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11.06.2015  
Au-pair – Alles rund um die Vermittlung

Nichts für schwache Nerven

Mit Kindern spielen und ab und zu mal die Geschirrspülmaschine ausräumen, so stellen sich manche Jugendliche das Leben als Au-pair vor. Wer bereits einen solchen Aufenthalt in den USA, Frankreich oder Neuseeland hinter sich hat, weiß hingegen: Als Au-pair muss man richtig schuften!

Als Au-pair ins Ausland

Wer als Au-pair ins Ausland will, muss sich auf acht
Stunden Arbeit täglich einstellen.

Als Au-pair ins Ausland zu gehen, hat nichts mit Urlaub zu tun – bis zu acht Stunden Kinderbetreuung und leichte Hausarbeit sind ganz normal. Dafür ist der mehrmonatige Aufenthalt in einer Gastfamilie eine tolle Möglichkeit, preiswert ein fremdes Land zu erkunden und dabei die Sprache, die Kultur und die Lebensgewohnheiten der Menschen kennenzulernen. Die Gastfamilie stellt Unterkunft und Verpflegung und zahlt zusätzlich ein Taschengeld.

Fast alle Au-pairs planen ihren Aufenthalt mit Hilfe einer Vermittlungsagentur. In den USA ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, über eine Vermittlungsorganisation einzureisen. Wer sich nicht daran hält, macht sich strafbar.

Bei der Au-pair-Vermittlung beantragen diese Agenturen Visa, schließen Versicherungen ab und finden die richtige Gastfamilie. Viele bieten außerdem Vorbereitungs- und Sprachkurse an, die den Einstieg erleichtern. Auch während des Aufenthalts hilft die Vermittlungsagentur bei Problemen, zum Beispiel, wenn du die Gastfamilie wechseln musst. Die Kosten für eine Vermittlung variieren: Zwischen 150 und 1.000 Euro zahlt man im Normalfall. Der Preis der teuren Angebote relativiert sich jedoch häufig, etwa wenn sie bereits die Flugkosten oder die Kosten für einen Sprachkurs enthalten.

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Wohin als Au-pair?

Ziel Nummer 1 für deutsche Au-pairs sind die USA, gefolgt von europäischen Ländern wie England und Frankreich. Auch Australien und Neuseeland sind beliebt; dort ist die Programmvariante Demi-pair verbreitet – eine Kombination aus Au-pair und regelmäßigem Sprachkursbesuch mehrmals die Woche.

Wie finde ich die richtige Vermittlungsagentur?

Das ist gar nicht so leicht, denn bei der Vielzahl der Angebote verliert man schnell den Überblick. Um den schwarzen Schafen der Branche den Garaus zu machen, wurde 2006 die "Gütegemeinschaft Au-pair" gegründet. Sie zeichnet seriös arbeitende Agenturen mit dem sogenannten RAL-Zertifikat aus. Zunächst nur als Zertifikat für die Vermittlung nach Deutschland eingeführt, gibt es das RAL-Zertifikat inzwischen auch in der "Outgoing"-Variante. Es zeichnet Agenturen aus, die bei der Vermittlung von deutschen Au-pairs ins Ausland, der Vor- und Nachbereitung sowie in der Zusammenarbeit mit Entsende- und Empfangsorganisationen und Gastfamilien anerkannte Qualitätsstandards einhalten.

Ein Blick auf die Webseiten der Au-pair Society e.V., dem nationalen Au-pair Verband Deutschlands, kann helfen, eine passende Agentur ausfindig zu machen.

Checkliste für die Agentursuche

So klappt die Vermittlung als Au-pair am besten:

  • Vertragsunterlagen genau durchlesen, Leistungsversprechen überprüfen
  • Angebote und Preise vergleichen
  • über Online-Foren wie aupairUSA.de Rat und Erfahrungen anderer einholen

Rechtliche Bestimmungen

In Europa gelten für Au-pair-Aufenthalte einheitliche Standards. Auch in den USA sind die Voraussetzungen für Bewerber (Mindest- und Höchstalter, Sprachkenntnisse, Erfahrung in der Kinderbetreuung) und die Leistungen der Gastfamilie staatlich geregelt. Andere Länder wie Australien und Neuseeland haben kein spezielles Au-pair-Programm. Die Arbeit als "Nanny" in einer Gastfamilie ist dort aber über das "Working Holiday"-Visum möglich.

Für Leseratten

Georg Beckmann:

Das Au-pair Handbuch Europa und Übersee

208 Seiten. Interconnections Verlag 2009.

15,90 Euro

Link-Tipps

www.au-pair-agenturen.de

www.aupairUSA.de

www.guetegemeinschaft-aupair.de

Video: Au-pair