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11.07.2012  
Duale Ausbildung im Überblick

Schnellstart ins Berufsleben

Was steht in einem Ausbildungsvertrag? Welche Aufgaben hat man eigentlich als Azubi? Wie genau läuft eine duale Ausbildung im Betrieb ab? Und welche Möglichkeiten hat man, um sich eine Ausbildung zu finanzieren? Daniel Schwitzer

Schwarz auf weiß: der Ausbildungsvertrag

Alle Dinge, die die Ausbildung betreffen, werden zwischen dem Azubi und seinem Betrieb im Ausbildungsvertrag geregelt. Wenn der Azubi noch nicht 18 ist, muss sein gesetzlicher Vertreter unterschreiben, das sind in der Regel die Eltern. Im Ausbildungsvertrag ist zum Beispiel das Ausbildungsgehalt angegeben, das je nach Beruf und Region unterschiedlich hoch ausfällt. Es wird entweder vom Tarif geregelt oder darf ansonsten nicht weniger als 80 Prozent des Tarifs sein. Mit jedem Ausbildungsjahr steigt übrigens auch das Gehalt. Ebenfalls im Ausbildungsvertrag sind die Arbeitszeiten, der Urlaubsanspruch und die Länge der Probezeit schriftlich fixiert. Während der Probezeit kann die Ausbildung ohne Angabe von Gründen beendet werden – das gilt für Azubi und Unternehmen.


Azubi – was bedeutet das überhaupt?

Buchhaltung, Veranstaltungen organisieren, Haare schneiden, Kunden beraten – eine duale Ausbildung in einem Betrieb ist interessant und bringt viele neue Erfahrungen mit sich. In zwei bis drei Jahren lernen die Azubis alles, was sie brauchen, um später als Bürokauffrau, Tischler oder was auch immer arbeiten zu können.

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Wichtig ist, dass sie Routine in einzelnen Tätigkeiten bekommen und selbstständig arbeiten lernen. Da sie noch keine perfekten Mitarbeiter sind, verdienen sie entsprechend weniger, müssen aber auch nicht von Anfang an perfekte Arbeitsergebnisse abliefern.


Mitglied des Teams

Der Azubi ist während seiner Ausbildung aber nicht nur "Lernender", sondern auch Mitarbeiter, also ein Kollege, ein Mitglied des Arbeitsteams. Die Kollegen erwarten von ihm, dass er auf sie zugeht, interessiert ist, Probleme anspricht und nachfragt, wenn er etwas nicht verstanden hat. Und dass er sich den Gepflogenheiten in der Firma anpasst. Kleines Beispiel: Natürlich gehört Kaffee kochen nicht zu den Ausbildungsinhalten einer Veranstaltungskauffrau – aber wenn alle in der Firma es tun, ist die Azubine halt einfach auch mal dran.


Berufsschule


Wer denkt, mit dem Abitur oder der Mittleren Reife habe er die Schulbank für immer hinter sich gelassen, der irrt. Denn auch zu jeder Berufsausbildung gehört ein schulischer Teil mit Hausaufgaben und Prüfungen: Die Berufsschule. Allerdings ist der Stoff, den man dort lernt, stark auf den Beruf zugeschnitten und lässt sich schnell in die Praxis umsetzen. So hat man in der Berufsschule – im Gegensatz zur "normalen" Schule – sicher weniger das Gefühl, am Leben vorbeizulernen. Meistens gehen Azubis an ein bis zwei Tagen in der Woche zur Berufsschule, und arbeiten an den restlichen Tagen im Unternehmen. In manchen Berufen findet aber auch Blockunterricht über mehrere Wochen statt.


Ausbildungsfinanzierung

Betriebliche Auszubildende haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf finanzielle Unterstützung. Diese Berufsausbildungsbeihilfe (kurz: BAB) kann bei der Arbeitsagentur beantragt werden. 

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Vorteile einer Ausbildung

  • Du verdienst dein eigenes Geld, bist unabhängig von deinen Eltern.
  • Du gewinnst viel praktische Erfahrung.
  • Wenn du dich geschickt anstellst und Stellen offen sind, stehen die Chancen gut, dass dich dein Betrieb nach Ende der Ausbildung übernimmt.
  • Die Ausbildungszeit ist überschaubar (zwei bis dreieinhalb Jahre) und klar strukturiert: Du hast feste Einsatzgebiete, Stundenpläne und Prüfungstermine.
  • Wenn du Feierabend hast, kannst du total abschalten und musst nicht noch am Schreibtisch büffeln (es sei denn, an der Berufsschule stehen Prüfungen an).
  • Eine Berufsausbildung setzt keinen bestimmten Schulabschluss voraus.


Nachteile einer Ausbildung

  • Mit einer Berufsausbildung bist du später mehr oder weniger auf einen bestimmten Job festgelegt.
  • Die Aufstiegschancen mit Berufsausbildung sind begrenzter als mit einem Hochschulstudium. Irgendwann ist meist Schluss auf der Karriereleiter.
  • Als Azubi bist du zeitlich weniger flexibel als Studenten.
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