Home
24. Juli 2017  

Die Natur als Vorbild

Ausbildung für Biologiemodellmacher/-innen modernisiert

Wer kennt nicht das menschliche Skelett oder maßstabsgetreue Abbilder von menschlichen Organen aus dem Biounterricht? Hergestellt werden sie von Biologiemodellmachern in reiner Handarbeit.

© SOMSO, COBURG

Im Auftrag der Bundesregierung hat das Bundesinstitut für Berufsbildung die  Ausbildung des kreativ-gestaltenden Handwerksberufs neu geordnet. Daran waren auch die Sozialpartner und Sachverständiger aus der betrieblichen Praxis beteiligt. Die modernisierte Ausbildungsverordnung soll dafür sorgen, dass neben den traditionellen Herstellungsverfahren auch technologische Weiterentwicklungen berücksichtigt werden.

Biologiemodellmacher fertigen zu Übungszwecken anatomische, botanische und zoologischer Lehrmodelle sowie medizinische „Übungsphantome“, also künstliche Körper, nach Vorgaben wissenschaftlicher Experten an. Die in Deutschland hergestellten Produkte werden weltweit in Schulen, Universitäten, Ausbildungseinrichtungen und Museen eingesetzt. 

Die Auszubildenden lernen alles über die Herstellung von Modellen, das Retuschieren von modellspezifischen Rohlingen, das Verbinden und den Zusammenbau von Modellteilen. Mithilfe von verschiedenen Mal- und Auftragetechniken gestalten sie die Modelle und nehmen Reparaturarbeiten vor. Zudem gehört die ständige Qualitätskontrolle während des Herstellungsprozesses in diesem traditionellen Ausbildungsberuf  zum Aufgabenfeld. 

Die Modelle und Übungsphantome werden dabei bis ins kleinste Detail streng in Anlehnung an naturwissenschaftliche Vorgaben in Funktion, Form, Ästhetik und Zerlegbarkeit hergestellt. Dies erfordert einen hohen Aufwand an spezialisierter und reiner Handarbeit. Neben handwerklichem Geschick benötigen die Auszubildenden und späteren Fachkräfte auch technisches Verständnis und Biologiekenntnisse. 

Das Berufsbild des Biologiemodellmachers stammt aus dem Jahr 1938 und gehört damit zu den sogenannten Altberufen. Als anerkannt geltender Lehrberuf gilt er seit dem Inkrafttreten des Berufsbildungsgesetztes am 1. September 1969. 

Die Überarbeitung war erforderlich, um die Verordnung im Hinblick auf die inhaltlichen und technischen Entwicklungen in der fachlichen Praxis anzupassen. Für die modernisierte Ausbildungsordnung wurden Inhalte, Ziele, Dauer und Anforderungen mit der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie Fachleuten der Berufsschulen abgestimmt, um eine enge Verknüpfung der betrieblichen Lehrinhalte mit jenen in der Berufsschule zu gewährleisten.

Unternehmen stellen sich vor