
Du möchtest dazu beitragen, dass Gefangene auch nach der Inhaftierung in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten führen?
Als Beamtin oder Beamter im Allgemeinen Vollzugsdienst bist Du in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachdiensten wie beispielsweise dem Psychologischen Dienst, dem Sozialdienst, dem Pädagogischen Dienst oder dem Seelsorglichen Dienst daran beteiligt, dieses Ziel zu erreichen.

Angehender Justizvollzugsobersekretär
Was Berkan über seine Ausbildung sagt:
Seit meiner Jugend wollte ich Profifußballer werden. Nach Stationen im Profi-Fußball in Deutschland und im Ausland wurde mein Interesse am Gefängnis durch einen Freund geweckt, der im Vollzugsdienst arbeitet.
Die Ausbildung an der JVS ist eine der besten Erfahrungen für mich. Ich lerne viel, wachse persönlich und schließe Freundschaften mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Anstalten. Das Gemeinschaftsgefühl ist großartig.
Am meisten Spaß macht mir die Vielfalt: Wir lernen verschiedene Bereiche kennen und haben in der Schule ein echtes Miteinander. Nach dem Unterricht unternehmen wir oft gemeinsam etwas, was den Zusammenhalt stärkt.
Fachlich finde ich die Ausbildung spannend, besonders Fächer wie Kriminologie und Vollzugspsychologie, die ebenfalls die eigene Persönlichkeitsentwicklung fördern können. Ich lerne, mit Menschen umzugehen, Grenzen zu setzen und trotzdem empathisch zu bleiben.
Ich empfehle die Ausbildung jedem, der flexibel ist, gerne mit Menschen arbeitet und Verantwortung übernehmen möchte. Es ist ein fordernder, aber sehr lohnender Job.
Als Beamter oder Beamtin im Allgemeinen Vollzugsdienst (auch Justizvollzugsbeamter/-beamtin genannt) arbeitest du im Justizvollzug und trägst dazu bei, dass Gefangene auch nach der Inhaftierung in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten führen. Du beaufsichtigst Gefangene, strukturierst ihren Tagesablauf und unterstützt sie dabei, persönliche Ziele zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um die Überwachung der Einhaltung von Sicherheits- und Verwaltungsvorschriften, sondern auch um Betreuung und Motivation für ein verantwortungsbewusstes und geordnetes Zusammenleben.
Der Arbeitsalltag erfordert ein sicheres Auftreten, klare Kommunikation und ein gutes Gespür für schwierige Situationen. Konflikte erkennst du frühzeitig und reagierst besonnen, um Eskalationen zu vermeiden. Der Beruf verbindet die Themen Sicherheit, Resozialisierung und rechtliches Wissen und verlangt ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.
Bevor die zweijährige Ausbildung im Beamtenverhältnis auf Widerruf beginnt, startest du zunächst in einem Tarifbeschäftigungsverhältnis im Justizvollzug Nordrhein-Westfalen. In dieser Phase arbeitest du bereits in einer Justizvollzugsanstalt, durchläufst eine Einweisungszeit und lernst die Abläufe im Vollzug praxisnah kennen. Innerhalb von drei Jahren beginnt dann die eigentliche Ausbildung, die zwei Jahre dauert. Theorie- und Praxisphasen wechseln sich dabei regelmäßig ab.
Die praktische Ausbildung findet an mindestens zwei Justizvollzugsanstalten statt. Dort durchläufst du verschiedene Bereiche wie Hafthäuser, Arbeitsbetriebe, die Besuchsabteilung oder den Sicherheitsbereich. Unter Anleitung erfahrener Kolleg:innen lernst du Inhaftierte zu betreuen und zu beaufsichtigen, Hafträume zu kontrollieren, Ausgänge zu begleiten und den täglichen Ablauf sicher zu organisieren. Schrittweise übernimmst du mehr Verantwortung und handelst zunehmend eigenständig.
In den Theoriephasen an der Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen stehen rechtliche und fachliche Inhalte im Mittelpunkt. Dazu gehören Strafrecht, Strafvollzugsrecht, Staats- und Verfassungsrecht sowie Beamtenrecht. Ergänzend beschäftigst du dich mit Psychologie, Kriminologie, Pädagogik und Kommunikation, Konfliktmanagement, Deeskalationstechniken und interkultureller Kompetenz. Auch Sport, Selbstverteidigung und Einsatztraining gehören dazu, um dich körperlich und mental auf anspruchsvolle Situationen vorzubereiten. Schriftliche Leistungsnachweise und praktische Übungen begleiten die gesamte Ausbildungszeit.
Der Dienst erfolgt im Schichtsystem. Früh-, Spät-, Nacht- und Wochenenddienste sind fester Bestandteil des Berufs. Als Beamtin/Beamter im Allgemeinen Vollzugsdienst trägst du Dienstkleidung und arbeitest in einem Team mit klaren Strukturen und Hierarchien. Am Ende der Ausbildung legst du eine Laufbahnprüfung ab, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Mit dem erfolgreichen Abschluss startest du in eine verantwortungsvolle Tätigkeit im Landesdienst.
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum/zur Beamtin/Beamten im Allgemeinen Vollzugsdienst startest du mit mindestens ca. 3.110 Euro brutto (Besoldungsgruppe A 7). Mit zunehmender Berufserfahrung steigst du innerhalb von Erfahrungsstufen auf und kannst später auch in höhere Besoldungsgruppen befördert werden. Weitere Details zur Gehaltsentwicklung findest du auf unserer Seite rund ums Gehalt.
Voraussetzung ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss. Mit Hauptschulabschluss ist eine Bewerbung möglich, wenn zusätzlich eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. Zum Zeitpunkt der Einstellung musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Du musst gesundheitlich dienstfähig sein und dich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. Außerdem benötigst du die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedstaates.
Persönlich sind Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und Durchsetzungsfähigkeit besonders wichtig. Gleichzeitig brauchst du Kommunikationsstärke und Empathie, um professionell mit Gefangenen umzugehen. Teamfähigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle, da du eng mit Kolleg:innen zusammenarbeitest.
Im Justizvollzug stehen dir verschiedene Entwicklungswege offen. Mit wachsender Berufserfahrung kannst du zusätzliche Verantwortungsbereiche übernehmen, zum Beispiel in der Ausbildungsleitung oder in organisatorischen Funktionen innerhalb der Anstalt. Möglich ist auch die Übernahme einer Bereichsleitung, bei der du Personal koordinierst, Dienstpläne mitverantwortest und organisatorische Abläufe steuerst.
Bei entsprechender Eignung kannst du auch in eine höhere Laufbahngruppe aufsteigen.

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