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04. Mai 2017  

Modernisierte Ausbildungsverordnung

Automobilkaufleute auf der Überholspur

Mit der neuen Ausbildungsordnung durchlaufen die Auszubildenden alle wesentlichen Bereiche des Betriebs. Nur der Fahrzeugverkauf selbst ist nicht Bestandteil des Ausbildungsberufs.
Automobilkaufmann füllt Formulare am Schreibtisch aus.

In kaum einer anderen Branche ist das Entwicklungs- und Innovationstempo so hoch wie in der Automobilbranche. Elektromobilität, Digitalisierung und Vernetzung beschleunigen dies zusätzlich. Fahrerinnen und Fahrer werden von vielfältigen Assistenz-Systemen unterstützt, mit denen moderne Fahrzeuge ausgestattet werden und neue Funktionen und Fahreigenschaften erhalten. Der Bereich After-Sales rückt durch die zunehmende Komplexität der Produkte stärker in den Blickpunkt. Zudem wirkt sich die zunehmende Bedeutung des Internets auf den Handel und die digitale Unterstützung in Verkaufsräumen auf die kaufmännischen Bereiche wie Marketing und Vertrieb aus. 

Neu in der modernisierten Ausbildungsordnung ist eine stärkere Einbeziehung verschiedener Bereiche des Betriebs. So wird zum Beispiel die Schnittstellenfunktion der Automobilkaufleute zwischen Vertrieb und Werkstatt hervorgehoben, denn Grundlagenkenntnisse über Werkstattprozesse sowie Fahrzeugtechnologien stellen eine wichtige Basis für alle kaufmännischen Tätigkeiten dar. Weiterhin wird der Bereich Kundendienst und Service durch Aspekte von Kundenmobilität und Nutzung digitaler Informationssysteme angereichert. Auch kommunikative Kompetenzen, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz und Datensicherheit erhalten einen höheren Stellenwert. Eine stärkere Berücksichtigung der Nachhaltigkeit und des Umweltbewusstseins in Form umweltgerechter Entsorgung von Fahrzeugen, Komponenten und Betriebsstoffen ist neu. 

Die bisherige Einteilung in Einsatzgebiete wurde aufgehoben.  Alle Auszubildenden durchlaufen nun die wesentlichen Bereiche des Betriebs: Teile und Zubehör, Werkstatt, Kundendienst und Service, Marketing, Fahrzeughandel und -vertrieb, Finanzdienstleistungen, Personal sowie kaufmännische Steuerung und Kontrolle. Anschließend arbeiten Automobilkaufleute in Betrieben der Kraftfahrzeugbranche, vorwiegend bei Autohäusern, Fahrzeugimporteuren sowie Automobilherstellern. Sie unterstützen den Verkauf von Fahrzeugen durch vor- und nachbereitende kaufmännische Tätigkeiten, der Fahrzeugverkauf selbst ist aber nicht Bestandteil des Ausbildungsberufs.

Die jetzt modernisierte Ausbildungsordnung für den betrieblichen Teil und der darauf abgestimmte Rahmenlehrplan für den schulischen Teil der Ausbildung treten zum 1. August 2017 in Kraft und lösen die bestehenden Ausbildungsregelungen aus dem Jahr 1998 ab. Seit der Einführung des Ausbildungsberufs 1998 hat die Zahl der Auszubildenden stetig zugenommen. Allein im Jahr 2016 haben mehr als 5.100 Jugendliche einen neuen Ausbildungsvertrag zum Automobilkaufmann/zur Automobilkauffrau unterschrieben.

Quelle und weitere Informationen: www.bibb.de/neue-berufe-2017 
Schlagworte:
 
AutomobilbrancheAusbildungsverordnungDigitalisierung

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