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03. März 2017  

Ausbildungsplätze für Hebammen

Universitätsklinikum Ulm sichert den Hebammennachwuchs

In ganz Deutschland wird ein Mangel an Hebammen beklagt. Die Zahl der Geburtenrate steigt, die der Hebammen nicht. Die Akademie für Gesundheitsberufe in Ulm verdoppelt nun die Ausbildungsplätze.
Hebamme mit werdender Mutter.

In einigen Landkreisen ist die Unterversorgung mit Hebammen mittlerweile gravierend. „Es ist wichtig, jetzt zu reagieren, um dem Hebammenmangel entgegenzuwirken. „Der Bedarf an ausgebildeten Hebammen ist da und auch an Bewerbungen mangelt es uns derzeit nicht“, erklärt der Akademiedirektor Prof. Karl-Heinz Tomaschko. Die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen, war für ihn ein logischer Schritt. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird die Akademie für Gesundheitsberufe an der Universität Ulm die Anzahl der Ausbildungsplätze  von derzeit 54 auf 108 Plätze verdoppeln. Ab dem 1. April 2017 werden statt einem Kurs zwei pro Jahr starten. Doch nicht nur das Universitätsklinikum Ulm wird von den zusätzlichen Ausbildungsplätzen profitieren. Im Gegensatz zum theoretischen Teil, der für alle in der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum stattfindet, können  die Hebammenschülerinnen den praktischen Teil ihrer Ausbildung in fünf weiteren Kliniken absolvieren. „Unser Angebot wurde von den anderen Kliniken dankbar angenommen“, erklärt Elvira Hoffmann, Fachleitung der Hebammenschule. „Alle Regionen haben mit dem Hebammenmangel zu kämpfen, die Alternative wäre die Eröffnung eigener Ausbildungsstätten gewesen, was für die meisten Häuser weder finanziell noch strukturell zu stemmen ist.“ 

Zudem setzt die Akademie schon eine Vorgabe der EU-Richtlinien um, die erst ab dem Jahr 2020 in Kraft tritt: eine akademische Hebammenausbildung. Ab Oktober wird die Ausbildung mit einem dualen Studium kombiniert. Das duale Studium beginnt nach dem ersten Ausbildungsjahr und dauert drei Jahre. In dieser Zeit wechseln sich Studien- und Theoriephase ab. Nach vier Jahren erhalten alle Absolventen eine abgeschlossene Berufsausbildung und einen B.Sc.-Abschluss.  Eine Vergütung wird während der gesamten Ausbildung gezahlt. „Es ist wichtig, in den medizinischen Nachwuchs zu investieren, um auch in Zukunft eine umfassende Patientenversorgung garantieren zu können“, so Prof. Dr. Udo X. Kaisers, der leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums. „Dank der Akademie für Gesundheitsberufe haben wir die Möglichkeit, aktiv gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen vorzugehen.“

Schlagworte:
 
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