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23. März 2017  

Mediennutzung in der Ausbildung

BIBB-Analyse und Checkliste zur Medienkompetenz

In einer durch Digitalisierung und Vernetzung geprägten Berufswelt verändern sich die Anforderungen für Schulabsolventinnen und – absolventen. Über welche Medienkompetenzen verfügen die Schulabgänger und welche Kompetenz benötigen sie, um nach Abschluss einer Ausbildung selbstständig und zielorientiert mit Medien arbeiten zu können?

© BIBB/ES

Dass die Anforderungen in verschiedenen Berufen und Berufsgruppen sehr unterschiedlich sind, zeigt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Medien anwenden und produzieren – Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsausbildung“. Die BIBB-Studie bietet erstmals eine umfassende Querschnittsanalyse der Bedeutung von Medienkompetenz über Berufs- und Branchengrenzen hinaus. Dabei hat das BIBB zunächst den Begriff der Medienkompetenz im beruflichen Zusammenhang neu definiert: Nicht nur die technische Seite, sondern auch Aspekte der Zusammenarbeit, der Kommunikation, des Lernens und der Rahmenbedingungen bei der Arbeit mit Medien werden einbezogen. Der Analyse zufolge sollte – statt einheitlicher Vorgaben für alle Berufe – im Rahmen von Neuordnungsverfahren künftig geprüft werden, ob und welche Aspekte von Medienkompetenz in die jeweilige Ausbildungsordnung aufgenommen werden sollten.

Künftig wird vor allem die Bedeutung der verantwortungsvollen Zusammenarbeit im Beruf steigen. Von den Auszubildenden wird erwartet, Medien nicht nur zur Kommunikation, sondern auch zur Kooperation einzusetzen und dabei auf einen respektvollen Umgang zu achten. Dazu ist auch erforderlich, Sprache situationsbezogen zu nutzen und Informationen zu bewerten. Zudem sollen Auszubildende die Fähigkeit entwickeln, Innovationen im Beruf zu erkennen und ihren Lernbedarf daraus abzuleiten sowie aktiv und selbstständig den Lernprozess zu gestalten. Rechtliche, wirtschaftliche und ethische Grundlagen sollen ebenfalls in der Ausbildung vermittelt werden, damit die zukünftigen Arbeitskräfte in einer vernetzten und digitalisierten Welt selbstständig und gewissenhaft agieren können. 

„Medien zielgerichtet nutzen“

Die Studie zeigt, dass dieser Aspekt für alle Berufe bedeutsam ist, insbesondere die Fähigkeit zum Umgang mit Standardsoftware und auch das Dokumentieren von Arbeitsergebnissen. Von Schulen wird aber nicht erwartet, dass sie technisch immer auf dem allerneuesten Stand sind. Wichtiger ist, analoge und digitale Medien praxisorientiert und in inhaltlich sinnvollen Zusammenhängen einzusetzen, die verantwortungsvolle Nutzung von Internet und Social Media-Angeboten zu thematisieren und Schülerinnen und Schülern auch Grenzen und Risiken der Mediennutzung aufzuzeigen. Der Umgang mit Medien sollte aufgabenbezogen in die einzelnen Fächer eingebunden werden – so wie es in der betrieblichen Praxis später auch der Fall ist.

Die Ergebnisse der BIBB-Untersuchung sind im Wissenschaftlichen Diskussionspapier (WDP) "Medien anwenden und produzieren - Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsbildung", Heft-Nr. 181, zusammengefasst. Das WDP steht unter www.bibb.de/wdp zum Download zur Verfügung.

Quelle: Pressemittteilung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)
Schlagworte:
 
MedienkompetenzAusbildungDigitalisierung

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