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29. August 2014  

Als Azubi ins Ausland

Azubis auf Achse

Unter Studenten sind Auslandsaufenthalte längst Gang und Gäbe. Doch auch in einer Ausbildung ist der Sprung in ferne Länder möglich. Wir sagen euch, wie's geht – und haben Azubis befragt, die es geschafft haben.
Als Azubi ins Ausland

Auslandsaufenthalte sind nicht nur Studentensache: Auch als Azubi kannst du ins Ausland!

Was bringt mir ein Auslandsaufenthalt?
Die Gelegenheit, schon während deiner Ausbildung erste Auslandserfahrungen zu sammeln – in deinem Beruf, aber in einem Partnerbetrieb fernab der Heimat. Das stärkt deine Selbstständigkeit, noch dazu wirst du in der jeweiligen Landessprache fitter und lernst andere Arbeitsabläufe kennen. Vielleicht kannst du dein neues Wissen sogar in deinem Heimatbetrieb einbringen. Nicht zuletzt macht sich dein Auslandsabenteuer gut im Lebenslauf: Am Ende deines Aufenthalts erhältst du mit dem "Europass Mobilität" einen detaillierten Nachweis über deine Lernergebnisse, den du später deinen Bewerbungen beilegen kannst.

Gehen viele Azubis ins Ausland?
2013 haben mehr als 30.000 Azubis einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolviert. Das sind zwar nur vier Prozent eines Jahrgangs, doch es werden immer mehr. Ein Grund dafür: Der Bundestag hat im letzten Jahr beschlossen, die Quote der Azubis mit Auslandserfahrungen in den nächsten Jahren auf 10 Prozent zu steigern. Somit wird es künftig immer mehr Betriebe geben, die ihren Auszubildenden einen Auslandsaufenthalt ermöglichen.

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Welche Förderprogramme gibt es?
Rund zwei Drittel aller Azubis, die einen Auslandsaufenthalt unternehmen, werden durch ein Bildungsstipendium der EU-Kommission unterstützt: Das bis vor kurzem als "Leonardo da Vinci" bekannte Programm läuft mittlerweile zusammen mit anderen Förderprogrammen unter dem Namen "Erasmus+". Das Stipendium umfasst unter anderem Vorbereitungsseminare, Sprachkurse, Reisekosten sowie einen monatlichen Zuschuss für Unterkunft, Verpflegung und tägliche Fahrten. In der Regel kannst du damit nicht alle Kosten decken – allerdings zahlt dir dein heimischer Arbeitgeber während deiner Zeit im Ausland weiterhin dein übliches Ausbildungsgehalt. Neben Erasmus+ gibt es noch eine Reihe kleinerer Förderprogramme, zum Beispiel das Deutsch-Französische Austauschprogramm oder das
Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) für die USA.

Wie lange dauert ein Aufenthalt?
Laut dem Berufsbildungsgesetz kannst du als Azubi bis zu einem Viertel deiner gesamten Ausbildungszeit im Ausland verbringen. Derart lange Aufenthalte sind wegen des hohen organisatorischen Aufwands für die beteiligten Unternehmen aber selten. Die meisten Azubis verlassen den heimischen Betrieb für drei bis sechs Wochen. Üblicherweise fällt der Auslandsaufenthalt übrigens ins zweite Ausbildungsjahr, denn dann lässt er sich am besten mit Lernphasen und Prüfungsvorbereitungen vereinbaren.

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Was ist mit der Berufsschule?
Für die Dauer deines Auslandsaufenthalts wirst du von der Berufsschule freigestellt und verbringst somit die ganze Zeit im Betrieb. Den verpassten Lernstoff musst du allerdings später selbstständig nachholen.

In welche Länder kann ich als Azubi gehen?
Über das "Erasmus+"-Programm kommen sämtliche 28 Mitgliedsstaaten der EU sowie die Türkei, Mazedonien, Island, Liechtenstein und Norwegen als Reiseziele in Frage. Mit anderen Förderprogrammen ist zum Teil auch ein Abstecher außerhalb Europas möglich.

Ok, ich will ins Ausland – was muss ich tun?
Grundsätzlich können Azubis aller Fachrichtungen ins Ausland gehen. Am besten achtest du schon bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz darauf, ob der Betrieb international aufgestellt ist – bei vielen Angeboten ist ein Auslandsaufenthalt von vornherein fest eingeplant, und in der Regel werben die Betriebe auch mit ihren internationalen Kooperationen. Erkundige dich am besten direkt bei dem Ausbildungsleiter danach, was möglich ist. Falls es in deinem Betrieb kein Austauschprogramm gibt, hast du noch die Möglichkeit, bei deiner Berufsschule danach zu fragen oder einen individuellen Aufenthalt zu organisieren. Dafür musst du deine Reise zunächst mit deinem Betrieb und deiner Berufsschule abstimmen und dich danach auf bundesweit ausgeschriebene Stellen (sogenannte "Pool-Projekte") bewerben, die andere Einrichtungen anbieten.

Wo finde ich noch mehr Infos?

  1. Teil: Auslandsaufenthalte für Azubis - Fragen und Antworten
  2. Teil: Erfahrungsberichte von Azubis im Ausland
Schlagworte:
 
AuslandAzubiErasmusLeonardo

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