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31.08.2015  
Finanzspritze für die Ausbildung

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) ist die Ausbildungsförderung für Azubis. Mit ihr unterstützt der Staat junge Menschen in der Ausbildung.

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) hat den Zweck, jungen Menschen trotz finanzieller Schwierigkeiten eine angemessene berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Für die Ausbildungsförderung müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt sein:

1) Gefördert wirst du in der Regel nur in der Erstausbildung.

2) Du musst einen Ausbildungsvertrag für eine staatlich anerkannte betriebliche Ausbildung vorweisen können.

3) Berufsausbildungsförderung erhältst du nur dann, wenn der Ausbildungsbetrieb nicht in der Nähe des Wohnsitzes deiner Eltern liegt und du deshalb nicht ohne eine eigene Wohnung in der Nähe der Ausbildungsstätte auskommst. Nur in einem Fall spielt die Entfernung zwischen Ausbildungsbetrieb und Elternwohnsitz keine Rolle: Wer älter als 18 Jahre oder verheiratet ist (oder war) oder mindestens ein Kind hat, kann auch BAB erhalten, wenn er zwar nicht bei den Eltern aber in der Nähe des Elternhauses lebt.

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4) Außerdem dürfen dir die erforderlichen Mittel für den Lebensunterhalt, die Fahrtkosten zum Ausbildungsbetrieb, die sonstigen Aufwendungen und die Lehrgangskosten nicht aus anderen Quellen zur Verfügung stehen.

5) Ausländische Antragssteller können nur unter bestimmten Bedingungen für die Ausbildunsförderung berücksichtigt werden.



Höhe der Berufsausbildungsförderung


Erfüllst du all diese Bedingungen, kannst du bei der Bundesagentur für Arbeit BAB beantragen. Die Höhe der BAB hängt dann von zwei Faktoren ab:

  • deinem monatlichen Gesamtbedarf für die Ausbildung und
  • dem anzurechnenden Einkommen (deine Ausbildungsvergütung + das Einkommen deiner Eltern, jeweils exklusive eines Freibetrags).

Zunächst wird dein monatlicher Bedarf ermittelt, also festgestellt, wie viel Geld du für deinen Lebensunterhalt während der Ausbildung benötigst. Dafür werden eine Mietpauschale, Kosten für Arbeitskleidung, Fahrtkosten für die Strecke zwischen Wohung und Arbeitsplatz und für Heimfahrten zu den Eltern addiert. Dazu kommt eine Pauschale, die in etwa so hoch ist, dass sie für Lebensmittel, Telefon und andere Dinge des Alltags ausreicht: der sogenannte Grundbedarf.

Eine BAB erhältst du nur dann, wenn deine Ausbildungsvergütung und andere Einnahmequellen geringer sind als dein errechneter monatlicher Bedarf und deine Eltern (oder dein Ehepartner) nicht genug verdienen, um dich finanziell unterstützen zu können.

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Um festzustellen, ob du BAB erhalten darfst, wird daher bei der Berechnung in einem ersten Schritt deine Ausbildungsvergütung von deinem Gesamtbedarf abgezogen. So wird ermittelt, wie viel Geld du über deine Ausbildungsvergütung hinaus brauchst. Anschließend wird das Einkommen deiner Eltern (und, falls vorhanden, deines Ehepartners) herangezogen: Übersteigt dieses eine bestimmte Grenze (die so genannte Freibetragsgrenze), verringert sich die Höhe deiner BAB um die Hälfte der Differenz zwischen Freibetrag und Einkommen. Das heißt also: Wenn das Einkommen deiner Eltern nicht sehr hoch ist und unter dem Freibetrag liegt, zahlt dir die Arbeitsagentur jeden Monat den Betrag, den du brauchst, um die Lücke zwischen deiner Ausbildungsvergütung und dem für dich ermittelten Gesamtbedarf zu schließen. Ist das Einkommen deiner Eltern etwas höher als der Freibetrag, verringert sich deine BAB, und wenn das Einkommen der Eltern sogar deutlich über dem Freibetrag liegt, bekommst du wenig oder gar keine BAB.


Die Freibetragsgrenze für das Einkommen deiner Eltern hängt davon ab, ob diese verheiratet und zusammenlebend sind oder dein Vater oder deine Mutter alleinstehend ist, und außerdem, ob sie neben dir noch weitere Kinder haben, die sie finanziell unterstützen.

Freibetragsgrenzen für das Einkommen der Eltern: 

  • Eltern, verheiratet und zusammenlebend: 1605 Euro
  • Elternteil, alleinstehend  1070 Euro
  • Stiefelternteil  535 Euro
  • Kinder und sonstige Unterhaltsberechtigte, die nicht in einer förderungsfähigen Ausbildung stehen:  485 Euro

Freibetragsgrenzen für Ehepartner (und gleichgeschlechtliche Lebenspartner):

  • Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner: 1070 Euro
  • Kinder und sonstige Unterhaltsberechtigte, die nicht in einer förderungsfähigen Ausbildung stehen: 485 Euro

Berufsausbildungsbeihilfe: Beispielrechnung

Beispielrechnung für die Berufsausbildungsförderung

Sven, 19, wohnte bislang bei seinen Eltern in Stendal, hat nun aber einen Ausbildungsplatz zum Chemikanten in Halle gefunden. Seine monatliche Ausbildungsvergütung beträgt 320 Euro, seine Wohnung kostet ihn 230 Euro. Svens Gesamtbedarf setzt sich nun wie folgt zusammen:

- Grundbedarf: 348 Euro

- Mietpauschale: 224 Euro (maximaler anzurechnender Betrag)

- Bedarf für Arbeitskleidung: 12 Euro

- Fahrtkosten für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsplatz: 41 Euro

- Fahrtkosten für Familienheimfahrt: 14 Euro

= Gesamtbedarf: 639 Euro

Von Svens Gesamtbedarf wird nun seine monatliche Ausbildungsvergütung wieder abgezogen. Nicht angerechnet wird dabei ein Freibetrag von 58 Euro.

Gesamtbedarf: 639 Euro

minus anzurechnendes Einkommen (320 Euro - 58 Euro): 262 Euro

= Verbleibender Bedarf: 377 Euro

Nun wird das Einkommen von Svens Eltern herangezogen, die zusammen im Monat 1900 Euro verdienen. Davon werden allerdings diverse Freibeträge abgezogen:

Einkommen der Eltern: 1900 Euro

minus Freibetrag für die Eltern: 1605 Euro

minus weiterer Freibetrag: 567 Euro

= Verbleibendes Elterneinkommen: -272 Euro

Das Einkommen der Eltern liegt unter den Freibeträgen und wird deshalb nicht angerechnet. Würde das Elterneinkommen die Freibeträge übersteigen, blieben davon 50 Prozent anrechnungsfrei.

= BAB: 377 Euro

Letztlich erhält Sven neben seiner Ausbildungsvergütung vom Betrieb also noch insgesamt rund 377 Euro BAB von der Arbeitsagentur.

Dauer und Antragstellung

Anspruch auf BAB besteht für die Dauer der beruflichen Ausbildung. Über den Anspruch wird in der Regel für 18 Monate entschieden. Um die BAB zu erlangen, musst du einen Antrag bei der für dich zuständigen Arbeitsagentur stellen. Sie kann zwar auch noch nach Beginn der Ausbildung beantragt werden, wird aber rückwirkend längstens vom Beginn des Monats an geleistet, in dem du alle Leistungen beantragt hast.

Mehr Infos zur BAB gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Und mit einem BAB-Rechner kannst du dort ermitteln, ob du voraussichtlich berechtigt bist,  eine Ausbildungsbeihilfe zu erhalten.

Schlagworte:
 
BerufsausbildungsbeihilfeBABAusbildungsfinanzierung

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