Mediengestalter werden:

Jans Ausbildung im Bereich Print und Digital

Wer gerne gestaltet, kreativ arbeitet und viel Zeit am Computer verbringt, landet früher oder später vielleicht beim Beruf Mediengestalter:in. Doch wie sieht die Ausbildung eigentlich aus? Wie kreativ ist der Berufsalltag tatsächlich? Und für wen eignet sich der Beruf? Jan (26) hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht und erzählt, warum ihn vor allem die Mischung aus Gestaltung und technischem Know-how überzeugt hat. 

Jan steht an einen Schreibtisch gelehnt vor einer Wand und schaut in die Kamera

© Jan Doré

🎨 Warum ich Mediengestalter werden wollte

Schon während der Schulzeit merkte Jan, dass ihn Gestaltung und digitale Medien faszinieren. In seiner Freizeit experimentierte er mit Photoshop und arbeitete gerne am Computer. 

„Ich habe mir damals ehrlich gesagt gar nicht den riesigen Kopf gemacht. Ich wusste nur: Gestaltung macht mir Spaß und am Computer arbeite ich sowieso gerne. Also habe ich mich einfach auf einen Ausbildungsplatz beworben – und glücklicherweise hat es genau gepasst.“ 

Rückblickend war diese Entscheidung für ihn genau richtig. Denn die Ausbildung vermittelte ihm nicht nur kreative Grundlagen, sondern auch wichtige technische Fähigkeiten, von denen er bis heute profitiert.

Manchmal merkt man intuitiv schon ganz gut, was zu einem passt. Auf dieses Bauchgefühl sollte man auf jeden Fall hören.

 

Jan über die Entscheidung für seinen Berufsweg

🏢 So läuft die Ausbildung zum/zur Mediengestalter:in ab

Jan absolvierte seine Ausbildung im Blockunterricht. Das bedeutete: Längere Praxisphasen im Betrieb wechselten sich mit mehreren Wochen theoretischem Unterricht in der Berufsschule ab. Besonders die Berufsschulzeit hat er positiv in Erinnerung. 

„Man kommt mal aus dem Arbeitsalltag raus, lernt neue Leute kennen und beschäftigt sich im Unterricht ganz intensiver mit Gestaltung. Ich hatte eine tolle Klasse und die Berufsschule hat mir deutlich mehr Spaß gemacht, als ich vorher gedacht hätte. Neben der Theorie in der Schule bestand der Alltag im Betrieb dann vor allem aus der Bearbeitung konkreter Projekte. Morgens wurden die anstehenden Aufgaben gesichtet, anschließend ging es an die Umsetzung.“ 

🖥️ Wie kreativ ist der Beruf Mediengestalter:in wirklich?

Viele stellen sich Mediengestalter:innen als kreative Ideengeber:innen vor. Jan sagt: Das stimmt nur teilweise.

„Der Beruf ist deutlich handwerklicher, als viele denken. Häufig geht es darum, bestehende Designs umzusetzen, Bilder zu bearbeiten oder Layouts nach vorgegebenen Gestaltungsrichtlinien zu erstellen. Wenn zehn Personen auf einem Foto freigestellt werden müssen, sitzt du eben auch mal eine Stunde da und entfernst nur Hintergründe. Das ist weniger Kreativität als sauberes Handwerk.“

Trotzdem macht genau dieser Teil für ihn den Reiz des Berufs aus. Denn wer die Programme sicher beherrscht, kann eigene Ideen später deutlich leichter umsetzen. 

 

Viele können sich gar nicht vorstellen, wie handwerklich der Beruf des Mediengestalters ist. Dabei geht es nicht allein um Kreativität sondern um viel Sorgfalt, Genauigkeit und technisches Verständnis.

 

Jan über das Handwerk hinter der Gestaltung

📰 Diese Aufgaben haben mir während der Ausbildung besonders Spaß gemacht

Am meisten begeisterten Jan große Printprojekte, an denen er bereits während seiner Ausbildung mitwirken durfte. 

„Riesige Plakate oder Werbeflächen zu gestalten ist schon etwas Besonderes. Wenn du später daran vorbeifährst und dein Design in dieser Größe siehst, macht das schon stolz. Aber auch die Arbeit an Magazinen und anderen Layoutprojekten hat mir immer besonders gut gefallen – besonders Typografie hat sich während meiner Ausbildung zu einem meiner liebsten Arbeitsbereiche entwickelt. 

Typografie hat mich von Anfang an begeistert – sie war einer der Gründe, warum ich nach meiner Ausbildung noch Design studiert habe.

 

Jan über seine Begeisterung für Typografie

📚 Was ich in der Ausbildung zum Mediengestalter gelernt habe

In der Ausbildung zum/zur Mediengestalter:in stehen vor allem technisches und gestalterisches Handwerkszeug sowie das praktische Arbeiten im Alltag im Mittelpunkt. Dazu gehören unter anderem: 

  • Professioneller Umgang mit Adobe Photoshop, InDesign und Illustrator 

  • Bildbearbeitung und Layoutgestaltung 

  • Grundlagen von Typografie und Gestaltung 

  • Entwicklung und Umsetzung kleiner Gestaltungskonzepte 

  • Arbeiten nach konkreten Corporate-Design-Vorgaben 

„Irgendwann hat man diese Grundlagen dann so verinnerlicht, man denkt dann nicht mehr darüber nach, wie man etwas umsetzt. Man hat eine Idee und kann sie auf der Grundlage seiner Kenntnisse einfach gestalten.“ 

Mediengestalter:in-Ausbildung auf einen Blick

Dauer: 3 Jahre (Verkürzung möglich)
Art der Ausbildung: Klassische duale Ausbildung
Abschluss: IHK-Ausbildung
Arbeitsorte: Agenturen, Verlage, Marketingabteilungen, Unternehmen
Typische Arbeitsprogramme: Photoshop, Illustrator, InDesign 

💡 Was mich während der Mediengestalter-Ausbildung überrascht hat

„Ich dachte, dass der kreative Anteil in der Ausbildung größer ist. Tatsächlich ist es in der Realität aber eher eine Mischung aus Kreativität und handwerklicher Umsetzung. Was mich aber richtig überrascht hat, war vor allem die Zeit in der Berufsschule: Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass es mir am Ende richtig Spaß machen würde.“

👩‍💻 Für wen eignet sich die Ausbildung Mediengestaltung?

Nach Jans Erfahrung braucht man für den Beruf Mediengestalter:in vor allem zwei Dinge: 

  • Interesse an Computern und digitalen Programmen 

  • Begeisterung für Gestaltung und visuelle Themen 

„Zeichnen muss man allerdings nicht können – auch wenn viele das vielleicht glauben. Was allerdings von Vorteil ist: Wer sich schon einmal für Layouts, Magazine, Websites oder digitale Gestaltung interessiert hat, bringt schonmal gute Voraussetzungen für die Ausbildung mit.“ 

Das hat Jan aus seiner Ausbildung mitgenommen

  • Professioneller Umgang mit Designprogrammen 

  • Verständnis für Gestaltung und Typografie 

  • Technische Sicherheit bei der Umsetzung kreativer Ideen 

  • Erste Berufserfahrung in realen Projekten 

  • Die Erkenntnis, dass Design auch viel Handwerk bedeutet 

Jans Tipps für angehende Mediengestalter:innen

  • Beschäftige dich schon vor der Ausbildung mit Gestaltungsprogrammen. 

  • Hab keine Angst, wenn du nicht zeichnen kannst. 

  • Sei offen für technische Themen und Software. 

  • Nutze die Berufsschule, um Neues auszuprobieren. 

  • Erwarte nicht nur Kreativität – Gestaltung ist auch Handwerk. 

Neugierig, wie es nach der Ausbildung weitergehen kann?

Im zweiten Teil erzählt Jan, warum er sich nach seiner Ausbildung für ein Kommunikationsdesign-Studium entschieden hat und weshalb ihm die Ausbildung dort einen entscheidenden Vorteil verschaffte. 

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