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13. September 2013  

Internationale Karriere im Handel

Erst Aushilfe in Berlin, jetzt zuständig für ganz L.A.

Eine Ausbildung im Handel kann der Anfang einer spannenden Berufslaufbahn sein. Mit ein wenig Glück und viel Engagement verschlägt es einen sogar ins Ausland. Wie Tim Galantowicz, der in Los Angeles die Filialen der Modekette H&M managt. Anika Lautz
Eine Ausbildung im Handel kann einen auch ins Ausland führen - wie Tim Galantowicz, der hier vor einem "seiner" Stores in L.A. steht

Eine Ausbildung im Handel kann einen auch ins Ausland führen - wie Tim Galantowicz, der hier vor einem "seiner" Stores in L.A. steht. © Privat

"Eigentlich habe ich nie daran gedacht, ins Ausland zu gehen", erzählt Tim Galantowicz, dessen Berliner Dialekt sich längst mit einem amerikanischen Akzent vermischt hat. Seit fast sechs Jahren arbeitet er für H&M in Los Angeles. Als so genannter Area Manager ist der 39-Jährige für die Umsatz- und Verkaufszahlen aller Geschäfte in der Stadt verantwortlich. Er kümmert sich unter anderem um die passende Warenmenge und eine ansprechende Präsentation. Auch die Einarbeitung und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie die Abwicklung von Neueröffnungen gehören zu seinen Aufgaben.

London, Vancouver, Los Angeles

Angefangen hat alles vor 22 Jahren mit einem Aushilfsjob in seiner Heimatstadt Berlin. Da war Tim 17. Kurze Zeit später bekam er von H&M das Angebot, eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann zu machen. Danach löste eine Chance die andere ab, genutzt hat er alle: Erst war er Abteilungsleiter des Flagship- Stores am Berliner Kurfürstendamm, dann am Oxford Circus in London. "Weil mein Englisch nicht so gut war, musste ich vorher allerdings einen Crashkurs machen. Das alltägliche Sprechen bei der Arbeit hat mir sehr geholfen, auch wenn es erst mal schwer war", erklärt Tim.

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Es folgten Jobs in England, Deutschland, Polen und Kanada. Als Merchandiser war er dort für die verschiedenen H&M-Kollektionen verantwortlich. Neben der Präsentation der Ware in den Geschäften gehörte auch das Entwerfen und Umsetzen neuer Marketingkonzepte für die Männer-, Frauen-, Kinder- und Babymode zu seinen Aufgaben. In Vancouver bekam er dann die Position des Area Managers und ging ein Jahr später nach L.A., um H&M in den Staaten mit aufzubauen. Damals war er auch noch für Las Vegas zuständig, wo er unter anderem das mit
fast 5.500 Quadratmetern größte Geschäft der Welt eröffnete.

Nächstes Berufsziel: Sales Manager

Mittlerweile hat sich das Unternehmen in den USA etabliert. Die Klamotten sind nicht nur bei "normalen" Bürgern beliebt. In L.A. können einem schon mal Katie Holmes, Kim Kardashian oder Kate Bosworth zwischen den Kleiderstangen über den Weg laufen. Was bei unsereins zu Herzrasen und Schweißausbrüchen führt, gehört für Tim zum Alltag. Hat er, der schon viel von der Welt gesehen hat, überhaupt noch Wünsche und Träume? "Ich hätte mal wieder Lust auf ein ganz anderes Land. Vielleicht zieht es mich ja irgendwann zurück nach Europa", sagt Tim. Am liebsten würde er als Sales Manager arbeiten und für sein Unternehmen neue Verkaufsstrategien und Marketingkampagnen entwickeln.

Auf dem richtigen Weg ist er jedenfalls schon. Seit Januar macht Tim einen Master of Business Administration. Doch bis es so weit ist, gibt es in L.A. noch viel zu tun: Im Oktober steht die Neueröffnung von Geschäft Nummer 20 an, und auch auf die eine oder andere Geschäftsreise muss sich der 39-Jährige einstellen – für den ersten H&M-Store auf Hawaii sucht er nämlich gerade nach dem passenden Personal.

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