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Ausbildung zur Hebamme/zum Entbindungspfleger

Dauer: 36 Monate
Einstiegsgehalt: Ungefähr 2.400 Euro
Ausbildungstyp: Schulische Ausbildung

Das machst du in der Ausbildung

  • Du lernst wie du Familien, insbesondere aber Frauen vor, während und nach der Geburt betreust.
  • Vor der Geburt überwachst du den Verlauf der Schwangerschaft.
  • Du hilfst bei der Geburt und lernst zu entscheiden, wann es Komplikationen gibt und ein Arzt hinzugeholt werden muss.
  • Auch die Erstversorgung des Kindes liegt in deiner Hand.
  • In den folgenden Wochen und Monaten begleitest du Familien und beantwortest Fragen rund um die Neugeborenenpflege und das Wochenbett.

Fakten

Abschluss
Mittlerer Schulabschluss
Art der Ausbildung
Schulische Ausbildung
Verkürzung möglich?
Ja.
Einstiegsgehalt
Ungefähr 2.400 Euro
Vergütung
In der Regel keine Vergütung
Ausbildungsdauer
36 Monate

Der Beruf im Detail

Was erwartet dich in dem Job?

Als Hebamme oder Entbindungspfleger betreust und begleitest du Familien, insbesondere aber Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft. Du stehst ihnen in allen Lebenslagen mit deiner Erfahrung zur Seite, beantwortest Fragen und gibst Tipps, die im Alltag mit dickem Bauch oder Baby im Arm helfen können. Vor der Geburt überwachst du den Verlauf der Schwangerschaft, prüfst zum Beispiel die Lage des Kindes, misst den Bauchumfang und überwachst die Herztöne des ungeborenen Babys. Übelkeit, Rückenschmerzen, Dehnungsstreifen? Als Hebamme hast du immer einen guten Ratschlag parat. Stellst du ernsthafte Probleme fest, schickst du die Schwangere zum Frauenarzt oder direkt in die Klinik. Im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen gibst du dein Wissen rund um die Geburt und mögliche Besonderheiten weiter. Natürlich begleitest du Frauen auch bei der Geburt – entweder im häuslichen Umfeld oder im Krankenhaus. Du hilfst bei Atem- und Entspannungsübungen, gibst Schmerzmittel und holst bei schweren Geburten und möglichen Komplikationen den leitenden Arzt dazu. Auch die Erstversorgung des Kindes liegt in deiner Hand. Auch nach der Geburt ist der Rat einer Hebamme Gold wert: Du berätst rund ums Stillen, die Babypflege und die ideal Ausstattung für Zuhause und unterwegs. Zudem sind Rückbildungskurse Bestandteil deines Berufsalltags. Neben der praktischen Arbeit nah an Mutter und Kind wirst du immer auch an Schreibtisch arbeiten müssen: Jeder Hausbesuch und alles, was du in der Klinik tust, muss protokolliert werden. Außerdem sind Abrechnungen zu schreiben, damit du deine Leistungen von der Krankenkasse bezahlt bekommst.

Du findest Beschäftigung in Krankenhäusern, Hebammenpraxen oder Geburtshäusern, du kannst aber auch als freiberufliche Hebamme oder Entbindungspfleger arbeiten. Egal, wo du letztendlich dein Fachwissen weitergibst – du musst dich auf wechselnde Arbeitszeiten einstellen und fast immer verfügbar sein, schließlich kommen Kinder nicht nach Plan auf die Welt. Kommt der Anruf einer Gebärenden, steigst du schnellstmöglich ins Auto und fährst zu ihr. Im Krankenhaus sind Hebammen in Schicht- oder Bereitschaftsdienste eingeteilt. Du musst also mal früh morgens, mal spät abends und immer wieder auch nachts arbeiten.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Eine Voraussetzung, um als Hebamme oder Entbindungspfleger arbeiten zu können, ist die dreijährige schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule. In deiner Ausbildungszeit absolvierst du insgesamt 1.600 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht. In dieser Zeit beschäftigst du dich zum Beispiel mit folgenden Fragen: Wie läuft eine Schwangerschaft ab? Welche Geburtsphasen gibt es? Welche Apparate und Instrumente kommen zum Einsatz? Welche Kriterien sind bei einer Neugeborenen-Untersuchung zu beachten? Welche Krankheiten können beim Schwangeren, Gebärenden und Säuglingen auftreten? Welche Arzneimittel dürfen Hebammen verabreichen und welche Dosierungen sind korrekt? Was ist in Notfällen zu tun? Zudem setzt du dich in deiner theoretischen Ausbildung mit Wirtschafts- und Sozialkunde auseinander.

In regelmäßigen Praxiseinsätzen, die 3.000 Stunden umfassen, kannst du das Erlernte vertiefen und anwenden. In der Regel finden diese in Krankenhäusern und Kliniken statt. Am Ende der dreijährigen Ausbildung legst du die staatliche Prüfung ab. Sie besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Wie hoch ist das Gehalt?

Du möchtest wissen, welches Gehalt dich während der Ausbildung im Durchschnitt erwartet? Auf unserer Seite rund ums Gehalt findest du alle wichtigen Informationen. Außerdem zeigen wir dir, mit welchem Gehalt du nach der Ausbildung rechnen kannst und welche regionalen Unterschiede möglich sind.

Was musst du mitbringen?

Um an einer Pflegeschule angenommen zu werden, musst du mindestens einen mittleren Bildungsabschluss mitbringen. Gefordert sind außerdem ein ärztliches Attest über deine gesundheitliche Eignung und häufig auch ein Vorpraktikum.

Wenn du gar nichts mit naturwissenschaftlichen Fächern anfangen kannst, wirst du dich in der Ausbildung schwer tun. Denn als Hebamme und Entbindungshelfer musst du dich mit Biologie, Chemie und Physik beschäftigen. Neben den Funktionen des menschlichen Körpers und den damit verbundenen chemischen Abläufen musst du auch Zusammensetzungen von Medikamenten beurteilen können und dich mit technischen Instrumenten wie Wehenschreibern oder Ultraschallgeräten auskennen. Bei der Dosierung von Schmerzmitteln oder anderen Medikamenten kommt außerdem Mathematik ins Spiel. Viel wichtiger als das ist aber, dass du gerne mit Menschen arbeitest und dich in die Situationen andere hineinversetzen kannst. Ein Helfersyndrom ist in diesem Job durchaus hilfreich. Gleichzeitig darfst du keine Angst davor haben, anderen nahe zu kommen und in sehr intimen Momenten und an sehr persönlichen Körperstellen Hilfestellung zu geben. Wichtig ist außerdem, dass du sehr geschickt mit deinen Händen umgehen kannst. Vor allem unter der Geburt kommen sie immer wieder zum Einsatz.
Sorgfalt und Hygiene sind in deinem Job das A und O. So trägst du zu deiner Sicherheit und der für Mutter und Kind zum Beispiel oft einen Mundschutz und Einweghandschuhe. Du reinigst medizinische Geräte und Bestecke ebenso gewissenhaft wie du die Abläufe deiner Arbeit dokumentierst. Auch bei der Versorgung von Mutter und Kind nach der Geburt musst du verantwortungsvoll und sorgfältig handeln – schließlich geht es hier um das Wohl des Menschen.  
Kaiserschnitt, Nachgeburt, kranke oder sterbende Kinder - all das gehört zum Berufsalltag und sollte dir keine Angst machen. Wenn andere nervös werden, bleibst du ruhig? Wird es hektisch, schlägt deine Stunde als Entscheidungsträger mit starken Nerven? Sehr gut, denn in persönlichen Ausnahmesituationen und medizinischen Notfällen ist genau das gefragt! Solltest du zudem medizinisches Interesse mitbringen und beim Anblick von Blut und anderen Körperflüssigkeiten nicht gleich in Ohnmacht fallen, bringst du ideal Voraussetzungen mit, um als Hebamme oder Entbindungspfleger arbeiten zu können.

Wie sind die Aufstiegschancen?

Um keine neuen Entwicklungen in deinem Arbeitsbereich zu verpassen, haben Hebammen und Entbindungspfleger eine große Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten.

  • Beispielsweise kannst du dich in Themengebieten wie Entbindungspflege, Haus- und Familienpflege oder Leitung in der Pflege fortbilden lassen.
  • Eine andere Möglichkeit für den beruflichen Aufstieg ist die kaufmännische Weiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen oder zum Betriebswirt – Management im Gesundheitswesen.
  • Du kannst dich aber auch zum Pflegedienstleiter, zum Stationsleiter Kinderkrankenpflege oder zum Praxisanleiter für Pflegeberufe fortbilden lassen.
  • Auch durch ein Studium kannst du dir weitere Karrierechancen erarbeiten, beispielsweise durch ein Bachelorstudium in den Fächern Hebammenkunde, Pflegemanagement, Medizinpädagogik oder Humanmedizin.

 

 

Einstieg Reality-Check

Fit in Bio, Chemie, Physik

Helfer-Mentalität

Kontaktfreude

Sorgfalt und Genauigkeit

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