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22. September 2017  

Universität der Bundeswehr München

Erste akademische Ausbildung für Kampfmittelräumung

An der Universität der Bundeswehr gibt es seit August erstmals bundesweit eine akademische Ausbildung für Kampfmittelräumung.

Auch Jahrzehnte nach Ende des 2. Weltkriegs werden in Deutschland noch fast täglich Fliegerbomben und andere Munitionsarten entdeckt, die natürlich auch geborgen werden müssen. Über 150.000 Bomben und 70.000 Tonnen andere Kampfmittel wurden einer MDR-Umfrage zufolge seit Anfang der 1990er-Jahre beseitigt. Dies wird auch in den nächsten Jahren nötig sein. Besonders noch nicht untersuchtes Gelände stellt für Bauherren oftmals ein finanzielles Risiko dar. Nicht selten kommt es zu zeitlichen Verzögerungen  und somit zu zusätzlichen Kosten. 

Für Prof. Conrad Boley, Leiter des Instituts für Bodenmechanik und Grundbau an der Universität der Bundeswehr München und akademischer Leiter des Studiengangs war die Zeit reif für eine neue fundierte Ausbildung. „Für die Kampfmittelräumung ist ingenieurtechnisches Know-how enorm wichtig. Dies gilt für die fachgerechte Begutachtung von Kampfmittelverdachtsfällen und die Planung von Räummaßnahmen als auch für die qualifizierte Überwachung der Arbeiten“, so Prof. Boley.

Der neue achtwöchige postgraduale Studiengang „Fachplaner Kampfmittelräumung“ wird an der Universität der Bundeswehr München angeboten und von mehreren Kooperationspartnern, hierunter die Deutsche Bahn AG und die Berufsgenossenschaft Bau, getragen. Bisher gab es für die Kampfmittelräumung kein qualifiziertes Berufsbild. Durch den neuen Studiengang ist nun eine bundesweite einheitliche Ausbildung möglich.

Neben dem hohen Bedarf gab es bereits in der Startphase ein hohes Interesse an der Ausbildung und die Aufnahmekapazität von 20 Teilnehmern war schnell  erfüllt. Teilnehmer sind bisher vor allem Mitarbeiter von Kampfmittelräumfirmen, Ingenieurbüros und Bauämtern. Die vier Module, aus denen die Ausbildung besteht, decken vor allem die Bereiche Organisation der Kampfmittelräumung und die rechtlichen Grundlagen sowie die Instrumente der Kampfmittelräumung, den Arbeitsschutz, die technische Erkundung und Gefahreneinschätzung und die eigentliche Räumung von Kampfmitteln. Im Anschluss ist ein vierwöchiges Praktikum bei einem Kampfmittelräumdienst vorgesehen. 

Weitere Informationen: www.fachplaner-kmr.de

Schlagworte:
 
KampfmittelräumungIngenieurwesenBauwesen

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