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05. Mai 2017  

Auslandsaufenthalte

Studierende ohne Akademiker-Eltern profitieren besonders

Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums sorgt für eine Verbesserung in vielen Bereichen. Verbesserte Sprachkenntnisse und größeres Selbstbewusstsein sind zwei davon.
Junger Mann steht auf einem Dach, darunter eine Stadt.

Einer Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zufolge, werden berufsrelevante Kompetenzen und Persönlichkeitseigenschaften durch einen Auslandsaufenthalt positiv beeinflusst. Studierende ohne akademischen Bildungshintergrund empfinden den positiven Effekt von Auslandssemester oder -praktikum sogar noch etwas stärker als ihre Kommilitonen. Autorin Nina Horstmann plädiert deshalb für mehr Chancengleichheit im Bereich studentischer Mobilität: „Gerade weil Studierende ohne akademischen Background von einem Auslandsaufenthalt noch etwas stärker profitieren können, darf es hier keine Zweiklassengesellschaft geben.“ 

In Deutschland entscheidet nach wie vor oft die Herkunft über die Frage, ob Studierende ins Ausland gehen. Unter den Studierenden, die den Schritt ins Ausland wagen, ist der Anteil der Akademikerkinder immer noch höher. Die Studie des CHE zeigt zudem, dass Studierende aus akademischen Elternhäusern häufiger mehrere Auslandsaufenthalte absolvieren als ihre Kommilitonen ohne akademischen Bildungshintergrund. 

Laut Studie liegen keine grundsätzlichen herkunftsspezifischen Unterschiede in den Persönlichkeitseigenschaften vor, etwa im Bereich Entscheidungsfähigkeit. Die Barrieren, die Nicht-Akademikerkinder daran hindern, ins Ausland zu gehen, sind vielmehr organisatorischer und finanzieller Art. Besonders abschreckend wirke neben mangelnder Unterstützung bei der Wohnungssuche vor allem die Unsicherheit über die Kosten. Umso wichtiger sei es deshalb, die Hürden, die Studierende von einem Auslandsaufenthalt abhalten, zu senken. „Nicht mangelndes Selbstvertrauen oder fehlende Neugier halten Studierende aus nicht-akademischem Elternhaus vom Auslandsstudium ab, sondern die Sorgen um Finanzierung und Wohnraum. Dabei sind dies Hürden, die man vergleichsweise leicht beseitigen kann“, sagt CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele, der bessere Finanzierungsmöglichkeiten und Serviceangebote fordert.

Quelle: Pressemittteilung CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Schlagworte:
 
BildungschancenAuslandsstudiumErasmus

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