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05. Mai 2017  

Berufsstart im Ausland

Junge Fachkräfte wenden sich vom britischen Arbeitsmarkt ab

Vor dem Austritt Großbritanniens aus der EU, kurz Brexit, war der britische Arbeitsmarkt für Absolventen aus Deutschland die erste Adresse in Europa. Doch die Volksabstimmung hat auch auf dem britischen Arbeitsmarkt ihre Spuren hinterlassen.
London in der Dämmerung.

Immerhin zehn Prozent aller deutschen Absolventen sehen ihre berufliche Zukunft im Ausland. Laut der Studienreihe „Fachkraft 2020“ hat der britische Arbeitsmarkt nach der Brexit-Entscheidung jedoch deutlich an Attraktivität und Strahlkraft verloren. Bis 2015 war Großbritannien das gefragteste Ziel in Europa. Inzwischen hat die Beliebtheit stark abgenommen, der skandinavische Raum ist nun die Nummer Eins. Konkret ergab die im Auftrag von Nordisch.info Media durchgeführte Analyse, dass 2016 (gegenüber 2015) rund ein Viertel weniger Berufseinsteiger aus Deutschland planten, auf dem britischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. An Befragung, die im September letzten Jahres und damit rund drei Monate nach dem Brexit-Votum durchgeführt wurde, hatten bundesweit etwa 20.000 Studierende teilgenommen. Lediglich 18,1 Prozent der Teilnehmenden, die es nach dem Studienabschluss ins europäische Ausland zieht, interessieren sich noch für einen Berufseinstieg in Großbritannien. Im Vorjahr waren es anteilig noch 23,7 Prozent. Somit ist das Jobinteresse innerhalb von 12 Monaten um 24 Prozent gesunken. 

Zukunft nach dem Brexit weiterhin offen

Um die Ergebnisse besser einordnen zu können, wurde die Attraktivität des EU-Mitgliedstaates Irland herangezogen. Für das vom Brexit-Votum nicht direkt betroffene Nachbarland Großbritanniens konnte im Untersuchungszeitraum keinerlei Veränderung festgestellt werden. Folgeuntersuchungen von Nordisch.info Media und „Fachkraft 2020“ sollen nun zeigen, ob sich der dargestellte Attraktivitätsverlust Großbritanniens bei Absolventen aus Deutschland im Zuge im Hinblick auf die Austrittsverhandlungen mit der EU verfestigen oder abschwächen wird. 51,9 Prozent der rund 46,5 Millionen Wahlberechtigten in England, Schottland und Wales sowie in Nordirland und Gibraltar (Vereinigtes Königreich) hatten am 23. Juni 2016 für ein Verlassen der EU gestimmt.  

Weiterführende Informationen zum Thema unter: www.nordisch.info/england/brexit-zu-ende-gedacht-wer-die-jugend-verliert-verliert-das-spiel/. Darunter auch Darstellungen zu den erheblichen geschlechtlichen Unterschieden, die mit Blick auf die Attraktivität des britischen Arbeitsmarktes festgestellt werden konnten. 

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AbsolventenGroßbritannienBrexit

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