlos. Neben der ältesten und größten Hochschule in Oslo sind auch die Universitäten in Bergen, Tromsø und Trondheim sehr bekannt. An den 32 privaten Hochschulen werden dagegen meist Studiengebühren verlangt.
Wie bei uns gibt es in einigen Fächern Zulassungsbeschränkungen, so zum Beispiel in Informatik, Medien- und Kommunikationsforschung, Psychologie, Medizin und Zahnmedizin. Häufig müssen auch Studenten in den Fächern Wirtschaft, Mathematik, den Naturwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften besondere Anforderungen erfüllen.

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Wer länger als drei Monate in Norwegen bleiben will, braucht eine Aufenthaltsgenehmigung. Diese bekommt man dort auf jeder Polizeidienststelle. Sie ist für ein Jahr gültig und setzt voraus, dass du einen Studienplatz, einen Wohnsitz, eine Krankenversicherung sowie ausreichende finanzielle Mittel für die Dauer des Aufenthalts nachweisen kannst.
Apropos Finanzen: Norwegen ist sehr teuer. Ohne Stipendium und Auslands-Bafög solltest du mit monatlichen Kosten in Höhe von etwa 1.000 Euro rechnen. Wer sich Geld mit einem Nebenjob dazuverdienen will, darf mit entsprechender Arbeitserlaubnis bis zu 20 Stunden in der Woche arbeiten.
www.studyinnorway.no

Studieren in Schweden
In Schweden gibt es knapp 50 Hochschulen. Die größte ist die Universität in Stockholm, die älteste Uni liegt in Uppsala. Weil viele Studiengänge stark nachgefragt sind, können ein bereits abgeschlossenes Grundstudium und ein Austauschprogramm mit einer schwedischen Partneruniversität die Zulassung erleichtern.
An den Hochschulen ist es übrigens nicht üblich, alle Kurse in einem Semester gleichzeitig zu absolvieren. Oft wird erst einmal ein Kurs für fünf Wochen belegt und mit einer Prüfung abgeschlossen, erst dann folgt der nächste. Und auch hinsichtlich der Verpflegung muss man sich umstellen. In den Hochschulen gibt es keine Mensen. Stattdessen kannst du dein Essen in öffentlichen Mikrowellen aufwärmen oder in ein teures Bistro gehen.
Das Studium ist auch hier für EU-Bürger kostenfrei. Stattdessen zahlen die Studenten einen kleinen Betrag an eine Studentenvereinigung, in der sie fast immer Mitglied sind. Diese funktioniert wie die Fachschaft oder das Studentenwerk bei uns – sie hilft bei Problemen, der Wohnungssuche und organisiert Veranstaltungen. Auch Schweden ist teuer. Als Student solltest du mindestens mit Kosten in Höhe von 900 Euro monatlich rechnen. Dafür bist du an einer staatlichen Hochschule während der Vorlesungszeit und auf dem Weg zur Hochschule und zurück unfallversichert. Eine Aufenthaltsgenehmigung brauchst du nicht.
www.studyinsweden.se

Studieren in Dänemark
In Dänemark gibt es rund 40 Hochschulen. Unterschieden wird zwischen den Academies of Professional Higher Education, den University Colleges und den Universitäten. An den Universitäten spezialisieren sich die Studenten von Anfang an auf ein bestimmtes Fachgebiet. In Kopenhagen gibt es neben der größten Hochschule auch die Copenhagen Business School, eine der bekanntesten Wirtschaftshochschulen des Landes.

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Rund 500 Studiengänge werden auf Englisch unterrichtet. Wer sich trotzdem mit Dänisch beschäftigen will, kann kostenlos Dänisch-Kurse besuchen. In Dänemark wird von Studenten viel Eigeninitiative verlangt. In der Regel verbringst du zehn Stunden in Kursen und rund 30 Stunden mit der Vorbereitung – entweder alleine oder in Gruppen. Auch Projektarbeit wird großgeschrieben.
Vor der Einreise musst du dich bei der dänischen Botschaft um eine Aufenthaltsgenehmigung kümmern. Vor Ort solltest du dich außerdem bei der zuständigen Kommune melden. Dort erhältst du auch eine CPR-Nummer, die du beispielsweise für Arzt- oder Bankbesuche benötigst. Stell dich auf hohe Lebenshaltungskosten ein! Mit mindestens 850 Euro solltest du monatlich planen. Arbeiten darfst du so viel du willst. Allerdings gilt: Je mehr du verdienst, desto höher ist dein Steuersatz.
www.studyindenmark.dk

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AuslandAuslandssemesterSkandinavienSchweden

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