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27. Juli 2017  

Ausbildung für Klavier- und Cembalobauer modernisiert

Mit Perfektion zum „guten“ Ton

Neue Ausbildungsinhalte, die unter anderem verstärkt auf eine selbstständige Tätigkeit vorbereiten sollen, sind der Grund für die Modernisierung des Traditionsberufes.

Es ist ein Beruf für Perfektionisten. Schon kleinste Abweichungen bei der Holzbearbeitung können den Ton eines Klaviers oder eines Cembalos verfälschen. 

Im Auftrag der Bundesregierung hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis die Berufsausbildung für Klavier- und Cembalobauer auf den neuesten Stand gebracht. Die Neuregelung gilt ab dem 01. August.

Klavier- und Cembalobauer müssen ein extrem gutes Gehör, viel Fingerspitzengefühl und großes handwerkliches Geschick aufweisen. Sie sollten selbst Klavier oder Cembalo spielen können, um die Klangqualität des fertigen Instruments prüfen und stimmen zu können. Konzertflügel, Klaviere und Cembali bestehen aus rund 10.000 einzelnen Elementen aus Holz, Stahl, Messing und Leder. Die für den Bau verwendeten Hölzer trocknen zwei Jahre in einem speziellen Lagerraum, und es dauert bis zu einem Jahr, einen Flügel fertigzustellen.

Neben dem handwerklichen Instrumentenbau wird in der Ausbildung viel Wert auf die Vermittlung von Kompetenzen zum Reparieren von Instrumenten und Kalkulieren von Reparaturarbeiten gelegt. Zudem sollen die Auszubildenden lernen, wie man eigenständig Kundengespräche führt und Kunden berät. Neu in der modernisierten Verordnung ist die Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln. Dabei sollen die Perspektiven, Voraussetzungen, Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken von Selbstständigkeit vermittelt werden. 

Die dreieinhalbjährige Ausbildung endet mit einer Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer oder einer Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Klavier- und Cembalobauer arbeiten hauptsächlich in handwerklichen und industriellen Klavierbaubetrieben, aber auch in Museen mit Restaurierungsabteilungen für Musikinstrumente oder als Klavierstimmer. Die Ausbildung eröffnet auch berufliche Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten, zum Beispiel zum Klavier- und Cembalobauermeister 

Beim Bau von Tasteninstrumenten verbinden sich seit jeher Wissen im Umgang mit der Natur, traditionelles Handwerk und innovative Technik. Mit der Modernisierung der Ausbildungsordnung wird die über 35 Jahre alte Vorgängerregelung abgelöst. Parallel wurde auch der darauf abgestimmte Rahmenlehrplan für die Berufsschule von der Kultusministerkonferenz (KMK) überarbeitet. 

Quelle: Pressemitteilung BIBB
Schlagworte:
 
AusbildungMusikHandwerk

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