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04. Mai 2012  

Interview mit Karin Reuschenbach über Arbeitsplätze bei Banken

"Es wird weiter eingestellt"

Karin Reuschenbach von der "Frankfurt School of Finance and Management" über die Auswirkungen der Bankenkrise auf den Ausbildungsmarkt und die Fähigkeiten, die man für Arbeitsplätze bei Banken mitbringen muss. Stefan Moskopp

Karin Reuschenbach, Leiterin Career Centre Frankfurt School of Finance & Management im Interview über Arbeitsplätze bei Banken.

Früher galten die Arbeitsplätze bei Banken als sehr sicher, wie ist das heute angesichts der Bankenkrise?

Es bekommt jeder mit, dass es Entlassungen bei Banken gibt, auch bei den großen internationalen. Aber da geht es in erster Linie ums Investmentbanking. Außerdem ist die Krise ja nicht das Ende der Banken. Ohne Banken würde das ganze Wirtschaftssystem zusammenbrechen. Es findet aber gerade ein Strukturwandel in der Branche statt. 

Hat denn der Nachwuchs überhaupt noch Lust auf Bank?

Ganz klar: ja! Das Interesse an Banken ist bei jungen Menschen ungebrochen. Auch weil die Verdienstmöglichkeiten nach wie vor gut sind und man international arbeiten kann. Umgekehrt müssen Banken immer wieder neue Mitarbeiter einstellen, darum werden auch nach wie vor Auszubildende gesucht. Erfreulicherweise wiederholen die Banken zurzeit nicht den Fehler vergangener Krisen, das Recruiting zurückzufahren. Das heißt, es wird weiter eingestellt!

In welchem Bereich sind die Karrierechancen zurzeit am besten?

Als Leiterin des Career Centers sage ich natürlich: Die Chancen sind da am größten, wo man sich am wohlsten fühlt, denn da bringt man in der Regel auch die beste Leistung. Ich denke, dass zukünftig der direkte Kundenkontakt wieder wichtiger wird. Das muss natürlich vom Typ her zu einem passen.

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Warum sollte ein Abiturient heutzutage noch eine klassische Banklehre machen, wenn er mit einem dualen Bank- Studium weiter kommen kann?

Stimmt, der duale Student hat bessere Aussichten. Aber auch als Bankkaufmann kann man Karriere machen. Man kann sich ja auch nach der Banklehre durch interne Weiterbildungen für höhere Aufgaben qualifizieren. Und man darf nicht vergessen, dass ein duales Studium wirklich hart ist. So haben wir beispielsweise ein 6-Tage-Modell, das heißt, unsere dualen Studenten arbeiten drei Tage hintereinander im Unternehmen und lernen die nächsten drei Tage an der Frankfurt School.

Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man in die Bankbranche möchte?

Auf jeden Fall ein mathematisch-analytisches Verständnis. Zudem wird interdisziplinäres Denken immer wichtiger. Und man sollte auf Menschen zugehen können. Eine gepflegte Erscheinung gehört beim Banker auch immer noch dazu. Genauso wie gute Umgangsformen und Höflichkeit. Und natürlich muss man auch Teamgeist mitbringen.

Bis zur welcher Mathe-Note wird man als Bewerber noch eingeladen?

Bei uns muss sich die gesamte Abiturnote im Einser-Bereich abspielen. Und ich kann mich an kein Einser-Abi mit einer 5 in Mathe erinnern.

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